Wertvolle Technologie [Gålels Schar] Teil I

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Quiescel
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Beitrag von Quiescel » 24.10.2002 - 13:29

Ein erschrockener Ausdruck war auf Quiescels Gesicht getreten, als Carniel sie angesprochen hatte. Er hatte ihre Blicke bemerkt! Doch als sie allmählich den Eindruck gewann, dass er ihr nicht böse war, trat ein verlegenes Lächeln auf ihre Züge. Und sie wurde puterrot. Was sie selbst auch merkte. Sie legte die Hände auf ihre Wangen und sah Carniel entschuldigend an. Dann wurde sie von Heljariel auf ihr Anliegen angesprochen. Sie nahm die Hände wieder herunter und lächelte den Raphaeliten dankbar an, bevor sie begann, geschäftig an ihrer Umhängetasche herumzuhantieren.

Die anderen liefen auf Equestriels Vorschlag hin schon in Richtung der Kammern los, und Quiescel stapfte hinterdrein, während sie mehrere kleine Gegenstände aus ihrer Tasche hervorzauberte. Sie drehte sich im Gehen in Richtung Carniel um, stellte zu spät fest, dass er irgendwie versonnen aussah, und hatte ihm schon einen etwa handgroßen Gegenstand in die Hand gedrückt, bevor sie sich selbst davon abhalten konnte. Was Carniel in den Händen hielt, war ein Angelitisches Flügelkreuz. Es bestand aus einem filigranen Gerüst aus kleinen, jungen Zweigen, die in die richtige Form zusammengeflochten worden waren, und überzogen mit echten Federn. Den schwarzen Schwungfedern einer Schwalbe. Sogar die Schwanzfedern einer Schwalbe waren am Fuß des so entstandenen, stilisierten Engels angebracht, der auch die Farbe von Carniels Orden trug.

Als der Gabrielit ihr sein Gesicht zuwandte, lächelte Quiescel verlegen und erklärte sich mit leiser Stimme. "Ich habe vor zwei Tagen eine tote Schwalbe im Wald gefunden, und da kam mir die Idee für ein Geschenk für den Gabrieliten, den ich treffen würde. Also für dich. Ich wollte euch allen etwas schenken, weil ich mir dachte... vielleicht freut es euch ja." Sie blickte kurz verlegen auf ihre Hände herunter, bevor sie weitersprach. "Weißt du, was Schwalben den ganzen Tag tun? Man sieht so viel von ihnen, wenn man zu Fuß unterwegs ist, weißt du? Sie tanzen so schön und geschwindt über den Himmel, und ihr Flug sieht so spielerisch aus. Sie jagen Insekten, hast du das gewusst? Und es fällt ihnen so leicht, und sie sind so schön dabei." Während sie von den Schwalben erzählte, fiel alle Nervosität von ihr ab, und fröhliche Begeisterung stand in den glänzenden Augen der jungen Urielitin. "Und genau so soll es auch bei dir sein. Der Herr soll auch deinen Flug so geschwindt und geschickt machen wie den der Schwalben, so dass auch du mit spielerischer Leichtigkeit die Kreaturen des Herrn der Fliegen verfolgen und vernichten kannst. Ich wollte..." Quiescel suchte nach Worten. Würde der Gabrielit sich beleidigt fühlen, wenn sie ihm unterstellte, die guten Wünsche eines unerfahrenen Engels zu brauchen? Doch sie zwang sich, es auszusprechen, wenn auch mit gesenktem Blick. "Ich wollte, dass er dir Glück bringt und dich beschützt."

