[Regentropfen 3] In den Süden

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Beitrag von Cutter » 06.04.2005 - 20:04

Jussiel überlegte als Tauriel der Schar die Frage stellte, was sie denn noch tun wollten.
Grübelnd, beugte sich der Gabrielit vor um sein Kinn auf seine Faust ruhen zu lassen.
Der Gabrielit starrte auf die Pflanzen.
Beten, Meditieren, das Training mit Tauriel nicht zu vergessen und....
Der Gabrielit schreckte förmlich auf und seine sorgsam gefalteten Flügel stoben auseinander. ...die Patroullie zu der er eingeteilt war.

*Ich bin noch heute Abend zu einer Patroullie eingeteilt....ansonsten hätten wir da noch unser Training, was du wünschtest und beten und meditieren.*

schloss Jussiel seine Aufzählung, mit üblicher kühle und ohne jegliche Gefühlsregung, im Geiste ab und faltete erneut seine Flügel..
Das er die Patroullie vergessen hatte, entsetzte ihn irgendwie. Er war doch sonst nicht so vergesslich, doch ließ er sich diesen gedanken nicht anmerken.

jaina
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Beitrag von jaina » 07.04.2005 - 09:37

Taimel saß immer noch - genau so wie vorhin - am Boden als von irgendwo her die Urielitin kam. Er nahm sie kaum zur Kenntis. Kaum dass er ihr ein kurzes Nicken gönnte.
Auf die Idee, Jussiels Handzeichen zu "übersetzen" kam er erst gar nicht.

Schade fand er nur, dass seine Übungen in Gebärdensprache für heute wohl beendet waren. Ja - er hatte zugeben müssen, dass er etwas nicht konnte. Aber er hatte dafür auch etwas bis dahin unbekanntes gelernt. Und war das nicht immer das wichtigste?

So schwieg der RAmielit vor sich hin, versunken in Gedanken und kaum einer dieser Gedanken galt den beiden Engeln die neben ihm saßen. Man könnte fast sagen, dass er sie vergessen hatte...
Erst als Tauriel zu ihnen trat schreckte er wieder auf. Wie er den weiteren Tag verbringen wollte?
Ein Blick zum Himmel verriet dem Bewahrer des Wissens dass dieser Tag jedenfalls schon weiter fort geschritten war als er bisher angenommen hatte. Ja - er musste dringend etwas erledigen und so antwortete er dem Michaeliten mit knappen Worten: "Meditieren. Und nachforschen. Wie genau ist Dashiel gestorben?"

Kein Muskel zuckte in dem - wie üblich - unbewegten Gesicht als er über den Tod des Gabrieliten sprach. Seine Stimme klang kalt und knapp wie immer und nichts ließ erkennen, dass der Tod Dashiels ihn in irgendeiner Hinsicht - es sei denn auf wissenschaftlicher Ebene - beschäftigte...

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Beitrag von Iliniel » 10.04.2005 - 12:09

Eigentlich hatte Iliniel nichts anderes Taimel erwartet. Also hatte sie sich dann einfach dazu gesetzt.

Als Tauriel kam und fragte, was sie nun tun wollten, zuckte sie unwillkürlich mit den Schultern. Sie wusste es einfach nicht. Sie schließ sich dann einfach der letzten Aussage zustimmend zu. Was anderes außer Meditieren und eventuell nachforschen, was jetzt genau eigentlich passiert war, fiel ihr auch nicht ein.

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Beitrag von Tauriel » 11.04.2005 - 09:45

Tauriel lächelte in die Runde und nickte registrierend, wobei die goldblonden Locken wieder in sein ebenmäßiges Gesicht fielen und ganz automatisch von einer schlanken Hand zurückgestrichen wurden.

"Gut. Dann überlasse ich euch den Rest des Tages zu eurer freien Verfügung. Navarael meditiert bereits in der Cella. Der Klostervorsteher wird sich im Übrigen um die Verbringung von Dashiels Seele nach Nürnberg kümmern..."

