Die Larve - Prolog

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Ciniel
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Beitrag von Ciniel » 12.03.2008 - 08:21

Mit einem kraftvollen Sprung, denn Körper schraubenförmig um die eigenen Achse drehend, katapultierte sich der Bewahrer der Wege in die Luft, um dann sogleich die ihm zugeordnete Position einzunehmen. Ein wenig wunderte er sich schon, weshalb er ganz hinten und am Rand fliegen musste, weil in seinem Heimathimmel hatten sie ihm eingebläut, dass er in einer Schar vorn zu Fliegen hatte. Nunja kein Grund für schlechte Laune! Hauptsache fliegen!

Gespannt folgte er den beiden ihm voranfliegenden Engeln und versuchte sich immer parallel zu Kentariel zu halten. Ein wenig wunderte sich der kleine Engel über die Richtungswahl der Michaelitin, denn so würden sie auf keinen Fall den direkten Weg nach Stuttgartia nehmen – aber er wollte nicht widersprechen, schließlich gab immer der vorausfliegende Engel die Richtung an. So hatte er es gelernt und er wollte nicht gleich zu Beginn als unerfahren auffallen.

Azunael
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Beitrag von Azunael » 12.03.2008 - 15:37

Die Michaelitin legte samt Schar einige Flügelschläge zurück bis sie sicher war, dass sie außer Sichtweite des Himmels waren. Hätte sie gewusst was in den Köpfen der anderen Engel vorgegangen war, so hätte sie herzlich gelacht.
Herzallerliebst, wirklich.
*So, das ist weit genug. Ciniel, bitte komm vor und führe uns - der Abflug war nur für die Augen neidischer Geschwister gedacht und dafür, die Menschen von unserer Geschlossenheit zu überzeugen. Niemand von uns kann so fliegen wie du, Bruder, was wir auch alle wissen und weswegen du wie gesagt jetzt deinen Platz ganz vorn einnehmen darfst. Du könntest zwar auch von deinem jetzigen Platz aus Fluganweisungen weitergeben, aber dann würdest du nicht mehr als Windbrecher fungieren können. Und bevor jemand fragt: Ich habe, wie man vielleicht gemerkt hat, so man um unser Ziel weiß nicht die gerigste Ahnung wo es hingeht, aber das muss ich auch nicht.*
Jetzt grinste die Michaelitin doch. Gut, dass außer ihr niemand in der Schar war, der sich mit Auftritten und anderem posierendem Geplänkel auseinandersetzen musste. Manchmal war sie in bisschen neidisch auf die Engel anderer Orden, die diese winzigen, Nerven kostenden Kämpfe nicht austragen mussten, aber was sollte das Hadern mit ihrer gottgegebenen Aufgabe?
*Miragiel, Eliel, bleibt wo ihr seid und Kentariel, positionier dich mittig hinter den beiden, sozusagen als schützendes Schlusslicht. Die alte Formation nehmen wir wieder ein, wenn wir kurz vor der Landung sind - wir wollen den Menschen, denen wir beistehen sollen, ja einen guten ersten Eindruck vermitteln.*

Froiel
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Beitrag von Froiel » 12.03.2008 - 15:44

Miragiels Start war überrascht elegant. Ihre gewaltigen Schwingen trugen sie auf dem Wind schnell dem Himmel entgegen.
Ein aus tiefster Seele kommendes Lächeln und glitzernden in den Augen zeigte einem aufmerksamen Beobachter, das sie das Gefühl genoss wieder im freien Himmel zu sein. Doch genauso fiel jedem Beobachter auf, das ihre Bewegungen elegant aber ohne große Kraft vollführt wurden. Niemals würde sie weite strecken an einem Stück ohne Hilfe fliegen können. Selbst solche die sonst normal für einen Engel waren, würden für sie schon fast ein Gang durch die Hölle.
Doch derzeit fand sie schnell ihren Platz in der Formation und folgte schmunzelt der Michaelitin. Auch als diese dem Urielten den Vortritt gewährte blieb das Lächeln, was sonst nur zu sehen war, wenn sie ein neues Buch oder eine interessante Textpassage gefunden hatte. Es wirkte ehrlich und natürlich.

Ciniel
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Beitrag von Ciniel » 13.03.2008 - 08:34

Verwundert schüttelte Ciniel den Kopf. Wieso wollte Azunael dann voraus fliegen, wenn sie keine Ahnung hatte, wo es lang ging. Vielleicht wollte sie ihm eine Chance geben, sich zu beweisen - und dass Urieliten voraus flogen, das wusste ja wohl jeder.

Durch ein elegantes Eindrehen glitt er zentral unter die Schar, die er mit einigen kräftigen Flügelschlägen überholte, um sich an der Spitze wieder einzusortieren. Er ließ den anderen Engeln kurz Zeit, ebenfalls ihre Flugformation einzunehmen und zog dann das Flugtempo an, schließlich wollten sie ja bald ankommen. Die Tatsache, dass andere Engel den Urieliten an Fluggeschwindigkeit und Ausdauer deutlich unterlegen waren, war ihm nicht bekannt und konnte somit auch nicht berücksichtigt werden.

