Ein finsteres Grab [Luthiels Schar] Teil I

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Andriel
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Beitrag von Andriel » 11.01.2005 - 09:24

Andriel sah den dreien hinterher, wie sie langsam in die Halle vordrangen.
"Und was mache ich?", sprach er mehr zu sich selbst und fühlte sich einmal mehr klein und nutzlos. Normalerweise sagte man ihm ja wenigstens, dass er zurück bleiben sollte. Er spürte wie die Tränen ihm in die Augen traten.
Verzweifelt blickte er noch einmal den Gang hinunter, den sie gekommen waren. Dort hinter der Biegung des Ganges war noch immer der Schein des zweiten Leuchtstabes zu erkennen, doch wie es schien würde es noch eine ganze Weile dauern, bis Luthiel und die übrigen hier ankamen. Vermutlich sicherten sie die vorsintflutlichen Artefakte.
Der Blick des kleinen Raphaeliten wanderte wieder durch die Tür, Kentariel war kaum noch zu erkennen. Der Lichtstrahl des Gebeugten riss immer wieder Fetzen der riesigen Spinnenweben aus der Dunkelheit, doch blieb weit mehr des Raumes in Dunkelheit gehüllt und ließ Platz für Spekulationen und aufkeimende Angst.
Noch einmal blickte er den Gang hinunter, dann fasste er sich ein Herz: Entschlossen wischte er sich mit dem Ärmel seines Kriegsrockes über die Augen, kontrollierte noch einmal den Sitz seiner Tasche, dann setzte er den Fuß in den großen Raum.

Ihm fiel es etwas leichter einen Weg zu finden als den größeren Engeln, zudem heilten seine Kratzer sofort wieder. Mehr als Nathaniel und den Gabrieliten hatte er aber mit der Angst zu kämpfen. Die drei hatten sicherlich zehn Meter Vorsprung und so drang der Lichtschein kaum bis zu ihm heran.
Dennoch wollte er nicht allein zurück blieben - schon gar nicht wenn er sich vorstellte, was für Tiere diese Spinnweben gesponnen hatten. So eilte er sich zu den übrigen aufzuschließen.
Als er sie dann wieder erreicht hatte, hingen Unmengen an silbrig schimmernden Spinnweben in seinem Haar und Gesicht.
Da die Flügel der anderen ihm die Sicht versperrten, konnte er seine Neugier nicht mehr länger zügeln. Zudem tat es gut wenigstens die eigene Stimme zu hören.
"Was ist denn da vorne?"
Lauter als gedacht hallten seine Worte von den in der Finsternis verborgenen Wänden wieder...

Ibn
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Beitrag von Ibn » 11.01.2005 - 10:00

"Kentariel! Wart mal!", versuchte Nathaniel zu flüstern, doch seine Stimme hallte lauter in dieser Dunkelheit wieder, als ihm lieb war. Seine Blicke wanderten von den Spinnweben zu den Gestallten und wieder zurück. Ihm schwante etwas übles. Er blickte sich etwas nervös um und versuchte anderen Geräuschen neben dem atmendem Ding da vorne und seinen Gefährten zu hören.

Und er hörte was! Schritte! Nathaniel warf hektisch einen Blick nach hinten in die Finsternis. Als er Andriels Gestallt, die gerade auf sie zukam, dann endlich erkennen konnte, atmete er erleichert auf. Der Gebeugte leuchtete auch kurz mit dem Lichtstab in Andriels Richtung um zu sehen, was sich dort auf sie zubewegt.

Nathaniel stupste den Gebeugten an, um seine Aufmerksamkeit zu bekommen und machte ihm mit Gesten zu verstehen genau in Richtung der Gestalten zu leuchten.

"Was ist den da vorne?"
Nathaniel blieb fast das Herz stehen, als die Frage des Raphaeliten laut durch die Dunkelheit hallte! Mit einem düsterem Blick und einer Handbewegung, bedeutete er Andriel zu schweigen.
Dann wandte er sich wieder zu Kentariel und flüsterte dem Gabrieliten leise ins Ohr. "Dort vorne. Drei Silhouetten! Eine davon Atmet. Sie sind mannshoch.", Nathaniel deutete kurz auf die Spinnweben, "Ich will es fast gar nicht sagen... aber... es sieht aus... als wenn dort drei Menschen... aehm... eingesponnen worden sind. Du weisst doch.... Spinnen... sie verpacken ihre Opfer um sie später zu fressen..." Nathaniel versuchte den Klos, der ihm gerade im Hals steckte, herunterzuschlucken. "Aber... eine Spinne, die Menschen einspinnen kann... also... die muss wirklich gross sein!"

