Ein seltsames Grab und ein Feuerball [Gålels Schar] Teil II

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Quiescel
Verena
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Beitrag von Quiescel » 27.02.2003 - 12:55

Das Leuchten, das in Nathaniels Augen lag, als er sich Quiescel näherte, hatte Quiescels Tränen versiegen lassen. Staunend hatte sie ihn angesehen und nichts unternommen, um zu verhindern, dass er ihr nahe kam. Die Augen des Urieliten hatten sie eine Nähe, eine Wärme spüren lassen, die sie noch niemals erfahren hatte. Es fühlte sich an, als würde etwas in ihrem Inneren aufbrechen. Es kribbelte und wärmte zugleich, und ihr war, als hätte sie etwas wiedergefunden, was sie lange Zeit vergessen hatte. Etwas, was bis jetzt in ihr geschlummert hatte. Es fühlte sich wunderbar an. Was ist das? Ist das... Gott?

Doch plötzlich erlosch das Leuchten in Nathaniels Augen und wich... Angst. Leid. Und plötzlich schoß auch in Quiescels Kopf der Gedanke an das Verbotene, an die Sünde, die es war, wenn zwei Engel sich... ja, was eigentlich? Berührten? Sich ansahen? Sich fühlten, als würde Gott sie aus den Augen des anderen ansehen? War das Sünde?

Natürlich ist es Sünde! Gott verbietet es!!

Als Nathaniel sich von ihr abwandte und mit leiderfüllter Stimme zu ihr sprach, begannen die Tränen, die für den langen Moment versiegt waren, in dem sie diesen wundervollen Ausdruck in Nathaniels Augen gesehen hatte, wieder nach vorn zu drängen. Quiescel schluchzte leise und bedeckte Mund und Nase mit ihren Händen, während sie einige Schritte zurückwich und sich letztendlich vollends aufrichtete. Sie konnte Nathaniel jetzt einfach nicht antworten. Die Angst und der Zweifel, der sich ihrer durch die Erinnerung an die Gesetze der Angelitischen Kirche bemächtigt hatte, schien ihre Gedanken zu lähmen.

Plötzlich zerriß Equestriels Stimme den Nebel in Quiescels Kopf. Wie ein Ertrinkender, der in einer aufgewühlten See treibt, die erste Hand ergreift, die ihm gereicht wird, klammerte sich Quiescel an die klare Aufforderung der Michaelitin und entzog sich so dieser Situation, die ihr solchen Schmerz bereitete.

Blitzschnell, als wäre sie auf der Flucht, erhob sich Quiescel in die Luft und ließ Nathaniel und das Felsplateau hinter sich. Sie schluchzte, während der Flugwind die Tränen über ihre Wangen trieb. Sie versuchte, die Tränen aus ihren Augenwinkeln und ihrem Gesicht zu wischen, so gut es nur ging, doch mit Sicherheit würde sie keinem verbergen können, daß sie geweint hatte. Doch worüber genau, das würde ihr Geheimnis bleiben.

Die Urielitin, die von Carniels Sturz gar nichts mitbekommen hatte, landete wortlos neben Equestriel, auch wenn ihre geröteten Augen Bände sprachen. Der Qualm, der aus dem Loch heraufzog, löste Beklemmungen in ihr aus. Feuer... Dennoch sah sie der Michaelitin in Erwartung eines weiteren Befehls in die Augen. Quiescel schniefte und mußte sich die Nase mit dem Ärmel ihres Gewandes abwischen.

Nathaniel(2)
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Beitrag von Nathaniel(2) » 27.02.2003 - 13:30

Nathaniel stand an dem felsplateau und starrte in die Welt hinaus. vor einiger Zeit war Quiescel geflogen...wortlos...nun stand er immer noch hier. Alleine. Equestriels aufforderung war ihm egal, sein Auftrag war ihm egal...es war alles so...unwichtig....unwichtig gegenüber seinem Schmerz, gegenüber dem leid, dass er nun durchmachen musste. Tränen rannen über sein schönes, und doch schmerzverzerrtes Gesicht. Ein stummer beweis seiner Trauer. Er stand nun schon viele Minuten dort, seid Quiescel gegangen war...oder...geflohen...

