Finsternis ~ Teil II ~ Hoffnung ist größer als das Meer

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Rain
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Beitrag von Rain » 05.11.2004 - 22:46

Während die Engel in der Behausung des Dorfvorstehers verweilten rissen die Wolken, die sich schon seit dem Morgen über das Land gelegt hatten stellenweise auf und gaben den Blick auf einen satt orange - roten Himmel frei. Es wurde spät...

Die Sonne ging langsam unter, als plötzlich Schritte hinter der Tür laut wurden und Peters Weib zurückkehrte.
Sie hatte einen schlacksigen jungen Mann bei sich, dessen hellbraunes Haar wirr vom Kopf abstand und in dem immer noch vereinzelte Halme Stroh hingen, auch wenn er sich ständig mit den Fingern durch die Haare fuhr. Ab und ab strich sich der Junge behutsam tastend über die rechte Wange, die im Vergleich zum Rest seines Gesichts etwas mehr rot zu sein schien. Offenbar war er nur unter gewissen Umständen mit Peters Frau hergekommen. Die grünen Augen des jungen Burschen, der offenbar wirklich Anhegs Sproß sein musste, glitten erstaunt über die anwesenden Himmelsboten. Hatte er vielleicht an den Worten der Frau gezweifelt, als sie ihm ewrzühlt hatte dass Engel ins Dorf gekommen waren?
Peter indes schluckte den letzten Bissen des Küchleins hinunter und deutete dann auf den Hinzugekommenen, der unter den Blicken, die der Dorfälteste ihm zuwarf immer kleiner zu werden schien.
"Das ist Jona, Sohn des Anheg, ehrenwerte Himmlische. Er wird euch sicher nach bestem Wissen und Gewissen alle Fragen beantworten, die ihr ihm stellen wollt und er wird euch helfen, so gut er kann. Nicht wahr, Jona?" meinte Peter erst an die Engel, dann an den Jüngling gewand.
Irrte sich der Zuhörer oder wurden die letzten Worte des Gasthausbesitzers, die direkt an Jona gingen frostiger?
Der Bengel jedenfalls senkte vor den geflügelten Himmelsboten ehrfürchtig den Blick, starrte auf die Spitzen seines Schuhwerks und gab ein leises "Ja, natürlich" von sich, woraufhin für eine Weile wieder Stille erinkehrte.

Camuel
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Beitrag von Camuel » 06.11.2004 - 00:43

"Deine Hilfe wird mit Dank angenommen, Jona, Sohn des Anheg", sprach Camuel den Jungen - weiter auf Latein an, während Rupeshiel übersetzte.
"Wir werden deine Hilfe beim Erkunden der alten Bergwerksstollen benötigen. Damit werden wir - morgen mit dem Sonnenaufgang beginnen. Du wirst uns zu diesem Zeitpunkt vor dem Kloster treffen. Bring mit, was du an Ausrüstung für notwendig hältst, auf jeden Fall aber drei Laternen, und falls du eine Waffe besitzt und in der Lage bist sie zu führen, auch diese.
Und du wirst keinem gegenüber erwähnen, was du vorhast. Du wirst sagen, dass die Engel deine Anwesenheit für erforderlich halten. Hast du mich verstanden?"

Rain
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Beitrag von Rain » 06.11.2004 - 21:56

Der Junge hob den Kopf und blickte zwischen den Engeln hin und her.
Ehrfurcht und Angst manifestierten sich in seinen Blick, und doch spiegelte sich darin auch ungebrochener Trotz, als würde ihn etwas vom Anblick der geflügelten Himmelswesen nicht sehr fröhlich stimmen.
Nach einer Weile, die Jona Camuel einfach nur ins Gesicht geblickt hatte nickte er ergeben. "Ja, Boten Gottes; alles wie ihr sagt.." murmelte er leise und schwieg dann wieder.
Peter legte den Kopf schief und seufzte kurz leise. Scheinbar kannte er die launenhafte Art des jungen Mannes schon zur Genüge.

Camuel
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Beitrag von Camuel » 08.11.2004 - 13:13

Kurz war er versucht, diesem pampigen Balg die Meinung zu geigen - dass, wenn er keine Lust verspürt, er gern allein seinem Dorf helfen könnte. Doch das war nicht angemessen und auch nicht nötig.

"Natürlich erwarte ich, dass er den Abend im Gebet verbringt, wenn ihm morgen die Ehre zuteil wird mit uns zu gehen. Das gibt ihm die Gelegenheit, seine Haltung überdenken", war dann alles, was er dazu sagen hatte.

*Und wir werden nun gehen.*

"Gottes Segen über dein Haus, Peter. Und dank für die Gastfreundschaft." Mit einem dankenden Nicken nahm er etwas von dem Kuchen in die Hand - ohne dass er vorhatte davon zu essen. "Ich werde tun, was in meiner Macht steht, euch zu helfen."
Damit wandte er sich um und ging voraus aus der Stube.
*Zum Kloster. Ich will wissen, was mit Lyrael ist - und Tajoel braucht etwas Ruhe, nicht wahr? *

Cutter
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Beitrag von Cutter » 08.11.2004 - 15:31

Rupeshiels Augen ruhten noch einen Augenschlag lang auf Anheg, als Camuel sich bereits umgedreht hatte.