Freudestahlend korrigierte er die Richtung nach Stuttgartia. Die Sonne im Rücken huschte die Landschaft, die rechts und links durch einige unregelmäßige Erhebungen gekennzeichnet war, unter ihnen durch, als auch schon in der Ferne weitere Erhebungen direkt voraus identifiziert werden konnten.

Azunael
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Beitrag von Azunael » 14.03.2008 - 21:47

Die Michaelitin befürwortete prinzipiell das Tempo, das Ciniel vorlegen wollte, konnte sich aber an den Fingern einer Hand abzählen dass es wohl nur der Urielit in diesem Tempo bis ganz nach Stuttgartia schaffen würde. Aus diesem Grund dauerte es nicht lang und der junge Bruder aus den Reihen des allsehenden Engels vernahm wieder die warme Stimme Azunaels in seinem Kopf:
*Ciniel, dein Eifer uns rasch ans Ziel zu bringen ist lobenswert, aber leider sind wir als Engel anderer Orden meist nicht so geschickt, schnell und ausdauernd im Fliegen wie ihr Wegbewahrer. Schlag deshalb bitte ein Tempo an bei dem auch der am wenigsten geübte Flieger unserer Schar noch mitkommt, ohne am Ziel einfach vom Himmel zu fallen. Vielleicht können wir dabei etwas von der Umgebung sehen, wenn Zeit bleibt? Immerhin sollen wir wohl eine längere Zeit in Stuttgartia weilen, was sagst du dazu?*, schloss die Michaelitin ihre Privatbotschaft an Ciniel ab und wartete, ob und wie der Signumsträger die Seele der Schar nun benutzen würde.

Ciniel
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Beitrag von Ciniel » 14.03.2008 - 22:18

Überrascht drehte Ciniel seinen Kopf nach hinten. Tatsächlich, er hatte schon einen ordentlichen Vorsprung herausgeflogen. Wie meinte Azunael das, als sie meinte, dass Engel anderer Orden meist nicht so geschickt, schnell und ausdauernd im Fliegen wie die Wegbewahrer wären. Verwirrt schüttelte er einen merkwürdigen Gedanken aus dem Kopf und fügte eine geistige Notitz an:

‘Später diesbezüglich Kentariel befragen‘

Er drosselte seinen Flug deutlich, so dass die zurückliegenden Engel wieder aufschließen konnten und nahm deren Fluggeschwindigkeit an.

Jetzt war es soweit – Nun kam er um nichts auf der Welt daran vorbei, die Seele der Schar einzusetzen. Das erste Mal überhaupt wohlgemerkt.

*Ich habe nicht gewusst, dass ihr nicht so schnell fliegen könnt.*
Gab er entschuldigend zu.

*Wenn wir also weiter so schnell fliegen wie jetzt brauchen wir, also mindestens doppelt so lang, als wie ich brauchen würde. Aber wir können ja kucken das stimmt!* Bestätigte der kleine Engel freudig. *Und wenn wir wollen, dann könnten wir noch zwischendurch anhalten. Also mir hat da mal jemand erzählt, dass man da vorne auf dem Berg Steine finden kann, die aussehen wie Schnecken und Fische!* Berichtete der Bewahrer der Wege übermotiviert, dem Anschein nach ein wenig der Furcht vor dem ‚Goldenen Engel‘ vergessend.

Die positive Antwort der Michaelitin bezüglich des Zwischenstopps erfreute Ciniel und bestätigte, dass die Seele der Schar von ihm aus ebenfalls funktionierte.

Schon zwei Stunden später hatten sie die ersten Ausläufer des Noricums neben sich liegen gelassen und flogen über die ersten Steigungen direkt vor Ihnen. Nachdem weit und breit niemand zu sehen war, teilte der Wegbewahrer seiner Michaelitin mit, dass ein Positionswechsel überflüssig wäre, leitete den Sinkflug ein und setzte zur Landung direkt neben einem kleinen Bach an.

„Kuckt mal kuckt mal!“ Quietschte der Urielit hocherfreut und angelte schon mit beiden Armen im kalten Wasser. „Tatsächlich! Wie eine Schnecke sieht der aus!“ gab er erquickt von sich und reckte zwei gewundene tropfende Steine in die Höhe.

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Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 17.03.2008 - 21:46

Kentariel benötigte keine Pause. Wegen der kurzen Strecke zu pausieren hielt er für unnötig, aber Stuttgartia würde kaum weglaufen.

Und so wie der junge Urielit sich freute war es wenigstens nicht ganz umsonst.

"Es gibt Traumsaat die ähnliche Gehäuse benutzt!" murmelte er, als er Ciniels Funde sah. "Aber die sind ganz schön" versicherte er schnell.