Mit raschen Schritten entfernte Quiescel sich von dem Gabrieliten, um die anderen einzuholen. Als sie bei Henjariel, dem Raphaeliten, der sie noch immer freundlich ansah, ankam, lächelte sie freudig und holte eine kleine Phiole, nicht größer als ein kleiner Finger, aus ihrer Tasche. Sie war mit einem Wachspropfen verschlossen und enthielt eine milchige Flüssigkeit. Sie gab Henjariel das Fläschchen in die Hand, mit den Worten: "Vor einigen Wochen habe ich im Wald eine Schlange gefangen. In einem Kloster meines Ordens habe ich mir erklären lassen, dass sie eine Natter ist, und dass ihr Gift nicht nur schaden, sondern auch heilen kann, wenn man ganz wenig davon nimmt. Es löst Krämpfe." Sie biss sich verlegen auf die Unterlippe, bevor sie fortfuhr. "Ich habe Geschichten darüber gehört, dass die Raphaeliten mit ihren Händen manchmal nicht nur heilen, sondern auch verletzen. Und da ich nicht wusste, wen ich hier antreffe... nun, wie du es damit hältst, weiß ich ja eigentlich immer noch nicht... aber dennoch, ich wollte sowohl einem Heiler als auch einem Kämpfer eures Ordens ein Geschenk machen können, das beiden dienen kann. Also habe ich die Schlange gemolken. Ich kenne mich damit ja nicht so aus, aber... ich hoffe, es gefällt dir trotzdem."

Agariel war ganz in der Nähe. Mit einigen raschen Schritten schloss Quiescel zu ihm auf und gab ihm ein Bündel großer, bereits zum Schreiben zugeschnittener Federkiele in die Hand. Insgesamt waren es sieben, und sie stammten alle von verschiedenen Vögeln. Quiescel hatte sie fächerförmig aufgebreitet, und Agariel konnte sehen, dass die unterschiedlichen Farbtöne der Federn so aufeinander abgestimmt waren, dass sie fließend vom milchigen Beige der Gans ins sanfte Grau des Reihers übergingen. "Das ist für dich. Ich selbst beherrsche die Kunst der Ramieliten natürlich nicht, aber ich habe sie auf meinem Weg hierher einem Monachen gegeben, der sie richtig für dich zugeschnitten hat. Er meinte, er habe ihnen auch unterschiedliche Breiten gegeben, für unterschiedliche Schriftarten und Bänder und Zeichnungen, hat er gesagt. Ich hoffe, sie gefallen dir und du kannst mit ihnen etwas anfangen. Und hoffentlich freust du dich. Ich meine, immerhin gehören wir jetzt ja... irgendwie zusammen." Sie lächelte dem Ramieliten, der sie mit seinen graublauen Augen eindringlich ansah, unsicher zu, und wieder stieg der Urielitin ein Hauch von Rot auf die gebräunten Wangen.

Equestriel war auch ganz nahe. Quiescel löste sich von Agariel und drehte sich zu der Michaelitin hin. Sie sieht so erhaben aus. Mit ein wenig zitternden Händen holte die Urielitin einen dunklen, erstarrten Tropfen aus ihrer Tragetasche hervor. Sie fuhr mit ihren Fingern über die glatte Oberfläche des Steins, bevor sie ihm der Michaelitin hinhielt. "Vor einiger Zeit war ich im Wald unterwegs, und ich habe diesen Stein gefunden, wie er aus einem Baum geboren wurde. Er kommt aus einem Baum! Ist das nicht ein Wunder?" Sie sah versonnen auf den Stein hinab, der in ihrer Hand ein dunkles Braun hatte. "Und schau!" Die Urielitin hielt den Stein hoch, in das Licht, das von einem der Fenster in den Gang hineinfiel. Das Licht brach sich in dem Stein, und er blitzte golden auf. Er wurde durchsichtig, und in ihm konnte man winzige Luftblasen sehen. An den Rändern war das warme Goldgelb besonders stark und strahlend. "Er ist wunderschön, nicht?" Quiescel gab der Michaelitin den Bernstein. "Er ist so schön wie die, die sind wie Gott, und strahlen, wenn das Licht Seiner Sonne sie berührt. Ich musste gleich an den Michaeliten denken, den ich hier treffen würde, als ich den Stein gesehen habe. Denn auch ihr strahlt in der Sonne wie im himmlischen Licht, und auch ihr seid erleuchtet von Seiner Schönheit. Ich hoffe, er gefällt dir."

