[Der verlorene Bruder] - Kapitel 2: Hinweg, Umweg, Hindernis

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Lysiel
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Beitrag von Lysiel » 06.11.2006 - 15:27

Lysiel hatte einen nassen Hintern, sie konnte dem armen Menschenjungen nich helfen und fühlte sich immer elender. Zusätzlich dazu hielt sie Misakoel umklammert, welche sie aus den Tauen befreit und wieder etwas an Bord gezogen hatte.
Als die Ordensschwester sich wieder regte, schickte die Raphaelitin ein dankbares Gebet gen Himmel. Was wäre gewesen wenn Misakoel nicht erwacht wäre und keiner die Schwester hätte tragen können? Eine fürchterliche Vorstellung, über die Lysiel schnell den Kopf schüttelte.

"Ja, das mache ich," antwortete sie eilig und schob ihre Hände unter die Federn Misakoels.
Konzentriert streckte Lysiel die Zungespitze zwischen den Lippen hervor und hielt die Augen geschlossen. Genau liess es sich nicht mehr sagen was mit Misakoels Flügel passiert war, denn ihre raphaelitischen Kräfte hatten schon selber mit der Heilung begonnen. Lysiel tippte auf ein ausgerenktes Gelenk, so wie sich ihr das Gewebe um den Knochen präsentierte.
Aber eigentlich war es egal, es galt nur den Flügel wiederherzustellen und flugfähig zu machen. Und dabei half Lysiel nun tatkräftig mit.

Cutter
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Beitrag von Cutter » 06.11.2006 - 15:49

Nachdem Finnyael das Schwert aus dem Rumpf des Schiffes gezogen hatte schwappte ihr erneut Wasser entgegen, welches ihr schon bis zu den knöcheln stand.
"MIST!" fluchte die Gabrielitin, welche sich schleunigst ein Holzbrett und einen Hammer und Nägel schnappte und das Loch verstopfte.
Nachdem sie damit fertig war, schaute die Gabrielitin resigniert zum Loch in der wand, das nun komplett geborsten war.
Hier konnte sie nichts mehr machen....
So schmiss die Gabrielitin die Sachen, die sie nicht mehr brauchte weg und kletterte nach oben und verschloss mit einem großen Ruck die Luke unter sich. Matrosen waren ja zum Glück schon alle oben.
So rannte Finnyael die Treppen nach oben bis sie endlich auf Deck erschien.

Rain
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Beitrag von Rain » 06.11.2006 - 18:51

Nariel hielt sich nun, da das Schiff sich in Schräglage befand, mit aller Kraft an der Reling fest, an welcher sie bis eben noch gestanden und aufs Meer hinausgeblickt hatte. Viel zu viele Dinge geschahen jetzt gleichzeitig und die Wasserweberin würde wohl auch nicht dermaßen lang abgelenkt bleiben, wie sich die Wissensbewahrerin es gewünscht hätte. Ihnen blieb nicht mehr allzu viel Zeit, was machten sie also jetzt mir den Leuten?
Die Ramielitin versuchte weiterhin ruhig zu bleiben, auch wenn es langsam aber sicher ermüdend wurde sich nebenher auch noch immerzu auf die "Innere Ruhe" zu konzentrieren.
*Mecael, was machen wir jetzt? Die Wasserweberin töten? Vielleicht könnten die beiden Gabrieliten das schaffen, aber Saranael sieht, soweit ich es beurteilen kann, nicht mehr allzu frisch aus. Und wie sollen wir die vielen Matrosen möglichst schnell von hier fortschaffen wenn das Schiff schon halb versunken ist? Mir gehen zu meiner schande langsam die Ideen aus...*

Lory
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Beitrag von Lory » 06.11.2006 - 19:13