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 11.01.2005 - 11:07

Kentariel benötigte keine zweite Aufforderung um sein Schwert entflammen zu lassen.
Um seine Scharbrüder nicht zu gefährden trat er noch einen Schritt vor, auch um die vermeintliche Traumsaat, die hier sicher irgendwo lauerte, sehen zu können.
Sie musste sie gehört haben und irgendwo darauf warten, dass sie näher kamen.

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Beitrag von Erzählerin » 11.01.2005 - 17:35

Andriel spürte, wie etwas warmes, weiches von oben auf seine Schulter klatschte und seinen linken Arm hinunterrann ... Es klebte. Es klebte so stark, dass der Stoff seines Ärmels mit dem seines übrigen Gewandes förmlich verschmolz.

Nathaniel konnte das leise Klatschen hören - und im Licht des aufflammenden Schwertes die langen, schwarzen Beine erkennen, die als scharf umrissene Schatten auf den langen Spinnwebteppichen zu sehen waren ... und sich in Richtung Andriel ausstreckten. Sie kamen aus Richtung Decke - und ihr Schatten war gigantisch groß.

Kentariel sah, wie die Spinnweben in der Nähe seines Flammenschwerts sofort lichterloh in Flammen aufgingen. Heiße Asche rieselte auf seine Arme, auf seine Flügel und in sein Gesicht, während die Feuerlinie sich in dem dünnen Gewebe nach oben fraß. Für ihn kein Problem ... aber was war mit den Schwingen der anderen?

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Beitrag von Erzählerin » 11.01.2005 - 17:39

Arkana-Karten:
Andriel: Das 11. Arkanum: der Templer Aufrechte Bedeutung: Pflicht
(Gute Gesinnung, Gleichgewicht, Neuorientierung, Wahrheit, Klarheit, Vereinfachung, Ordnung, Authentizität, Sichtbarmachung, Durchschauen von Täuschungen und Trugbildern, Harmonie)

Kentariel: Das 10. Arkanum: Das Schicksal
Aufrechte Bedeutung: Glück
(Gelegenheit, Durchbruch, Wohlstand, Überfluß, Ausdehnung, Flexibilität)

Nathaniel: Das 11. Arkanum: Der Templer
Umgekehrte Bedeutung: Verrat
(Ungerechtigkeit, Vorurteile, Ungleichheit, Voreingenommenheit)
Zuletzt geändert von Erzählerin am 11.01.2005 - 17:53, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Erzählerin » 11.01.2005 - 17:53

Der Gebeugte gab einen erstickten Laut von sich. Seine Sandalen schrammten über den Beton, als er hastig zurückwich. Man konnte hören, wie er über einen Brocken Geröll stolperte. Seine Lampe fiel und rollte über den Boden. Der Lichtkegel des Sonnenstabs glitt von den schattenhaften Beinen des Ungeheuers an der Decke ab und rollte mit dem Gerät, das ihn erzeugte, zur Seite weg.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 11.01.2005 - 18:16

Wenn auch nur irgendwann mal EINER auf ihren hören würde!

"Bring ihn hier weg!" mehr rief er Nathaniel nicht zu. Der Urielit würde schon wissen wen.
Andriel bekam im nächsten Augenblick einen Schubbs der kräftig genug war um ihn gleich einige Meter zurück in die Richtung zu werfen, woher er gekommen war. Und er konnte von Glück reden, dass der Gabrielit nicht allzufest mit seinem Flügel zugestoßen hatte.
Die Spinne, die eben noch nach Andriel hatte greifen wollen war noch nah genug, dass der Gabrielit ihr mit einem Sprung nachsetzen konnte. Er spürte wie sein Schwert auf etwas hartes traf und es mit einem ekligen Zischen durchtrennte.
'Nur eines von ACHT Beinen!', erinnerte sich der Gabrielit.