Quiescel machte eine leichte Verbeugung und ging schließlich auf Nathaniel zu. Der Urielit lächelte sie an! Ein freudiges Strahlen trat in Quiescels dunkle Augen, als sie neben ihren Bruder zutrat. Sie freute sich sehr darauf, Nathaniel sein Geschenk zu überreichen, wie es nur Urieliten untereinander taten, die sich sehr nahestanden. Und das würden sie, denn sie waren, so ungewöhnlich dies auch sein mochte, nun Bruder und Schwester in ein und derselben Schar. Diesmal blieb Quiescels Tasche verschlossen. Statt dessen führte sie ihre Hand zu ihrem Köcher. Sie strahlte Nathaniel an, als sie ihn ansprach. "Nathaniel, ich bin froh, dass ich bei euch sein kann. Ich habe mich erst darüber gewundert, dass noch ein Urielit hier ist, aber dann habe ich mich gefreut. Du trägst schon das Sigil, und ich kann bestimmt noch sehr viel von dir lernen. Und zusammen fliegen, darauf freue ich mich auch schon so sehr." Sie strahlte, als sie einen Pfeil aus ihrem Köcher zog. Er war mattweiß, geschnitzt aus einem einzigen Stück, so lang wie das Stück von den Fingerspitzen bis zum Ellenbogen, wie die eigentlichen Pfeile der Urieliten, und ebenso glatt und fehlerlos. Er war grau gefiedert, und auf seiner gesamten Länge waren rankenartige, kunstvolle Schnitzereien zu sehen, die so filigran waren, dass kein Handwerker, der nicht die Allsehenden Augen eines Urieliten besaß, sie hätte fertigen können. Auf der scharfen, beinahe im Licht glänzenden Spitze war das Bild zweier zum Sturzflug angelegter Flügel zu sehen, wie die eines Adlers, der auf seine Beute herabstößt. Quiescel übergab den Pfeil freudig lächelnd an ihren Ordensbruder, so dass er sich selbst davon überzeugen konnte, dass er ebenso gut ausgewogen und damit abschussfertig war wie seine eigenen Pfeile.

"Ich würde mich freuen, wenn du die Pfeile mit mir tauschen würdest. Diesen hier habe ich selbst gemacht; es ist einer meiner allerschönsten. Deine Pfeile sollen immer unfehlbar und sicher ins Ziel treffen, solange du wie ich hier auf Gottes schöner Erde bist. Möge dieser Pfeil dir einen deiner schönsten Treffer bringen, und dir beistehen, wenn alles von dir und deinem Bogen abhängt."

Lächelnd löste sie ihre Hand von dem weißen Pfeil und beobachtete Nathaniel, wie er den Pfeil begutachtete. Freude und Zufriedenheit darüber, geschenkt zu haben, standen auf ihrem jungen Gesicht.

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Beitrag von Nathaniel(2) » 24.10.2002 - 13:54

Nathaniel verbeugte sich knapp, den wundervollen Pfeil in beiden Händen haltend. er lächelte. Nun, es war ja doch alles geklärt. Sie war nicht hier um ihn zu demütigen, sondern um von ihm zu lernen. Er war stolz und glücklich und sah sie dankbar an. "Danke" er liess sich einen Augenblick Zeit. Dann biss er sich auf die Unterlippe. "ich...ich habe keinen Urieliten erwartet...Ich..."er fingerte schüchtern und etwas beschämt an einem seiner Pfeile rum, die aus seinem Köcher hingen. Sie waren makellos, gut ausgewogen und stabil, aber schlicht. Sie waren hellgrün, wie die saftigen Wiesen wenn das Auge gottes einmal die Wolkendecke durchbrechen konnte. Es war seine Lieblingsfarbe. er liebte es, einen der seltenen Sonnigen Tage mit nichts anderem zu verbringen als über die Wunderbare Schöpfung Gottes zu schweben und den Duft und die Farben zu geniessen. Die Federn waren weiss. "Und ich würde es nie hinbekommen soviel Fleiss aufzubringen um ein Kunstwerk wie dieses zu schaffen" er hob den Pfeil an. "Doch, nimm einen von meinen Pfeilen, ich habe sie sorgfältig gemacht, und es kommt von Herzen." Sagte er, steckte Quiscels Pfeil in den Köcher und suchte einige Momente lang, bis er den schönsten und am besten ausgewogensten gefunden hatte. Dann hielt er ihn ihr hin.