Der Junge hatte eine ungesunde Einstellung.
Doch bei diesem Gedanken beließ es Rupeshiel voerst. Morgen würden sie ja sehen was passieren wird.

Dann drehte sich auch Rupeshiel um und war bereits in ihren Gedanken in der Zukunft und der Planung der nächsten Schritte.

Gleich wü+rde sie sicher Zeit bei Camuel für die Karte und andere Kleinigkeiten rausschlagen können.

Tajoel
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Beitrag von Tajoel » 09.11.2004 - 03:10

Tajoel nickte mit einem breiten Grinsen auf Jalaniels Angebot hin und rückte gleich ein bisschen näher an die freundliche Gabrielitin heran Als Jona sich zu der Schar gesellte. Sie mochte den etwas lausig aussehenden Jungen sofort und hatte das Gefühl in bereits zu kennen, brauchte aber ein Weilchen, bis ihr einfallen wollte, dass er frapierende Ähnlichkeit mit einem jungen Nonnus aufwies, der stets einen großen Gefallen daran gefunden hatte, jungen Postulanten süße kleine Klümpchen aus zu Brei zerquetschten Mandeln und feinem Zucker zuzustecken um sie aufzumuntern oder sie für besondere Leistungen zu belohnen. Während des gesamten Gesprächs drehten sich ihre Gedanken darum, wie doch gleich der Name des stets gutgelaunten Kirchenmannes gewesen war- Paolo- oder? und sie war heilfroh, als Camuel schließlich Anweisung gab zum Kloster zurück zu kehren. Die Müdigkeit steckte ihr in allen Gliedern fest und wie gerne hätte sie jetzt eins von Paolos Kügelchen gehabt und sich in den Mund gesteckt.
Aus müden Knopfaugen nickte sie Camuel zu und folgte ihm- direkt hinter Jalaniel aus der Stube.

Jalaniel
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Beitrag von Jalaniel » 10.11.2004 - 07:09

Als die Schar endlich wieder den Raum verließ, ging es Jalaniel schon wieder um einiges besser. Sie mochte keine Räume ... Die Gabrielitin entfaltete kurz ihr Gefieder, als sie draußen war.

Tajoel brauchte tatsächlich etwas Ruhe. Sie fragte sich auch gerade, wo sie sich die Wunde an der Schulter zugezogen hatte. Hatte die Gabrielitin nicht aufgepasst? Oder hatte es Tajoel gar nicht gesagt. Sie machte kurz ein angestrengtes Gesicht ... aber warum sollte sie denn nicht fragen.

Sie ging wieder etwas näher zur Urielitin und sprach sie leise an. "Hast du eigentlich erzählt, wie das mit deiner Schulter passiert ist? Ich hab das irgendwie nicht mitbekommen." Jalaniel lächelte sie etwas entschuldigend an. Sie wollte auch gerne zurück, aber sollte sie sich nicht erst heilen lassen?

SdS: *Camuel, sollte sich Tajoel nicht zuvor kurz an ihrer Schulter heilen lassen?*

Sie wunderte sich etwas. Bei vielen Michaeliten war es so, dass sie Schwäche oder offensichtliche Verletzungen von Scharmitgliedern nicht dulden bzw. so schnell wie möglich aus der Welt schaffen wollten. Schließlich waren ja Engel in den Augen der Menschen ... und manchmal auch in den Augen von jungen Engeln ... "unsterblich". Da passte eine Wunde doch nicht ins Bild. Irgendwie hatte sie Camuel in diese Schublade von Michaeliten gesteckt.

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Beitrag von sariel » 11.11.2004 - 15:16

Und wieder ging es zurück ins Kloster.
Pariel hielt sich stumm im Hintergrund, hielt lauschend den Kopf schief gelegt und beobachte seine Schargeschwister.
Pariel Augen wanderten auch ab und an zu der Schulter des Urieliten..versuchte so aus der Entfernung ungefähr einzuschätzen wie schwer die Verletzung war. Fliegen schien ja wohl noch drin zu sein...
Pariel wusste aus einiger Erfahrung das die meisten Engel eher beleidigt darauf reagierten wenn man ihnen Hilfe aufzwang....
er würde es noch eine Weile beobachten solange es noch nicht allzu schlimm aussah..vielleicht würde Tajoel ja auch von selbst auf ihn zukommen. Und wenn nicht..nun dann würde sich noch ein stilles Örtchen finden um den Engel Uriels darauf anzusprechen.