Der Gebeugte war Kentariel für den Moment egal.

Kentariel starrte hasserfüllt auf das Monstrumm von Spinne, dass soeben versuchte aus den breits brennenden Fäden zu klettern um sich ziemlich sicher anschließend auf ihn zu stürzen.
Bald würde hier drin alles lichterloh brennen.
*Luthiel, Traumsaat!* war so ziemlich alles, was die anderen Scharmitglieder über die Seele der Schar zu hören bekamen, ehe sie das Brennen von Feuer selbst vernehmen konnten.

Ibn
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Beitrag von Ibn » 12.01.2005 - 19:16

'Ich hab sehr wohl verstanden, wen du meinst!', dachte sich Nathaniel, während er sich einige Schritt zurück zog und mit seinem Bogen auf die Stelle schoss, wo sich der riesige Spinnenleib befinden musste.
'Doch wie sollte er die eingesponnene Person wegbringen?' Ein weiter Pfeil verlies die Sehne des Bogens.
'Das war schliesslich ein ausgewachsener Mann und er kein Gabrielit, der vielleicht mit so einer Last fertig würde.' Ein weiterer Pfeil schoss Richtung Ziel ohne das Nathaniel genau wusste ob er nun traf oder nicht.
'Ausserdem stand da noch eine gigantische Spinne zwischen ihm und dem Ausgang. Wenn doch Janel jetzt noch bei ihnen wäre.' *Luthiel! Beeilt euch!*

Erst jetzt merkte Nathaniel, dass in der ganzen Aufregung einer seiner Flügel Feuer gefangen hatte.
'Verdammt. Auch das noch!' Er lies davon ab, weiter auf die Traumsaat zu schiessen und beeilte sich zu dem Coccon zu kommen. Dann klopfte er die Flammen aus, die durch die Eile noch weiter angefacht wurden und machte sich dann mit einem kleinen Messer daran, die Person zu befreien, die sich hinter dieser weißen Masse verbarg.

*Luthiel! Hilfe wäre wirklich angebracht!* 'Hoffentlich beeilen sie sich! Alleine bekomm ich den hier nicht raus!'

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Beitrag von Knobi » 21.01.2005 - 17:35

*'Wir sind auf dem Weg! Versucht durchzuhalten!'*
Luthiels Stimme, obgleich nur im Geiste der Engel, schien die Halle zu durchfluten. Kurze Zeit später waren viel schnelle Schritte zu hören und ein schwacher Lichtkegel war am Eingang der Halle zu erkennen, der hin und her hüpfte.
Als Luthiel mit den anderen den Raum betrat, sah sie ihre Engel im Schein des brennenden Schwertes. Das Feuer arbeitete sich langsam an den Spinnweben entlang und ließ überall leuchtende Asche hinabregnen, die wie Sterne auf den Boden fielen und dort erlischten. Ein zischendes Geräusch machte sie auf die gewaltige Spinne aufmerksam.
"Wir sind hier.", rief Luthiel laut zu den anderen herüber.
Zuletzt geändert von Knobi am 27.01.2005 - 16:18, insgesamt 1-mal geändert.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 26.01.2005 - 11:55

Kentariel hatte alle Hände voll zu tun und konnte nicht antworten. Er hätte es versucht, aber er hatte Luthiel nicht einmal gehört.
Zur Zeit hoffte er nur, dass Janel irgendwo dort hinten war um Nathaniel zu helfen. Wenn nicht, würde der Urielit bald keine Möglichkeit mehr haben aus der bereits zur Hälfte brennenden Höhle, Tunnel oder wo immer sie waren herauszukommen.

Das Spinnenviech hatte sich nur für einen Moment zurückgezogen, aber er hatte es verletzt, es würde nur um so wütender erneut angreifen. Und er konnte nur darauf warten, bis sich das Ding erneut von der Decke herabließ.