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Beitrag von Nathaniel(2) » 24.10.2002 - 15:38

Nathaniel blickte einmal kurz zu Heljariel, dann wieder zu Quisecel und lächelte einmal mehr gequält, dann blickte er zu Carniel, und zu seinem Glück sah er gerade nicht zu ihm. Warum war ihm das wichtig? Nathaniel wusste es nicht, doch es erleichterte ihn. " Nun ja," Pause. "Ich war...leicht irritiert weil...weil..." er sah noch einmal kurz zu Carniel herüber "Weil ich keine zweite Urielitin erwartet habe und dass habe..." er schien nach den richtigen Worten zu suchen, zuckte dann aber nur mit den Schultern. "Ist nicht so wichtig, aber jetzt ist es geklärt!" dann schien ihn plötzlich etwas an der Wand wahnsinnig zu interessieren...

Heljariel
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Beitrag von Heljariel » 24.10.2002 - 16:06

Verblüfft betrachtete Heljariel das Geschenk Quiescel's in seiner Hand. Bevor er sich bedanken konnte war sie schon weitergegangen, anscheinend hatte sie für jeden geschenke mitgebracht. Er war gerührt und blickte lächelnd auf die Thiole.
Gerade gab Quiescel Nathaniel ein Geschenk, sie tauschten ihre Pfeile aus. Schließlich beantwortete Nathaniel Heljariels Frage...Sofort wurde Heljariel klar was Nathaniel gedacht hatte: dass er nicht gut genug sei, um allein als Urielit zu fungieren. Er wandte sich Nathaniel zu, dem das anscheinend sehr peinlich war und sprach leise genug damit nur Nathaniel es hörte: "Du und Quiescel werdet ein gutes Gespannt abgeben. Und Quiescel ist doch wirklich niemand, der jemandem was böses will. Ich finde sie sehr süß, und denke wir werden viel Spaß mit ihrere niedlichen Art haben." Er grinste. "Entschuldige mich kurz Nathaniel, ich will mich bei Quiescel bedanken."
Heljariel ging paar Schritte vor zu Quiescel, die sich diskret abgewandt hatte und nun den Gang entlang hüpfte. Er musste wieder lächeln, und doch wurde ihm schwer ums Herz, wenn er daran dachte, was er jetzt tuen wollte. Er sprach sie an: "Quiescel? Ich wollte mich bedanken für das Geschenk. Es ist wirklich lieb, dass du daran gedacht hast uns etwas mitzubringen. Und ich möchte dir auch etwas geben. Mir ist klar geworden, dass du die Richtige dafür bist. Ich muß etwas weit ausholen...Vor einiger Zeit hatte ich einen sehr guten Freund. Er war der beste und einzige Freund den ich je hatte. Eines Tages gab er mir ein Geschenk. Er sagte, ich solle es so lange tragen, wie ich es für richtig halte, aber nicht für immer. Denn das Geschenk sollte einen Zwecj erfüllen, es sollte mich schützen, solange bis ich dazu fähig bin mich selber zu schützen. Als ich in diese Schar kam, war mir klar, dass dieser Augenblick gekommen ist, aber ich wollte mich noch nicht davon trennen." Ein schmerzlicher Ausdruck trat in seine Augen, und er glitt mit der Hand zu seinem Hals und hielt die Kette fest. So fest, dass seine Knöchel hervortraten. "Dann habe ich dich gesehen. Du bist genauso, wie mein Freund es gewesen war...er war auch ein Urielit, fröhlich und aufgeweckt, so dass jeder ihn gern haben musste. Er ist... er ist eines Tages verschwunden. Vermutlich im Brandland umgekommen." Heljariels Augen schimmerten. Mit einer ärgerlichen Bewegung strich er sich über die Augen und riss die Kette vom Hals. Es war eine silberne Kette mit einem Anhänger in Form einer Feder, in der zahlreiche feine, verschlungene Linien eingraviert waren, einem nicht zu erkennendem Muster folgend. Sie schien kurz aufzuleuchten, als Heljariel sie sich vom Hals riss, aber vielleicht war das auch nur Einbildung. "Ich möchte diese Kette dir schenken, Quiescel, wenn du sie denn haben möchtest. Sie soll dich beschützen...solange, wie du es für richtig hälst. Behalte sie nicht für ewig. Denn sobald du sie nicht mehr brauchst, wird sie dir auch nicht mehr nutzen. Ich glaube, mein Freund wäre einverstanden damit, dass ich sie dir gebe. Ich hoffe...Ich hoffe, sie wird dich schützen, bei allem, was uns erwarten wird. Pass auf dich auf, Kleines." Mit diesen Worten nahm er die Kette und legte sie Quiescel um den Hals.