Der Michaelit machte eine kurze, ernste Pause, ehe er sich an Taímel wandte.

"Ich wollte dich ohnehin noch bitten, diesem Phänomen nachzuspüren. Es war, als würde er plötzlich aus rasend schnell austrocknendem Staub bestehen. Navarael meinte etwas von 'Dehydration' - vielleicht hilft dir das weiter."

Ein warmes Lächeln folgte und die blaugrünen Augen ruhten noch einen Moment auf dem Ramieliten, ehe er weiter zu Iliniel wanderte.

"Ich weiß nicht, was dieses Kloster an Kartenbeständen vorweisen kann, doch möchte ich dich bitten, vielleicht einmal nachzusehen, ob wir nicht noch eine genauere Karte des Zielgebietes bekommen können. Das erleichtert uns unter Umständen die Suche etwas."

Auch sie bekam dieses warme und beruhigende Lächeln des Michaeliten geschenkt, dem man seine erlittenen Verletzungen und den Schrecken, den er gesehen haben musste, in keinster Weise ansah. Er wirkte immer noch gefestigt und wie ein Fels in der Brandung, der seine Schar nie im Stich lassen würde.
Die funkelnden, großen Augen fanden schließlich zu dem Gabrieliten.

"Jussiel... dich bitte ich noch um diesen Übungskampf, den wir zuvor schon angesprochen hatten - um dich für einen späteren Kampf besser einschätzen zu können. Wenn es dir recht ist, dann gleich an das Gespräch anschließend. Deine Patroullie wirst du wie gewohnt antreten und dich danach bitte auch zur Ruhe begeben."

Die weiteren Worte richteten sich wieder an alle versammelten Engel.

"Wir haben morgen wieder einen weiten und gefährlichen Weg vor uns und ich erwarte von euch, dass ihr euch dessen bewusst seid und dafür sorgt, dass ihr genug Kraft sammelt, um auch unerwartete Zwischenfälle meistern zu können."

Dann wurde das Lächeln breiter, fast zu einem jungenhaften Grinsen.

"Gut, das war dann alles. Einen schönen Nachmittag wünsche ich euch noch."

Mit diesen Worten erhob er sich wieder geschmeidig und strich den reinweißen Kriegsrock glatt.

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Beitrag von Cutter » 11.04.2005 - 12:30

Der Gabrielit hörte dem Michealiten aufmerksam zu und nickte als er geendet hatte und erhob sich ebenfalls vom Rasen.
Nun, damit war ja wohl alles klar.
Der Gabrielit blickte noch einmal zu Iliniel und Taimel, bevor er sich wieder erwartungsvoll an Tauriel wendete und ihn auffordernd anblickte.

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Beitrag von Iliniel » 12.04.2005 - 12:17

Iliniel nickte dem Michaeliten zu. Vielleicht hatten sie ja tatsächlich Glück und das Kloster verfügte über gute Karten. Dann hätte sie etwas sinnvolles zu tun. Sie lächelte kurz und machte sich wieder auf den Weg ins Klosterinnere. Die Urielitin bat den nächsten Monachen, sie zu den Kartenbeständen ... und den zuständigen Monachen zu führen.

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Beitrag von jaina » 14.04.2005 - 17:14

Ohne ein weiteres - unnötiges - Wort zu sagen erhob taímel sich vom Boden. Kurz streckte er seine Schwingen, die vom langen Sitzen auf der Erde etwas steif waren - auf die Seite.
Er hatte alle Informationen erhalten, die es gab - jetzt musste er nur noch herausfinden, was das bedeutete.

Ein kurzes Nicken zu Tauriel. Ein noch knapperes Kopfnicken zu Jussiel. Dann - Iliniel ignorierte der Ramielit wie man von ihm schon gewohnt war - ging er.
Zurück zu der Bank auf der er gesessen hatte bevor Jussiel den Klosterhof betreten hatte.
IN die Cella wollte er jetzt nicht - vorallem aus Furcht, dort einem der anderen Engel zu begegnen.
Und schon hatte er es sich wieder bequem gemacht, schloß die augen und statte der Kathedrale der Gedanken einen Besuch ab...