Sein Blick senkte sich dem Boden entgegen. Es war tief. Das Felsplateau ragte ein wenig in die Luft hinaus. Ein schritt und alles ist vorbei. Der Kampf...das Leiden...die Trauer...ein schritt...kein Flügelschlag...und ich wäre im Schosse des Herrn....oder nicht? nein...NEIN !!! Er schrie es in den Himmel, doch der Wind riss ihm die Worte von den Lippen und trug sie in die ferne, wo sie ungehört verhallten. Feigling sagte etwas boshaftes hinter seiner Stirn. feigling...feigling...

Nathaniel schüttelte den Kopf als letztes zeichen seines protestes, dann übermannte es ihn, und er liess sich zu Boden fallen, sein Beine über den Plateaurand baumelnd, und...schluchzte...

leise...

alleine...

Carniel
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Beitrag von Carniel » 27.02.2003 - 14:50

Ein leises Stöhnen drang aus Carniels Mund. Er öffnete den Augen einen Spalt breit und stellte erstaunt fest dass der Nebel in seinem Kopf irgendwie auch in die normale Welt gekommen war. Merkwürdig…
Ein trockenes Husten schüttelte seinen Körper und sandte sengenden Schmerz seine Wirbelsäule hinauf. Die meisten wären daraufhin wahrscheinlich in Panik verfallen da sich die meisten Wesen gerade an der Wirbelsäule und im Nacken besonders empfindlich und verletzlich fühlten. Nicht so Carniel, denn er wusste nur zu gut das da wo schmerzen waren auch immer die Möglichkeit bestand das er fühlte und lebte.
Er brauchte einige Sekunden um den Raphaeliten vor sich zu fixieren. „Es geht schon… wohl eine Rückenprellung…“ Presste der Gabrielit hervor und richtete sich langsam auf. Unter derbsten Flüchen und Beschimpfungen wider dem Herr der Fliegen Tat er das, was den meisten anderen Engel wohl die Röte ins Gesicht getrieben hätte.
Wie das zog und brannte. Als wenn man ihm die Wirbel einzeln ausgerenkt hätte. In letzter Zeit hatte er aber auch ein Pech. Schnaubend drehte er den Rücken zu Heljariel.
Das konnte unmöglich alles mit dem Versagen bei seiner Mission zusammenhängen. So grausam war Gott doch sicherlich nicht und so nachtragend. Er tat doch wirklich alles um sich zu besser und hatte alle ketzerischen tapfer bekämpft. Und das war also das Resultat. Ganz toll..

Jerathel
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Beitrag von Jerathel » 27.02.2003 - 15:13

Jerathel sah wie Quiescel an der Seite der Michaelitin landete.
Der Anblick zog ihn für ein paar Momente in seinen Bann.
Es sah aus als hätte sie geweint, dabei war dem Kloster doch nichts passiert.
Oder war dem Engel der noch fehlte etwas zugestoßen ?
So oder so...... ob es einen Grund gab oder nicht, es war seltsam, fast ........ erschreckend. Bei Menschen hatte er es schon manches mal gesehen, aber das war etwas anderes gewesen.
Ruckartig wand er sich ab.
Das war nichts das er sehen wollte.
Wortlos breitete Jerathel seine Flügel aus und stieg über das Loch um sich, so vorsichtig er konnte, herabsinken zu lassen.

Quiescel
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Beitrag von Quiescel » 28.02.2003 - 12:26

Wo kam denn auf einmal dieser neue Gabrielit her? Quiescel warf ihm aus geröteten Augen einen kurzen Blick zu, bevor er in das rauchende Loch hinabstieg. Im Vergleich zu den anderen Todesengeln, die sie bis jetzt gesehen hatte, wirkte er so klein... die gab es also offensichtlich auch in jünger! Und mit weniger dichtem Muster auf der Haut!