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Beitrag von Carniel » 24.10.2002 - 16:25

Carniel schaute ein wenig verdutzt auf den Talisman den er in den Händen hielt. Merkwürdig er hatte dieser kleinen Figur schon die Bedeutung eines Talismans eingeräumt. Der Gabrielit wusste schon was das ist, aber eigentlich lehnte er so etwas ab. Entweder man war in der Lage etwas zu tun oder man war es nicht, da half auch kein ominöser Gegenstand außer natürlich es ist wirklich ein Gottesrelikt.
Carniel drehte das Kunstwerk mit spitzen Fingern und betrachtete es von allen Seiten. Es wirkte irgendwie verloren in seiner Hand, wo es doch gerade noch so bedeutend groß für die junge Urielitin gewesen war. Ein leichtes Lächeln zeigte sich trotzdem als er die Arbeit betrachtete. Er hatte keine Ahnung von Kunst oder was Kunst eigentlich ausmachte, aber ihm Gefiel die Arbeit auch wenn er noch nicht so recht verstand wofür er sie eigentlich bekommen hatte. Er hatte sich noch nicht bewährt oder sich so etwas verdient. Carniel zuckte mit den schultern, denn er war sich sicher das er es sich verdienen würde so ein urielitisches Kunstwerk zu tragen.
Tatsächlich war Carniel beschäftigt damit zu überlegen wo er das Geschenk aufbewahren konnte und hatte keinen Blick für etwas anderes. Etwas grüblerisch rümpfte Carniel die Nase als er eine geeignete Stelle suchte um das Geschenk sicher zu verstauen.
Der Gabrielit war praktisch veranlagt und band vorsichtig eine dünne Lederschnur um einen kleinen Teil und befestigte das andere Ende der Lederschnur an seiner Kleidung. Zufrieden nickend zog er einmal an der Lederschnur und vergewisserte sich das sie gut an seiner Kleidung festgebunden war. Dann verstaute er den stilisierten Engel in einer Falte seiner Tracht, wo er ihm dank der Schnurr nicht herausfallen würde.
Kurz überlegte er ob er mit einem schnellen Schritt zu der Urielitin aufschließen sollte, sah aber dass sie beschäftigt war. Es war noch genug Zeit sich zu bedanken und Carniel war immer noch bemüht sich auf die Mission zu fixieren, was alle anderen Gefühle bei dem Kämpfer verdrängte. Er hatte Zeit. Er war unsterblich, zumindest wenn er nicht als Käferfutter endete, so dachte er zumindest.

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Beitrag von Quiescel » 24.10.2002 - 16:28

Quiescel war so gerührt, dass es einen Moment lang so aussah, als würden Tränen in ihre strahlenden Augen steigen. Nacheinander sah sie noch einmal Nathaniels Pfeil, dann die wunderschöne Kette um ihren Hals an, um dann wieder von Nathaniel zu Heljariel und wieder zurück zu blicken.

"Oh, ich danke euch. Ich will so gerne euer Freund sein. Ich bin gerade so glücklich, dass ich es aus dem Fenster schreien könnte." Das Glitzern in ihren Augen deutete darauf hin, dass sie es wahrscheinlich wirklich getan hätte, wenn sie nicht Nathaniels Pfeil in Händen halten würde.