Vicelin, der das Schicksal seines Sohnes wort- und tonlos mit angesehen hatte, weinte nun ebenso stumme Tränen.
Als er dann die Augen öffnete, sah man ihm an dass er einen Entschluss getroffen hatte.
Rutschend und schlitternd gelangte er zu Nariel.
"Horch, wissender Engel. Wenn ihr das Brandland erreicht habt, und die Öffnung vor euch liegt, denk an die Töne die du zuerst hörtest, als du deine Augen auf dieser Welt aufschlugst. Dann wirst du wissen, wie du das Hindernis überwinden kannst." sagte er, und tat das verbotene:
Er legte Nariel die Hand auf die Schulter und sah ihr fest in die Augen.
"Habt dank ihr Engel, für alles. Viel Glück und Gottes Beistand."
Ohne eine Antwort von der Ramielitin abzuwarten, stieß er sich zu der Reling ab und kletterte zur Kapitänskajüte, aus der nur kurze Zeit davor Finnyael herausgestürmt war. Dort öffnete er die Tür und schloß sie hinter sich.

Vicelin war nicht umsonst als Ehrenmann der ersten Stunde bekannt.
Drinnen nahm er eine Flasche guten Rum aus einem Schrank, setzte sich schräg auf den am Boden festgenagelten Stuhl und schank sich ein.
Die Siegesstern war sein Leben. Er hatte seinen Sohn verloren. Er würde mit seinem Schiff untergehen und an diesem verfluchten Ort gemeinsam mit seinem Sohn sein Grab finden.
Leise sprach er ein Gebet, während das Wasser vom Laderaum aus immer höher stieg.

Saranael
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Beitrag von Saranael » 07.11.2006 - 09:52

Mühsam flatterte Saranael zum Schiff zurück. Die Mahre war eine Anstrengung gewesen, über die auch die kleine Wunderpille nur mühsam hinwegtäuschen konnte. Alles andere als elegant ließ er sich neben der zweiten Mahre auf das Deck fallen, ließ wenigstens einen Moment lang einfach nur seine Flügel auf das Deck sinken. Noch ein solcher Flug. Nur, wo sollte er danach landen? Selbst ein Blinder hätte sehen können, dass das Schiff sank. Es würde sein Ende finden an diesem Ort, und wenn Saranael den Einen nicht sehr bald wiedersehen wollte, dann wurde es Zeit, einen anderen Weg zu finden.
*Mecael... Wir müssen hier weg.* Ein Hauch von Dringlichkeit hatte sich nun in die Stimme von Saranael geschlichen, ließ erahnen, wie wichtig es war, was er da gerade gesagt hatte. Langsam zog er seine Flügel an sich heran, stand vom Deck auf. Die Mahre würde warten müssen, bis das Schiff selbst sie ihrem Schicksal... servierte.

Mecael
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Beitrag von Mecael » 08.11.2006 - 11:23

...als hätte man ihm die Flügel ausgerissen...
Es gab nichts, was er tun konnte, um das Schicksal abzuwenden.
Völlige Leere, eine Lähmung seiner Glieder und seines Geistes überkamen ihn, als er mit ansah, wie das Schiff langsam unterging. Es zog seinen Sieg mit sich in die Tiefe. Unaufhaltsam.

Mecael wusste, es war Michaels stärkende Hand, die fast ohne sein Dazutun von seinem Körper Besitz ergriff und ihm sämtliche Emotionen entzog. Sein Verstand schärfte sich, verdrängte jedes Gefühl.
Der Goldene wusste ebenso, dass diese willentliche Verdrängung seiner Emotionen ihn womöglich nach Abklingen der Macht mit einer Sturmflut der Gefühle überrennen würde. Doch in diesem Moment war sein ungetrübter Verstand Gold wert.

Ohne Mühe wandte der Michaelit seine Augen ab von dem im Wasser wabernden roten Fleck, der einst der Kapitänssohn gewesen war, und spürte, wie sich die zerstörerische Macht seines Erzengels in seiner Handfläche aufbaute. Kalt, ohne Hass oder Verachtung, nur mit der kühlen Logik und dem Wissen, dass er die Traumsaat stoppen musste, schleuderte er eine Salve blitzezuckender, blauer Entladungen auf die Wasserweberin, die ihm einladend den Rücken entgegenstreckte und bald darauf gelähmt zurückblieb.