Quiescels Aufmerksamkeit galt jedoch noch immer Equestriel.

Heljariel
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Beitrag von Heljariel » 28.02.2003 - 14:10

Vorsichtig berührte Heljariel Carniel wortlos an der Schulter, als Zeichen dafür, dass er sich umdrehen solle. Prüfend blickte er ihm in die Augen. Carniel schien noch benommen zu sein, seine Augen waren noch gläsern und getrübt...aber schön...

Carniel
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Beitrag von Carniel » 28.02.2003 - 15:04

Leise vor sich hin murrend wandte Carniel sich um.
Seine Fröhlichkeit war wie weggeblasen und das hadern mit sich selbst ebenfalls. Langsam glaube der Gabrielit tatsächlich sein Herr hatte ihn verlassen.

"Beeil dich hier stinkt es ungemein und es muss ja nicht gleich jeder erfahren das ich Probleme habe einfach in der Gegend rumzustehen."

Ließ er patzig verlauten. carniel hob etwas die Flügel an damit man seinen Rücken überhaupt erreichen konnten. Natürlich schossen gleich wieder Wellen der Argonie durch seinen jungen Körper, aber nicht mehr als ein Zähneknirschen war zu hören. Gottes Streiter jammerten nicht, Gottes Streiter kennen keinen Schmerz und sterben auch nicht.
Die Dogmen die Carniel schon fast überwunden hatte rasten vom Schmerz getrieben immer wieder durch seinen Kopf und setzten sich dort fest.

An ihm würde es nicht liegen, sicher nicht!

Erst als er sich etwas beruhigt hatte nachdem der Rphaelit sich um seinen Rücken kümmerte schenkte er seiner Umgebung überhaupt Aufmerksamkeit. Blinzelnd schaute er den Gang hinunter der sich vor ihm auftat. Ein Gang... was machte denn bitte hier ein Gang...

"ähm... wenn wir du fertig bist, sollten wir vielleicht mal Equestriel bescheid sagen. sowas sieht man schließlich nicht alle Tage."

Equestriel
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Beitrag von Equestriel » 01.03.2003 - 08:33

"Langsam mache ich mir Sorgen.", ließ Equestriel die übrigen wissen. "Nach wie vor hat mir keiner von beiden geantwortet, das ist kein gutes Zeichen. - Sicherheitshalber könntet ihr euch ein wenig beeilen und mir berichten. Quiescel, du bleibst bei mir, ja? Wo ist Nathaniel hin? Ich hatte euch beide gerufen..."

Sie sah Quiescel an, aber keine Strenge zierte ihr Gesicht, sondern einfach nur Verständnislosigkeit zur gegebenen Situation und - ja, vielleicht auch ein Hauch von Angst.

Agariel
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Beitrag von Agariel » 01.03.2003 - 16:57

Agariel sah die Michaelitin an und "Sehr wohl, Equestriel", mit diesen Worten sprang Agariel mit einen leichten Satz von der Mauer und schwebte auf den Boden um seine Aufgabe zu erfüllen.
Agariel machte sich zwar auch etwas Sorgen um die beiden verschwundenen Engel, aber ihnen wird schon nichts geschehen sein, immerhin können Engel nicht sterben.
Er ging zu der Menschenmenge um seine Fragen zu stellen. "Ich werde zuerst mit dem Abt sprechen, danach werde ich den Rest des Klosters ansprechen.", dachte sich Agariel.
"Abt, könnt ihr mir schildern was geschehen ist und ob ihr was gesehen habt?"

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Beitrag von Heljariel » 01.03.2003 - 17:27

Mit ein paar raschen Bewegungen betäubte er Carniels geprellte Stelle und trug eine Salbe auf. Dies würde zumindest vorerst genügen um aus diesem Loch herauszukommen.

Das sollte reichen, überanstreng dich trotzdem nicht. Marathon-fliegen wirst du vorerst streichen müssen.

Mit diesen Worten ging er einen Schritt zur Seite und blickte hinauf. Der Himmel war nur schummerig unter den Rauchschwaden zu erkennen.