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Beitrag von Cutter » 18.04.2005 - 12:15

So machten sich der Michealit und der Gabrielit auf zum Übungsplatz, denn sie nach nur kurzer zeit erreichten.
Mit einem schiefen Grinsen ließ Tauriel seinen Blick über den Übungsplatz schweifen, ehe er Jussiel direkt ansah und lächelte. "Ich hoffe, du verhaust mich jetzt nicht nur, sondern das wird wirklich ein Übungskampf.", meinte er hoffnungsvoll und zog dann sein Schwert blank, um es etwas in der Hand zu wiegen. Schon lange hatte er es nicht mehr gegen einen Trainingspartner geführt. Insgeheim hoffte er, dass er auch noch gegen einen Engel ankam, doch was wollte er schon gegen einen Scriptura tragenden Gabrieliten ausrichten - noch dazu einen Ferramenser? Sei es drum. Er würde das Training genießen, komme, was da wolle...

Der Gabrielit schaute Tauriel abschätzend an und zog dann ebenfalls sein Schwert und nahm es in seine linke Hand. Wieder nickte der Feramenser Tauriel als Bestätigung zu. Er wusste, dass er leichtes Spiel haben würde und wenn er es drauf anlegen würde, wäre der Kampf im Handumdrehen beendet. Doch sein Michealit wünschte einen längeren Kampf. Also nahm sich der Feramenser vor, es so zu machen, wie in den Trainingsstunden mit zu den Schwerttänzen. Wie eine Spirale auf das Ende zutanzen.

Noch einmal atmete der goldene Engel tief durch... und war im nächsten Moment schon zu Jussiel vorgeschnellt, um einen Schlag von oben anzutäuschen, ihn dann aber doch in einer geschmeidigen Acht von schräg unten kommen zu lassen.

Der Todesengel, war zurück gewichen um so wieder Platz zwischen ihm und seinen Gegner zu bringen. Mit einem geschmeidigen Ausweichschritt, ließ er Tauriels Angriff in der Luft verlaufen, ehe der Gabrielit in einer schnellen Drehung, mit seinem Bein, Tauriels Beine wegfegen wollte, um den goldenen Engel somit zu Fall zu bringen.

Doch wenn der goldene Engel eines gelernt hatte, dann war es, auf solcher Art hinterhältiger Angriffe gefasst zu sein. Und als er sprang, stellte er mit Erstaunen selbst fest, dass das Training mit Valandariel, dem Gabrieliten seiner alten Schar, tatsächlich gefruchtet hatte. Schon fand er sich zwei Meter weiter weg wieder und war bereit, den nächsten Schlag zu parieren.

Jussiel war erstaunt, wenn auch nicht überrascht. Dieser Michealit kannte zumindestens Tricks mit denen man im Kampf konfrontiert werden konnte. Schnell zog Jussiel nach und raste auf Tauriels offene Flanke zu um im nächsten Moment herum zu schnellen, den Griff um sein zu festigen und dann wie eine Einheit aus Stahl sirrend, klingend und singend das Schwert des Michealiten mit voller Wucht zu attackieren.

Doch anstatt alle Wucht abzuhalten und zu versuchen, ja keinen Boden zu verlieren, wich Tauriel abermals zurück, duckte sich regelrecht unter der größten Wucht des Schlages weg, um ihn zur Seite hin an seiner Klinge abgleiten zu lassen. Dennoch spürte er das Ziehen in seinen Armen und Beinen, den kurzen, schmerzhaften Ruck in der Wirbelsäule. Ja, Jussiel würde ohne Rücksicht auf Verluste kämpfen, wenn es sein musste. Schnell drehte er sich aus der Kampfbahn heraus und führte einen tiefen Schlag gegen die Beine des Gabrieliten.