*Schar, das Schiff sinkt. Die Menschen sollen sich in die Rettungsboote begeben und rudern, was das Zeug hält. Hurundürel, wie nah ist das Festland? Wie nah das Brandland? Wir sind alle geschwächt und ich werde nur mit euch zum Brandland weiterfliegen, wenn die Anstrengung das Festland zu erreichen die übersteigt, das Brandland zu durchqueren. Wahrscheinlich wird eine Rückkehr zur Küste unvermeidlich sein. Wir brauchen Ruhe. Im Brandland würde uns weitere Traumsaat erwarten und ich setze die Schar nicht aufs Spiel.* Mecaels Stimme klang ungewohnt kühl in den Köpfen der Engel. Bar jeder Emotion, fast unheimlich.

Seine Schultern schmerzten unter der Anstrengung, als Mecael zurück zum Schiff flog, doch er ignorierte den Schmerz eisern, ebenso wie seinen völlig blutbesudelten Körper.
Vor ihm auf Deck liefen Menschen durcheinander, dazwischen machte er die geschwächten Gestalten seiner Schar aus. Er hätte geflucht und getobt in diesem Augenblick, doch seine Macht ließ nichts dergleichen zu.

Geschwächt und ein wenig unsicher landete der Michaelit auf der Reling des Schiffes, die inzwischen steil nach oben in den Himmel ragte, während der Mast sich stattdessen immer weiter der Wasseroberfläche entgegen neigte. Der Quermast versank bereits.
Mecaels Gesichtszüge verhärteten, als er sein Schwert fester in die Hand nahm und auf die dicken Taue, die eins der Rettungsboote dort an der Schiffswand hielten, einhieb. Mit einem unheimlichen Knarrzen gaben die Fasern nach und wenig später schlug das Boot mit einem lauten Platscher auf die Wasseroberfläche auf. Es schwankte und tanzte unter dem Aufprall, eins der Ruder hatte sich gelöst und eine kleine Pfütze Wasser im Rumpf des Kahns gesammelt, aber es schwamm.
„Hier! Runter mit euch!“ rief Mecael einer Handvoll ängstlicher Matrosen zu und wies sie an, über die Reling hinunter in die kleine Nussschale zu klettern, die womöglich ihre Rettung sein würde..

Hurundürel
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Beitrag von Hurundürel » 08.11.2006 - 13:03

Hurundürel war noch immer in der Luft und hielt sich über dem Schiff, als die Worte des goldenen Engels sie erreichten. *Mecael, die brauchen vielleicht ein halbe Stunde bis zum Brandland und danach vielleicht noch mal einer viertel Stunde bis Korsika, aber mehr als acht Stunden zügigen Fluges Richtung Festland. Die Seeleute werden ihrem Captain folgen, wenn sie nicht zufällig ein Schiff findet. Ihre Chancen sind gering.* Ihre Worte waren wie immer ohne jeder Reaktion, denn wenn sie sich den Tod der dort unten unweigerlich geschehen würde und auch schon war, dann würde sie ihre Ruhe verlieren und damit wahrscheinlich ebenfalls ihr Leben. *Wenn wir aufsteigen, dann kommen wir über den Sturm. Auf See steigen die Wolken nicht so weit auf. In 700 bis 1000 Metern sollte es nur noch ein wenig windig sein.