Du hast Recht. Equestriel und die andern werden sich Sorgen machen, wir sollten schnell wieder hinauf. Dieser seltsame Gang ist mir vorhin nicht aufgefallen...

Nathaniel(2)
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Beitrag von Nathaniel(2) » 01.03.2003 - 18:06

Nathaniel setzte sich ruckartig auf. Plötzlich war sein Kummer verflogen und wich...Panik. Er hatte einen direkten Befehl seiner Michaelitin missachtet. Was sollten nur die anderen von ihm denken!?! Er stand auf und sah sich ein wenig hilfesuchend um. Oh. Gott, wenn die anderen was vermuteten, von seiner Sünde...wieviel schlimmer würde das alles noch werden...

er bediente sich wasser aus dem Stein um einen kleinen Wasserlauf keine Handvoll Flugminuten entfernt, zu finden, in dem er sich hastig aber äusserst gründlich das Gesicht wusch, um die verräterische Rötung zu entfernen, und nahm dann Anlauf um sich in die Lüfte zu erheben. Noch während er richtung Kloster segelte, verfluchte er die Welt, welche sich gegen ihn verschworen hatte, sich selbst für seine Torheit und seine Unvollkommenheit...unreinheit. was war er für ein Engel? wie konnte er zulassen, dass die fleischliche Sünde ihn versuchte? Wieder taumelte Nathaniel in einen Strudel aus verzweifelung, Ohnmacht und Wut. Er schlug sich im Flug die Hände vor scham vor dem Gesicht zusammen und stöhnte. Sein Flugstil erinnerte deswegen auf den letzten metern bis zum Kloster auch eher dem eines betrunkenen Albatroses denn dem eines Urieliten.

das letzte was er dachte, bevor er die Richtung änderte, um bei der Gruppe von Engeln am Loch zu landen, war das etwas ganz und gar nicht mit ihm in Ordnung war...ganz und gar nicht

Yiel
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Beitrag von Yiel » 01.03.2003 - 23:48

"Flieg hinauf Heljariel. Trotz deiner Behandlung würde ich ungern mich hochquälen nur um dann zu erfaheren das Gottes Wege usn hier unten weiterführen werden.
Und der Flugwettbewerb findet erst später wieer statt... ich verliere soetwas nicht."

Die Stimme des Gabrieliten hatte schon einen gewissen Bass für sein Alter und sein Tonfall war ausnehmend ernst und nicht scherzhaft.
Außerdem musste er kein Michaelit sein um zu folgern das hier unten etwas nicht stimmte. Ein bekanntes Gefühl das ihm dennoch einen Schauer den Rücken herunterlaufen ließ breitete sich aus.
Sein Kopf samt den feuerroten Haaren, die so der im Kontrast zu seinen ruhigen blauen Augen zu stehen schienen, ruckt nach oben und machte eine Geste zu dem Rapaheliten.
Carniel mochte es nicht andere Arbeit machen zu lassen, er war Perfektionist, aber dieser Raphaelit schien nun wirklich fähig genug...

Heljariel
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Beitrag von Heljariel » 02.03.2003 - 00:11

Abschätzend, aber keinesfalls verächtlich, blickte Heljariel Carniel an.

Ich weiß deine Perfektion durchaus zu würdigen Carniel. Anscheinend hat dich die Prise Humor in meinen Worten so sehr verwirrt, dass du dich genötigt fühlst, deine Perfektion unter Beweis zu stellen.
Ich fliege hoch. Warte hier.


Mit einem kräftigen Flügelschlag schwang sich Heljariel in die Luft, darauf bedacht, nirgendwo anzuecken. Es war garnicht so leicht in senkrechter Linie hochzufliegen, ebenso hatte er den Hinflug kürzer in Erinnerung als den Rückflug, wobei dies wohl eine Täuschung aufgrund der Anstrengung war.
Dennoch kam er dem Himmel immer näher, und schließlich auch dem Rand des Lochs.
Erschöpft landete er.

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