Als der Gabrielit sich gefangen hatte und auf dem Boden aufgekommen war, sprang er sofort, reflexartig gleich einer Katze wieder in die Höhe um Tauriels schlag auszuweichen. Der Gabrielit öffnete seine Flügel und katapultierte sich mit zwei kräftigen Flügelschlägen von Tauriel weg und kam ein paar Meter von ihm weg wieder zum stehen. Ein leichtes Schmunzeln war an den Lippen des Gabrieliten zu sehen. Dieser Spiraltanz gefiel ihm.

Tauriel nutzte diese kurze Pause, um durchzuatmen und im Geiste kurz mögliche Taktiken durchzugehen, während der blaugrüne Blick seinen Partner fixierte und jede Regung des Gabrieliten genau wahrnahm. Eine Einheit mit der Waffe darzustellen war ihm bisher eher mit seiner Lanze gelungen, aber auch das Schwert wollte trainiert werden. Abschätzend blieb er noch einen Moment stehen, ehe der schlanke Körper sich spannte, die Schwingen an den Körper gerissen wurden und der Michaelit auf Jussiel zusprintete. Er war nicht so dumm, frontal angreifen zu wollen, aber wenn der Todesengel das glauben würde, wäre diese riskante Finte perfekt und der eigentlich geplante Schlag von der Seite würde sein Ziel finden: Eine der gewaltigen Schwingen spannte, die Schwingen an den Körper gerissen wurden und der Michaelit auf Jussiel zusprintete. Er war nicht so dumm, frontal angreifen zu wollen, aber wenn der Todesengel das glauben würde, wäre diese riskante Finte perfekt und der eigentlich geplante Schlag von der Seite würde sein Ziel finden: Eine der gewaltigen Schwingen.

Jussiel stutze kurz, als der Michealit auf ihn zurannte. Dieser Michealit kannte sich wirklich mit Tricks aus. Der Gabrielit festigte seinen Stand, doch hatte er nicht im geringsten vor, auf die Finte oder den Angriff ein zu gehen. Kurz bevor Tauriel bei ihm angekommen war, machte der Gabrielit eine schnelle Bewegung nach links, tauchte neben der Schwinge durch, fixierte Tauriel mit seinen Blick und gab ihm selbst einen Schlag mit seiner rechten Schwinge in den Rücken.

Tauriel spürte den luftraubenden Aufprall des Flügelarmes, doch es war bei ihm bereits Reflex, nicht einfach wie ein Kormoran flach auf dem Bauch zu landen, sondern den unerwarteten Schwung in eine waghalsige Flugrolle zu verwandeln, die ihn so auch gleich noch wertvolle Meter von dem Gegner entfernte und diesen winzigen, so kostbaren Moment Zeit gab, das Gleichgewicht wieder zu finden und das Schwert hochzureißen, während sich der schlanke Körper drehte...

Sirrend, klirrten abermals die Schwerter aufeinander als Jussiel, Tauriel von oben erwischen wollte. Der Gabrielit erhöhte seinen Druck und ließ dann kurzzeitig sein Schwert nach hinten schnellen um es wieder sirrend und auf das des Michealiten schnellen zu lassen.

Der schmerzschreiende Ruck, der durch den schlanken Körper lief, als er diesen Schlag wirklich mit seiner ganzen Wucht abfangen musste, trieb ihm beinahe die Tränen in die Augen, denn auch das Federn in den Knien half nicht viel ob der bloßen Stärke des Todesengels, der ihm wenn schon nicht an Körpergröße, so doch an Kraft überlegen war. Tauriel biss sich auf die Lippen und rammte aus seiner halb gedrehten Haltung einen der angezogenen Flügelarme in den Bauch des anderen Engels.

Jussiel wurde von der Wucht des Flügel zurückgestoßen und tänzelte zurück. Kurz hielt der Gabrielit inne und katapultierte sich dann mit Hilfe seiner Schwingen in die Luft um einen letzten entgültigen Angriff von oben zu führen.