Lory
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Beitrag von Lory » 09.11.2006 - 13:12

Die Männer, die spätestens jetzt begriffen hatten dass es vorbei war, wechselten Blicke. Plötzlich wuden sie alle ganz ruhig, keiner rannte mehr umher, kletterte panisch irgendwohin oder schrie seine Kameraden an.
Am Bug öffneten zwei der Männer ein vertäutes Fass Pökelfleisch und ein anderer kramte aus einer verschlossenen Kiste seine Ziehharmonika.
Einer der Männer rutschte zu Mecael, verneigte sich kurz vor dem Michaeliten.
"Verzeih, Engel Michaels. Wir alle fahren seit vielen, vielen jahren mit Kapitän Vicelin zur See. Er hat seinen Sohn, und wir einen beliebten kameraden verloren. Vicelin wird mit seinem Schiff untergehen, und wir werden unserem Kapitän treu bleiben.
Unser Auftrag war, dafür zu Sorgen dass ihr nah genug ans Brandland kommt. Uns wurde auferlegt euch nicht zu behindern. Wir sorgen für uns selbst. Ihr müsst euch um euren Auftrag kümmern, wir kommen hier schon klar. Wir Seeleute regeln das auf unsere Art, und mit Gottes Beistand und vielleicht seinem Lächeln, wenn euere Mission nicht vergebens ist.
Lebt wohl, Engel. Es war uns eine Ehre euch behilflich gewesen zu sein."

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Beitrag von Saranael » 09.11.2006 - 16:09

Saranael sah auf, als Mecael andeutete, dass er zur Vernunft gekommen war. Langsam wanderte sein Blick über das Schiff, begannen seine Gedanken wieder, im Nebelmeer der Ruhe zu versinken. Bis Saranael auffiel, dass es plötzlich ruhiger wurde um ihn herum.
Es dauerte nur Sekunden, und Saranael stand neben Mecael. Stumm hörte er an, was der Mann zu sagen hatte, dann legte er seine rechte Hand auf seine Brust, genau über dem Herzen. Ein stummer Gruß an die Seeleute, komplettiert mit einem tiefen Nicken. Respekt verdienten diese Männer, die tagein, tagaus der Gefahr ins Auge geblickt hatten, fast so sehr, wie es auch die Engel taten. Respekt und Achtung, wie sie sich gehörten für einen Kämpfer. Ruhig, aber doch unüberhörbar erhob Saranael seine Stimme, ignorierte Mecael mit seiner Antwort völlig:
"Eure Taten mögen unvergessen bleiben bis in die Ewigkeit." Noch einmal nickte er dem Mann zu, sah dann erst Mecael an. Jegliche Emotion, die für einen Moment lang in seinem Gesicht erschienen sein mochte, war wieder verschwunden, hatte Platz gemacht für die Leere, die wie eingemeißelt zu Saranaels Blick zu gehören schien.

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Beitrag von Mecael » 11.11.2006 - 14:25

*Gut..* war zunächst das einzige, was die Schar von ihrem Führer als Antwort auf Hurundürels Einschätzungen zu hören bekam.

Wie versteinert stand der goldene Engel auf der Reling, das Schwert in der Hand gen Boden gesenkt, und starrte auf die Menschen.
Die Worte des Mannes und Saranaels Antwort waren dumpf an sein Ohr gedrungen. Sie hatten sich wie ein Dorn in seine Innereien gebohrt und irgendeine Emotion, vielleicht auch mehrere losgetreten, die die sanft in Mecael vibrierende Macht jedoch völlig unterdrückte.
Irgendetwas in seinem Verstand sagte ihm, dass sie noch losbrechen würden. Später, wenn er die Macht bewusst fallen lassen würde.
Der gleiche Verstand war es auch, der ihn davor bewahrte, es frühzeitig zu tun.

Er wollte gar nichts sagen und Saranaels Worte so wie sie waren stehen lassen, doch kalte Logik verlangten von ihm als Michaeliten eine Äußerung.

„Ihr seid Krieger im Angesicht Gottes. Mit Mut gesegnet, beherrscht und unbeugsam. Ihr trotzt dem Widersacher.
Michael wird euch stärken und empfangen.“

Der kühle Tonfall und die emotionslosen Augen verliehen den Worten einen Schliff des Übernatürlichen. Sie waren schmerzhaft unpersönlich, Mecael war das bewusst, doch er konnte sich nicht darum kümmern.