"Also, das hier wird dafür sorgen, dass ich alles treffe..." Quiescel hielt, den Blick zu Nathaniel gewandt, den Pfeil noch einmal hoch und versenkte ihn in ihrem Köcher, "... und das hier wird dafür sorgen, dass mich nichts trifft." Sie umfasste die warme Federkette mit einer Hand und lächelte Heljariel zu. Doch dann wurde ihr Blick traurig, und das Lächeln verschwand. "Das mit deinem besten Freund, das... das tut mir so leid."

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Beitrag von Heljariel » 24.10.2002 - 16:35

Heljariel senkte den Blick und antwortete mit rauher Stimme: "Ist schon okay. Es ist schön, dass Nathaniel und ich dir eine Freude machen konnten." Er brachte ein Lächeln zustande und zwinkerte Nathaniel zu. "Wir wollen doch nicht, dass unserer Kleinen hier etwas passiert." Er grinste.

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Beitrag von Quiescel » 24.10.2002 - 16:52

Zuerst sah Quiescel ein wenig verstört aus. Aber als sie begriff, dass der so schelmisch aussehende Raphaelit sie mit seinen letzten Worten nicht beleidigen wollte, lächelte sie wieder freudig, während sie den anderen noch immer hinterherliefen. Dieser Gang ist wirklich ganz schön lang.

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Beitrag von Equestriel » 24.10.2002 - 18:02

Equestriel nahm den Stein an und lächelte Quiescel dankbar an...wie aufmerksam von ihr, dass sie jedem etwas mitgebracht hatte. Ungewöhnlich, aber von ausgesprochener Wirkung.
Sie ging weiter, den Stein zwischen ihren Fingern drehend und im Lauf immer wieder betrachtend. Aus den Augenwinkeln sah sie, dass auch die anderen ihre Geschenke von Quiescel entgegen nahmen und scheinbar erste Gespräche begannen.
Der Gang war ihr noch nie derart lang vorgekommen, doch endlich hatten sie die Kammern erreicht und Equestriel öffnete die Tür einer der leeren Kammern und bedeutete den anderen, ihr hinein zu folgen.
Der Raum war sehr karg, aber auch sehr geräumig und bot jedem der Schar ausreichend Platz und fast auch Rückzugsmöglichkeiten. Sie verlor einige Worte dazu, dann erneuerte sie ihr Angebot, sich noch näher kennenzulernen oder sich zurückzuziehen.
Carniel schien förmlich darauf gewartet zu haben und fast demonstrativ zog er sich in eine der Ecken zurück.
Die anderen schienen es nicht so eilig zu haben und gerade Heljariel, Nathaniel und Quiescel schienen recht leicht Zugang zueinander zu bekommen. Sie fühlte sich ein wenig in ihrer Mitte verloren und beteiligte sich praktisch kaum an den Gesprächen, was die anderen nicht weiter zu stören schien. Nur Agariel schien sich ebenfalls nicht besonders schnell anschließen zu wollen oder zu können, aber vielleicht war er auch einfach nur müde?
Müde....jetzt, wo sie darüber nachdachte, fühlte sie sich ein wenig ausgelaugt, nicht wirklich nennenswert, aber sie hielt es doch für besser, möglichst ausgeruht am nächsten Mittag aufzubrechen und sie ahnte schon, dass es eine Weile dauern würde, bis sie die Ruhe gefunden hatte für die Meditation.
Sie wünschte den anderen eine angenehme Ruhe und zog sich dann ebenfalls zurück. Sie ließ offen, ob die anderen es ihr gleichtun wollten, doch gab sie auch zu verstehen, dass es ihr lieber wäre.
Equestriel zog sich in eine Nische zurück, hockte sich hin und kreuzte die Flügel. Dann verstaute sie das Geschenk Quiescel´s sorgfältig in ihrer kleinen Gürteltasche und bereitete sich zur Meditation vor. Morgen um diese Zeit würden sie schon sonstwo sein, auf sich gestellt.