Dem Tauriel auch eigentlich gar nicht mehr gewillt war, wirklich stand zu halten, protestierten seine Wirbel und Muskeln doch bereits schmerzhaft gegen die Stauchung. So rollte er sich nur erneut ab, um den Schwung etwas zu nehmen und hielt in der typischen Geste garbrielitischer Trainingssprache seine Klinge mit der Spitze gen Boden als Zeichen dafür, unterlegen zu sein und sich geschlagen zu geben. Wirkliche Verletzungen wären der Sache wenig dienlich und Navarael würde ihm schon jetzt wohl die Hölle heiß machen...

Der Gabrielit sah das Zeichen seines Michealiten und katapultierte sich mit einigen kräftigen Schwüngen wieder in eine angemessene Höhe um den Schwung abzufangen und schlussendlich neben Tauriel zu landen. Abschätzend blickte Jussiel zu Tauriel herunter und steckte sein Schwert zurück in seine Scheide und reichte daraufhin seinen Michealiten, eine schlanke und eigentlich viel zu filigrane Hand, für einen Todesengel um ihn aufzuhelfen.

Mit einem dankenden Lächeln nahm Tauriel die angebotene Hilfe an und zog sich schwungvoll wieder auf die Beine, um seine Schwingen auszuschütteln und sie dann wieder ordentlich zu falten. "Vielen Dank für diese beeindruckende Übung. Ich hoffe, mich als deine Führung würdig zu erweisen."

Die eisblauen Kristalle Fixzierteen die Augen Tauriels für einen kurzen starren Moment, ehe Jussiel sich etwas straffte und dann nur leicht nickte.

Dhashir
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Beitrag von Dhashir » 03.05.2005 - 17:46

Thesiel befand sich im Sturzflug und sang. Sein muskulöser, zeichenübersähter Oberkörper pumpte rhythmisch und seine Stimmbänder vibrierten, während er mit angelegten Flügeln dem Boden entgegenfiel. Sein Gesang galt Gott, pries ihn und drückte dem Herrn seine Gefühle auf eine für ihn ganz besondere, fast schon intime Weise aus.
Erst mit der letzten Silbe des Lieds stoppte Thesiel seinen Sturz und breitete die Flügel aus. Er segelte ganz knapp über die Wipfel des kleinen Waldes hinweg und hätte die Spitzen der Bäume berühren können, wenn er nur einen Arm ausgestreckt hätte.
Kräftige Schläge brachten Thesiel zum nächsten Aufwind und er machte sich auf den Weg zurück zum Kastell. Der Gabrielit fühlte sich jetzt besser.

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Beitrag von Tauriel » 03.05.2005 - 21:52

Das Lächeln blitzte in den blaugrünen Augen auf, ehe sich Tauriel leicht verneigte.

"Ich hoffe, dass auch den Ordensbruder diese Einstellung teilen wird."

Er strich sich beiläufig mit einer schlanken Hand die goldblonden Locken aus dem Gesicht.

"Nun werde ich mich auch zurück ziehen. Möge deine Patroullie von Erfolg gekrönt sein, Jussiel."

Mit diesen Worten verabschiedete er sich von dem Gabrieliten und ging sich den Staub von dem weißen Kriegsrock klopfend zurück in die schattigen Säulengänge des Forts. Es zog ihn zu ihrer Scharcella zurück. Er wollte sich noch einmal mit Navarael unterhalten und auch ihm die Fortschritte in der Scharbindung mitteilen...
Doch als er die schwere Holztür aufgestemmt hatte, sah er nur in einen leeren Raum. Der Raphaelit war nicht mehr da. Tauriel schmunzelte. Wahrscheinlich hatte es den Heiler wieder in das Lazarett gezogen. Hatte er nicht ohnehin gesagt, er wolle für Iliniel etwas mischen?