Stattdessen wandte er den Kopf, blickte stur hinüber zum Brandland, dessen wabernde Schwaden sich selbst durch den Sturm ausmachen ließen.

*Dort liegt unser Ziel. Die Siegesstern geht unter und wir werde aufbrechen und unsere Mission erfüllen. Im Namen des Herrn wirken wir, kämpfen wir und lassen unsere stoffliche Hülle, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
Auf, Engel des Herrn!*


Mit einem Satz stieß der Michaelit sich von der Reling ab, den Blick gen Ziel gerichtet und nicht mehr zurückblickend auf das untergehende Schiff. Seine Schar würde ihm folgen, müde, verletzt, aber nicht verzagt. Denn sie waren Engel, Streiter Gottes, und sie würden Sein Wort bis zuletzt verkünden.

Ein durch das viele Blut und den Kampf gebrochen weißer Körper blieb Mecael hoch über dem Schauplatz in der Luft stehen und wartete, dass seine Schargeschwister zu ihm aufschlossen. Ein goldener, warmer Faden in ihrem Geist würde sie stärken und ermutigen und zu ihm führen..
(Ross und Reiter)

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Beitrag von Saranael » 13.11.2006 - 16:23

Direkt hinter Mecael her erhob sich auch Saranael. Er hasste es, wenn Michaeliten versuchten, in seinem Kopf herum zu spielen. Er hasste es wirklich. Aber auch dieses Gefühl schwand, ließ Platz für die alles umfassende Leere, die Saranael nun wieder ausfüllte. Der Kampf war vorbei, und er hinterließ den unangenehmen Nachgeschmack des Verlustes.
Einen Moment lang wallten die Schmerzen in Saranael hoch, aber sie verschwanden, ließen Platz für die Leere. Wie auch die Dornen von Saranaels Haut schwanden, seine Haut wieder weicher und glatter wurde. Zumindest, wo sie noch intakt war. Eine breite, aber auch eine ganze Sammlung schmalerer Blutspuren verunzierten die Schwärze seines Kriegsrockes, gesellten sich zu dem unvermeidlichen Schmitz an seinen Füßen. Er würde noch einige Zeit fliegen können, so lange zumindest, wie die kleine Wunderpille ihm dabei half. An das Danach wollte er nicht denken. Wie er eigentlich an überhaupt nichts mehr denken wollte. Der Kampf war vorbei.

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Beitrag von Cutter » 13.11.2006 - 17:02

"SEID IHR BESCHEUERT?!" entfuhr es der Gabrielitin als die Matrosen erklärten, dass sie mit dem Schiff untergehen wollten.
In Finnyael schrie alles was sie für gut und fair erachtet hatte. Sie war eine Beschützerin der Menschen, welche nun freiwillig in den Tod gingen...für nichts und wieder nichts. Sie hatte versucht das Schiff zu retten. Die Menschen zu retten und wie dankten sie es ihr? Sie ließen sich ersäufen wie Ratten...
Finnyaels Hand ballt sie zitternd zur Faus und die Gabrielitin hätte am liebsten all ihre Wut hinaus geschrien und dann dieser Aufruf von Meceal.
Auf Engel des Herrn....Arschloch!
Als ob es hier irgendetwas zu zelebrieren galt um diesen ganzem Scheiß noch etwas Glorifizertes zu geben, damit auch ja viele Ramieliten nachher davon lesen konnten, wie glorreich diese Schlacht war und wie selbst aufopfernd die Menschen für die Engel in den Tod gegangen waren.
Quatsch mit Soße.....der ganze Auftrag stank nun zum Himmel und Finnyael hätte am liebsten jeden einzeln ob er wollte oder nicht in ein Rettungsboot gezerrt und grün und blau geschlagen bis auch der Letzte Ruhe gab.
"IHR SEID DUMME SCHAFE UND NICHTS WEITER!!! FÜR EUCH GIBT ES KEIN LEBEN NACH DEM TOD UND DAS WERFT IHR WEG, GENAUSO WIE UNSERE BEMÜHUNGEN EUCH ZU RETTEN!!! IHR SEID DUMM UND UNDANKBAR!!!" schrie die Gabrielitin noch ein letztes Mal ihre Wut heraus, ehe sie sich selbst von den Planken abstieß und scheinbar ihr gesamtes Gut ihrer Seele mit untergehen ließ.
Zuletzt geändert von Cutter am 14.11.2006 - 12:01, insgesamt 1-mal geändert.