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Beitrag von Agariel » 24.10.2002 - 18:46

Agariel betrachtete die Federn, die ihm Quiescel geschenkt hatte. Es waren wundervolle Federn die, wie sie gesagt hatte, für unterschiedliche Schriftarten, Bänder und Zeichnungen zugeschnitten waren. Er freute sich schon darauf, alle sieben Federn zu verwenden.
Als alle in der Kammer waren und Carniel sich bereits in einer der Ecken zurückgezogen hatte, ging Agariel zielstrebig zu der Urielitin Quiescel um sich für diese besonderen Federn zu bedanken. "Ich danke dir für diese ausgezeichneten Federn. Mit ihnen werde ich noch besser schreiben können als je zuvor." sagte er. Nachdem er dies zu der Urielitin sagte, wandte er sich ab und umhüllte die Federn sorgsam in ein Tuch. Agariel verstaute die Feder ebenso sorgfältig, denn er wollte sie nicht beschädigen. Er ging zum Kamin und schaute, in Gedanken versunken, den tanzenden Flammen zu wie sie knistern.

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Beitrag von Quiescel » 24.10.2002 - 22:11

Quiescel war glücklich darüber, dass alle sich so über ihre Geschenke gefreut hatten und nett zueinander waren. Auch wenn sie es schade fand, dass Equestriel, Carniel und Agariel sich so rasch zurückgezogen hatten. Sie selbst war noch ein wenig zu aufgeregt, um sich gleich der Meditation zu widmen. Auch vor Freude darüber, dass Carniel ihr Geschenk angenommen hatte und es sogar bei sich trug. Nun ja, wenn die anderen nun auch schlafengingen, würde sie vielleicht noch bis vor die Stadt hinausfliegen und sich dort, in der schönen Landschaft direkt vor Roma, noch ein wenig umsehen. Zu Fuß, versteht sich.

"Also, wenn ihr jetzt alle meditieren wollt... ich möchte euch wirklich nicht stören, aber ich glaube, ich muss erst noch ein paar Runden drehen, bevor ich die nötige Konzentration finde." Die Urielitin lächelte Equestriel verlegen an, die sich bereits in die Ruheposition gegeben hatte. Sie sah Heljariel und Nathaniel, die noch bei ihr standen, freundlich an. "Ich hätte auch wirklich nichts dagegen, wenn jemand mitkommen möchte."

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Beitrag von Heljariel » 24.10.2002 - 22:36

Heljariel dachte über Quiescels Vorschlag nach...Eigentlich würde er jetzt gerne meditieren. Aber als er Quiescel betrachtete, wie aufgeregt sie war, musste er lachen. Sie schaute ihn verdattert an, und er beruhigte sie mit einem Lächeln: "Entschuldige, ich habe dich nicht ausgelacht. Gerne komm ich mit. Ich habe nur gelacht, weil du so niedlich bist." Er grinste sie schelmisch an und hoffte sie würde es ihm nicht übel nehmen. Quiescel wurde ihm immer vertrauter, wie eine Schwester. Ja natürlich, das war sie. Alle Engel waren Brüder. Aber eben wie eine kleine Schwester, auf die man aufpassen musste. Er blickte fragend zu Nathaniel: "Hast du auch noch Lust, eben nach draußen zu gehen?"

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Beitrag von Nathaniel(2) » 25.10.2002 - 10:02

Nathaniel nickte höflich. Obwohl das Gespräch mit dem Ab kutz gewesen war, und er gerade zuvor in einem durchgehenden Flug aus Mont salvage angekommen war, und er eigentlich schon eine gewisse Müdigkeit fühlt wollte er mitkommen. Eher sterbe ich, als dass ich Quiescel alleine mit Heljariel rausgehen lasse! Ich lasse nicht zu, dass er...dass er....ja, was eigentlich? Egal, ich werde sie beeindrucken mit meiner Art zu fliegen...ja, dass wird ihr gefallen...

Nathaniel wunderte sich über seine eigentümlichen Gedanken und legte seine Tasche auf seinen Meditationsplatz. dann drehte er sich um, bereit Quiescel zu folgen.

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