So betrat er den Raum gar nicht erst, sondern machte einen Schritt zurück, um die Tür wieder zu schließen, wobei ihm beinahe eine Begine in vollem Lauf in die reinweißen Federn gerannt wäre. Doch im letzten Moment bemerkte er sie und zog schnell seine Schwingen an den schlanken Körper, um sie mit einem entschuldigenden Lächeln zu bedenken und sich wieder einmal sinnloser Weise die blonden Locken aus dem Gesicht zu streichen. Sie erwiderte das Lächeln unsicher und ging dann noch einen Schritt schneller. Tauriel runzelte leicht die Stirn. War sie gerade wirklich rot geworden, oder bildete er sich das nur ein? Hm, egal, er hatte nach Navarael suchen wollen...

Der Heiler war gerade damit beschäftigt, den Monachen zusammen zu stauchen, der für die Lagerung und Sichtung der Kräutervorräte zuständig war.
"Wie, es ist auch kein Grüntau auf Lager?!"
"N-nein. Tut mir leid." Der Mann im mittleren Alter duckte sich bereits leicht und wand sich sichtlich unter der Standpauke.
"Wie soll man denn da als Heiler anständige Arbeit leisten?" Schnaubend wandte sich Navarael um und stapfte zurück in das Lazarett, das gleich an die Kräuterstube angrenzte. Wo er an einem der Kraneknlager inne hielt und zu dem Kind ging, das dort lag, ein Bein geschient. Er wechselte nur ein paar wenige, beruhigende Worte, ehe sich warme Hände auf das Bein des Kindes legte und sich der Geist des Raphaeliten in das Mädchen ergoss, behutsam die Knochenzellen bewegte, schneller zu wachsen und den Bruch wieder zu verbinden. Wie so oft genoss er es, in diesem Zustand zu sein, verfiel einmal mehr der Faszination seiner Mächte...

Ein goldblonder Lockenkopf wurde zur Tür hereingestreckt und die grünblauen Augen sahen sich suchend um. Es würde reichen, die silberweißen Schwingen des Raphaeliten auszumachen, also wanderte der Blick möglichst zielstrebig durch die überall aufgehängten Verbände und die Tücher, die bestimmte Bereiche abtrennten. Bis er fündig wurde und sich ein Lächeln auf das feingeschnittene Gesicht stahl.
Navarael lächelte das Kind an, als der Michaelit hinter ihn trat und ihm über die Schulter sah. Beide Engel gaben dem Mädchen ihren Segen; ohne ein weiteres Wort verließen sie das Lazarett und gingen auf den Hof hinaus, um nach nur einem kurzen, etwas unstimmigem Wortwechsel in den blauen Himmel aufzusteigen und in Richtung einer Wiese zu fliegen, die sich nahe eines kleinen Waldstückchens hatte halten können.

Die folgende halbe Stunde wurde mit hitzigen Diskussionen über Gabrieliten und die Aufmerksamkeit, die man ihnen schenkte, die Aufgaben der Orden und mit Kräutersuchen verbracht...

Bis die beiden Engel schließlich wieder in dem trutzigen Fort landeten und leise scherzend zur Waschcella unterwegs waren, um sich Dreck und Pollen von Körper und Schwingen zu waschen.

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Beitrag von Cutter » 11.05.2005 - 17:14

Die beiden Engel trennten sich im fahlen Schein der Abendsonne. Der gabrielit ging durch die Gärten, geradewegs zu den Gängen, die direkt zu den Flugplattformen führten.