Rain
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Beitrag von Rain » 13.11.2006 - 23:31

Nariel hielt ihr Herz weiterhin tief verschlossen, als sie Finnyael in Wut und Unglauben herumschreien hörte.
Die Berührung des Kapitäns hatte sie nicht gestört; vielmehr musste sie diesem mutigen, glaubensstarken und kirchentreuen Mann Respekt zollen, genauso wie seiner gesamten Besatzung.

Irgendwo tief im hintersten Winkel von Nariels Geist stach leise Protest in ihr Gehirn: Wie konnte sie als die Menschen liebender und beschützender Gottesbote so eine Aktion, die schon fast an ergebenen Selbstmord grenzte, zulassen?
Logik und Rationalität wischten diesen sich aufbäumenden Gedankenfetzen beiseite, als die Wissensbewarerin über Finnyaels durchgehendes Temperament nur müde den Kopf schütteln konnte. Die Besatzung der Siegesstern tat das einzig Mögliche, um, wie ihnen geboten, die Engel nicht zu behindern. Sie gaben ihr Leben, damit die Schar ihren Auftrag erfüllen konnte - gebührte diesen Männern, die sicher um Frauen und Kinder daheim wussten und trotzdem für Gott und Kirche sterben wollten, da nicht tiefer Respekt und Dankbarkeit?

Nariel seufzte entnervt; ein Ton, der tief aus ihrem Innersten heraus zu kommen schien.
'Sie sind groß im Geist, geben sich für uns auf... und sie tritt ihr Andenken jetzt schon mit Füßen, indem sie den Stolz, den Mut und die Ehre dieser Männer beschmutzt. Das letzte, was sie aufzubieten haben im Angesicht des fast sicheren Todes... . Ich werde Amriel bitten die Namen dieser wackeren Männer herauszufinden und ihrem Andenken sowie ihren Familien Ehren zukommen zu lassen.'

Trotz aller Ruhe fühlte sich die Wissensbewahrerin schwer wie ein Stein, als sie Mecael nur kurz nach dessen Aufruf hinauf in den Himmel folgte.
Es würde ein 'später' geben, wo selbst die ramielsgegebene Macht sie nicht vor der Erinnerung würde beschützen können... aber jetzt musste sie über das nachdenken, was der Kapitän ihr zugeraunt hatte, ehe er gegangen war.
'Das Erste, was ich hörte, als ich in dieser Welt ankam... meint er das Lied, das mich weckte? Und wenn ja, woher weiß er davon? Hm...'
In Nariels Kopf spulte sich, als wäre es gestern gewesen, die zarte Tonfolge sarielitischer Sangeskunst ab, welche sie in dieser finsteren Welt so warm willkommen geheißen hatte.
Plötzlich durchfuhr ein ziemlich abwegiger Gedanke die Ramielitin; brannte sich siedend heiß in ihren Verstand.
'Das ist Wahnsinn, aber... meinte er vielleicht die Rhythmen und Intervalle, nach denen das Lied aufgebaut war? Könnte der Rhythmus möglicherweise ein Schlüssel sein? Der Schlüssel zur Öffnung des Brandlandkorridors?'

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