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Beitrag von Camuel » 12.11.2004 - 18:46

Als sie am Kloster angekommen waren und weder Tajoel anstalten machte wegen ihrer Schulter zu fragen, noch Pariel von sich aus auf sie zuging, wurde es ihm zu bunt.

"So. Bevor wir irgendetwas machen, mir nach. *[/i
Damit ging er forschen Schrittes in die Cella.
Als die Tür hinter dem letzten Engel ins Schloss fiel, setzte er eine strenge Miene auf und begann auch sofort - gar nicht mehr in dem freundlichen Ton, den sie bisher von ihm gewohnt waren.

"Ich habe einige Dinge klarzustellen. Erstens: Tajoel, wenn du verletzt bist, wende dich an Pariel.
Zweitens: Pariel, wenn ein Scharmitglied verletzt ist, hilf ihm!
Drittens," er zögerte kurz "Rupeshiel: Ich erwarte, dass, wenn wir das nächste mal losfliegen du eine standesgemäße Waffe trägst."

Er fixierte der Reihe nach die Angesprochenen um seine Anliegen zu unterstreichen, dann nickte er.
"Das ist alles. Wir fahren fort: Ich will wissen wo Lyrael ist. Pariel, du organisierst mir Prior Marcus, den müssen wir auch wegen den Höhlen sprechen. Tajoel, Rupeshiel - ihr fertigt eine brauchbare Karte der Umgebung an, in die dann auch die morgen erkundeten Höhlen eingetragen werden. Jalaniel, wir gehen der Em auf den Zahn fühlen."

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Beitrag von Cutter » 12.11.2004 - 18:55

Rupeshiel schaute Camuel kalt an.

"Wie du wünscht Camuel, doch von meiner Waffe werde ich mich nicht trennen. Eher trage ich lieber keine Waffe, als mit einem unhandlichen Zahnstocher, in den Kampf zu ziehen. Denn die Bedeutung meiner Waffe wirst du nie, auch nur ansatzweise, begreifen können."

Rupeshiels sonst so kühle Stimme, wurde immer hitziger, bis sie schließlich, in einem Auftakt eines Vulkanausbruches endete und an ihrem Kopf sogar ansatzweise ihre Schlagadern zu sehen waren.

Das war wohl der Komplett falsche Ansatz gewesen, den Camuel da gewählt hatte.

Mit diesen Worten drehte sich Rupeshiel, auf dem Absatz um und war im nächsten Moment aus der Tür verschwunden.

Sichtlich eiskalt und doch kochend und brodelnd wie ein Vulkan.

Schnelle Schritte führten sie durch die Gänge des Klosters und absolut jeder, der ihr auch nur ansatzweise im Weg war wurde schlichtweg weggestoßen.

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Beitrag von Camuel » 12.11.2004 - 19:17

*Was soll dieser Ungehorsam? Und wenn du lieber keine Waffe trägst, so tu das. Du bist die Bewahrerin des Wissens, soweit ich mich erinnern kann. Und - du wirst sofort hierher zurückkehren! * befahl Camuel.

War das denn zu glauben? Ganz offensichtlich hatte er sich getäuscht in dieser Schar. Na gut, dachte er sich, dann eben Konfrontation.

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Beitrag von Cutter » 12.11.2004 - 19:24

*SdS: Gut, du möchtest eine Bewahrerin des Wissens. Meinetwegen. Dann werde ich dir das Gesicht zeigen, was ich selbst sooo sehr verachte und was ALLE Ramieliten euch zeigen und verächtlich über eure Unwissenheit kichern und euch gleichzeitig verständnisvoll anlächeln. Ach und wenn ich deswegen weil ich keine Waffe trage, die Schar in Gefahr bringe, so wissen wir ja alle, wem wir es zu verdanken haben. Du wärst nicht der erste Michealit, der uns als bloße Übersetzer missbraucht....und ich hatte die Hoffnung, dass du anders bist... UND ich werde erst zurückkehren, so denn ich denn die Karte kopiert habe.*

Rupeshiels innere Stimme klang noch erregter und temperamentvoller als ihr echte Stimme. Im innern merkte Camuel, dass sie kurz davor war auszubrechen.

Denn er verlangte von ihr, dass zu sein, was sie selbst mehr als alles auf der Welt verachtete.

Camuel
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Beitrag von Camuel » 12.11.2004 - 20:47

* Es ist unser erster gemeinsamer Tag, daher werde ich mich ein einziges mal widerholen: Du kehrst umgehend in die Cella zurück! Was denkst du eigentlich wer du bist? Wo dein Platz ist? Auf diese Fragen möchte ich Antworten und zwar jetzt - und hier in der Cella.*
Sobald er den Satz beendet hatte, spürte Rupeshiel, wie die Verbindung unterbrochen wurde.

Camuel, der sich während des Gespräches nichts hatte anmerken lassen maß nocheinmal jeden einzelnen im Raum.
"Ihr habt eure Anweisungen. An die Arbeit. Tajoel, du bleibst hier, Rupeshiel kommt gleich zurück."

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