Auf der Flugplattform angekommen, begrüßte ihn der salzige Seewind mit seiner abendlichen süße, die er seit dem Abend seiner Ankunft genossen hatte und vielleicht in baldigen Abenden missen würde.
Der Gabrielit Schritt auf den frisch gefegten SStein der Plattform zu den beiden anderen wartenden Gabrieliten und begrüßte Tatiel und Vituel stumm mit der zum Gruß erhobenen Hand.
Schweigend verband die Gabrieliten nun ein anderes Band als noch am Morgen zuvor.
Dies würde ihr vorläufig letzter gemeinsamer Auftrag sein.
Der Gabrielit streckte die Hand aus an dem sein eisernes Armband, das orang rote Licht des Abends reflektierte und Tatiel tat es ihm gleich und legte seine Hand auf die Jussiels und auch Vituel tat es ihnen gleich.
Jussiel war sich sicher, dass er bald in die Bruderschaft aufgenommen werden würde. Er war mehr als nur bereit dazu.
Schweigend standen die Engel dort, bis sie alle gleichzeitig den Griff lösten.
Ein bedeutungsschwangeren Blick tauschten die beiden Feramenser ehe Tatiel Vituel ein Stück roh geschmiedetes Eisen überreichte.
Die Augen des jungen Vituel leuchteten auf, dennoch warte er die Maske und nahm das Stück roh geschmiedeten Eisens an.
Jetzt lag alles an Vituel doch tief im Inneren von sich selbst wußte Jussiel, dass er die richtige Entscheidung treffen würde und dass sie einen Bruder gewonnen hatten.

Als die Sonne den Horizont berührte und in den Fluten des Meeres zu versinken begann, öffneten die drei Gabrieliten, wie auf ein stummes Kommando hin ihre mächtigen Schwingen und erhoben sich in den abendlichen Himmel um ihre Patroullie zu beginnen, denn nun erkannte man am abendlichen Himmel, den wohl letzten Streiter, der zum Flug auf das Kastell ansetzte um in den Mauern der Festung Schutz zu suchen.

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Beitrag von Tauriel » 13.05.2005 - 15:49

Sie waren eben auf einer der Flugplattformen gelandet, als Tauriel aufsah und über sich drei der schwarzen Kämpfer aufsteigen sah. Mit ihnen flog Jussiel, dessen kraftvolle Flügelschläge von den verborgenen Fähigkeiten des Streiters zeugten, der sich mit zwei seiner Ordensgefährten in den Himmel zog.
Auch navarael sah dem kleinen Klüngel Gabrieliten hinterher, doch nun lag ein angedeutetes, schiefes Grinsen auf den Zügen des Heilers. Jussiel war tatsächlich eine Bereicherung und seine Befürchtungen wohl wirklich nur gegenstandslos gewesen.

Doch als die beiden weißgewandeten Engel eben die Gänge des Forts betreten wollten, landete ein weiterer Gabrielit unweit von ihnen, der mit durchaus rasantem Tempo angekommen war. Tauriel nickte ihm zu und wandte sich dann wieder der abendlichen Düsternis des Säulenganges zu, um ruhigen Schrittes mit Navarael zusammen ihre Scharcella anzustreben.

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Beitrag von jaina » 14.05.2005 - 15:41

Lange Zeit hatte der RAmielit beinah unbeweglich auf der Bank gesessen, die augen geschlossen und die Miene ohne jede Regung. Nur wer Taímel sehr gut kannte hätte das angedeutete Lächeln gesehen, dass verriet wie wohl er sich im Moment fühlte. Wie jedes Mal wenn er sich in seiner Kathedrale der Gedanken aufhalten durfte...

Über ihm sank die Sonne immer tiefer, das helle Licht des Tages wich langsam und allmählich einem immer dunkler werdenden Blau, am Horizont zeigte sich ein flammendes Rot als die Sonne im Meer versank...
Taímel öffnete seine Augen und warf einen Blick um sich. Ja - der Tag schien wie im Zeitraffer vergangen zu sein.

Langsam erhob er sich von der Bank und streckte vorsichtig seine Flügel aus. Der lange Gabrauch seiner Mächte hatte sich doch bemerkbar gemacht und überall verspürte der hochgewachsene Engel Verspannungen doch er beschloss, diese nicht weiter zu beachten.
Gemessenen Schrittes und ohne irgendjemandem oder irgendetwas von dem was um ihn herum vorging Beachtung zu schenken begab er sich in Richtung der Scharcella.
Eine Meditation würde ihm jetzt sicher gut tun - und er hatte es ohnehin nicht eilig, irgendjemandem zu erzählen, wieviel - oder besser gesagt wie wenig - er heraus gefunden hatte über Dashiel und die Art wie er ums Leben gekommen war...

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