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Beitrag von Andriel » 27.01.2005 - 16:11

Irgendetwas glitschig-zähes tropfte auf seine Schulter und lief den Arm hinab.
Vor lauter Panik versteifte sich Andriel. Jeder seiner Muskeln verkrampfte sich. Unfähig zu handeln, ja, unfähig zu denken stand er direkt unter dem Spinnenmonstrum.
Dann versetzte ihm jemand einen kräftigen Schlag und er taumelte seines Gleichgewichtes beraubt rückwärts.
Mit beiden Armen und Flügeln kam er rudernd zum Stehen. Wenige Schritte vor ihm focht Kentariel mit brennendem Schwert gegen die Riesenspinne - oder vielmehr gegen eines ihrer Beine. Die Kreatur war riesig. Selbst von seiner jetzigen Position fiel es ihm schwer sie als ganzes ins Auge zu fassen.
Der Gabrielit wirkte so winzig dagegen. Kentariel würde niemals allein dieses Kampf gewinnen!
Andriels Hand zuckte in Richtung seines Messers. Doch auf halbem Weg hielt er inne.

Nein! Das ist nicht meine Aufgabe! Ich wäre ihm allenfalls im Weg...

Tatsächlich hatte er sich bei dem Versuch die Balance wieder zu erlangen das klebrige Sekret über den linken Arm und den Flügel verteilt. An einen Kampf war so nicht mehr zu denken.

Dann entdeckte er Luthiel und die übrigen, die gerade in die Höhle strömten.
Eilig zog er sich dorthin zurück - sorgsam darauf bedacht den Gegner nicht aus den Augen zu lassen.

*Luthiel, es ist eine riesige Spinne! Kentariel wird Hilfe brauchen. Und Nathaniel sicher auch. Da, da ist ein Kokon oder so etwas...ich weiß auch nicht. Aber allein kann er ihn nicht tragen...*
Um seine Worte zu unterstreichen deutete der Raphaelit mit der freien Rechten in die Höhle, die mittlerweile in dunkles Rot getaucht war und in der sich glühende Spuren in alle Ecken ausbreiteten, wo das Spinnennetz Feuer fing.

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Beitrag von Ibn » 08.02.2005 - 11:53

Nathaniel hatte gerade ein weiters Stück des Kokons weggeschnitten, als plötzlich weitere Teile wegbrachen und Nathaniel fast von dem Mann aus dem inneren der weißen Masse begraben wurde. Nur mit grosser Kraftanstrengung gelang es ihm sich selbst auf den Beinen zu halten und die ausgemergelte Gestallt auf den Boden zu legen.

"Ich könnte etwas Hilfe gebrauchen", brüllte der Urielit, den Mann langsam über den Boden zerrend, in Raum. Ein Blick über die Schulter verriet ihm, dass Kentariel mit der Spinnentraumsaat beschäftigt war und, dass der halbe Raum schon in Flammen stand. Wenn nicht bald etwas geschähe, dann würde er nur noch als Kohlebrikett hier rauskommen.

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Beitrag von Erzählerin » 12.02.2005 - 14:37

Die Traumsaatbestie fauchte wütend, als sich das Opfer, das sie mit ihrer Klebeflüssigkeit getroffen hatte, plötzlich zurückzog - und das lästige Wesen, das ihm so große Schmerzen zugefügt hatte, sich in den Weg stellte. Ihrer Mandibeln öffneten sich zu einem wütenden Kreischen in Richtung der Flammen, die sich immer weiter über die schwebenden Spinnwebschleier ausbreiteten.

Grünlich-schwarzes Traumsaatblut spritzte aus dem abgeschlagenen Beinstumpf als schleimiger Bogen durch die Luft, als die Spinne sich überraschend schnell herumwarf, Die dicken Weben, an denen sie hing, knarzten deutlich unter ihrem Gewicht. Ein behaartes, an den Gelenken mit handgroßen Widerhaken besetztes Bein sauste deutlich hörbar durch die Luft und auf Kentariel zu. Es war so dick wie ein Baumstamm.

Die Person, die Nathaniel in die Arme gefallen war, unterschied sich kaum von einem Toten, doch der Urielit hörte ihn selbst über das Knistern und Rauschen des Feuers hinweg leise atmen. Es war ein Mann, der ein kuttenartiges Gewand trug, aber mehr konnte Nathaniel wegen der zahlreichen Spinnfäden, die noch immer überall um den Leib des Mannes klebten, bisher nicht erkennen.

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