Froiel
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Beitrag von Froiel » 18.03.2008 - 14:58

Miragiel war anzusehen, dass ihr die Pause nicht ganz ungelegen kam. Auch wenn ihre Atmung noch sehr ruhig war, glänzte ein feiner Schweißfilm auf ihrer Stirn.
Trotzdem setzte sie ohne jedes Problem auf, bemühte sich vergebens einige Augenblicke ihre Haare zu glätten. Als der Urielt dann vorsichtig die versteinerten "Schnecken" hochhob, schmunzelte die Wortbewahrerin, ging langsam auf ihn und den Gabrielten zu.
"Die Traumsaat scheint sich oft genug an uns bekannten Wesen und Objekten anzulehnen und diese dann oft nur in kleinen Dingen zu pervertieren."
Murmelte sie nach den Worten des kämpfenden Engels.
Blickte aber ebenfalls interessiert auf die kleine Fundstücke, hob selbst eines auf.
"Ja, "
Es wirkte kurzzeitig so, als würde sie etwas hinterher sagen wollen, doch sie blieb mit leicht geöffnetem Mund, den Blick auf dem steinernen Tier geheftet stehen, die Gedanken schweiften weit ab.

Eliel
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Beitrag von Eliel » 18.03.2008 - 17:36

Eliel war froh über die kleine Pause. Sie hatte in den letzten Jahren nicht viele gelegenheiten gehabt ausdauernd fliegen zu üben.
Die Steine waren in der tat sehr hübsch, und das sie keine wirkliche eile hatten kam ihr entgegen. Einen langen flug hätte sie wahrscheinlich nicht geschafft.
Auch wenn sie sich so vorkam als wäre sie die einzige der es etwas ausmachte.
Schweigend beobachtete sie die anderen, oder blickte auf die Landschaft.

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Beitrag von Azunael » 19.03.2008 - 19:16

Die Michaelitin sagte nicht weiter, sondern sah sich erst einmal ebenfalls um. Wie still es hier war! Nur das Plätschern des kleinen Baches anbei und das Rascheln aneinanderreibender Federn im Schwingengewand der Himmelsboten untermalte das bergige Idyll, in welches Ciniel sie geführt hatte. Den anderen Engeln schein es hier auch zu gefallen - zumindest behauptete niemand etwas Gegenteiliges.
*Es war eine gute Idee hier eine kleine Rast zu machen, Bruder*, wandte sich die Goldene deshalb lobend an ihren Urieliten, während sie ihrerseits eine kleine Ausgabe der hier auffindbaren Ammoniten vom Boden klaubte. Das von Azunael gefundene Fossil war nur noch zur Hälfte vorhanden und schimmerte im Innenteil leicht rötlich, als die Stimme des Herrn es vom Schmutz befreite.
Hübsch, wirklich... .
"Wir rasten kurz, etwa fünfzehn Minuten, und fliegen im Anschluss ohne Unterbrechung bis nach Stuttgaria", verkündete die, die war wie Gott und machte es sich dann auf einem größeren Gesteinsbrocken bequem, der aus der Erde ragte wie die Daumenkuppe eines unter der Erde schlafenden Geröllriesen.

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Beitrag von Ciniel » 19.03.2008 - 22:26

Ciniel legte seinen Kopf schief.

"... Traumsaat... hm..."

Er schnipste mit den Fingern und ließ seine Fundstücke in einem seiner unzähligen Lederbeutel gleiten. "Ich find sie jedenfalls hübsch!"

Der Urielit strahlte über das Lob der Michaeliten und blickte sie schief von der Seite an, während er ihr verbal und nicht über die Seele der Schar antwortete. "Ja es ist auch nicht mehr weit, ich dachte, dann können wir alle nochmal kucken ob wir auch gut aussehen. Weil ich muss ja noch meine Haare schön machen, weil ja die Menschen sonst denken 'Huch wie sehen die denn aus' und weil wir ja himmlische Sendboten sind und dann muss man sich ja hübsch herrichten, weil wir ja sonst nicht so gut aussehen..." plapperte er munter vor sich her, während er seine Haare löste und eine Bürste herauskramte. "Wir müssen nämlich immer vorbildlich aussehen..." bemerkte er nickend, als ob er eine Vorschrift aus einem Regelbuch zitierte, während er seine Haare zähmte.

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Beitrag von Kentariel » 20.03.2008 - 08:51

"Ich dachte wir wären hier für eine Pause und nicht für ne Schönheitskur." murmelte er und setzte sich auf einen Baumstamm um die Füße ins Wasser zu hängen.

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Beitrag von Froiel » 20.03.2008 - 12:03

Miragiel setzt sich einfach, ohne groß nachzudenken, abenfalls auf einen Stien. Ihre Gedanken scheinen bei den versteinerten Wesen zu sein, die hier soviel vorhanden sind.
Vorsichtig und deutlich gebüten Bewegungen beginnt sie Kohlestift und Papier hervor zuholen und zeichnet dann, sehr leise summent, das Tier ab.

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