Das Achte Gebot [Veroxiels Schar] - Tertio

Das Archiv aller fertig gespielten Gruppen
Gesperrt
Kenjiel
Roriel
Roriel
Beiträge: 198
Registriert: 28.07.2004 - 22:27
Wohnort: Viernheim

Beitrag von Kenjiel » 14.12.2004 - 23:41

Veroxiel atmete tief durch und schaute dabei in den Himmel.

„Na schön…ich erzähl dir warum ich mit dir und deinem Orden ein Problem hab:

Gleich nach der Weihe wurde meine Schar und ich in eine ruhig gelegene Abtei in der nähe der Alpes Nigrae beordert. Dort sollten wir die Lage sondieren und über die weit verstreuten Ansiedlungen der Region wachen.

Niemand ahnte, obwohl es eine vermehrte Sichtung von Traumsaatkreaturen gab, dass eine Welle dieser gotteslästerlichen Kreaturen den verschlafenen Landstrich in ein Frontgebiet verwandeln würde.

Meine junge Schar und ich waren mit der Situation vollkommen überfordert und bei einem Unfall verlor ich Dieterael, ein Ordensbruder von dir.“

Ein leiser Seufzer unterbrach Veroxiels Erzählung.

„Aber die Ordenführung schickte uns auf Grund der Situation sofort Ersatz. Sein Name war Farbiel und er trug schon das Sigil wie du.“

Veroxiels Miene verfinsterte sich zusehens.

„Er schwärmte mir vor was er alles konnte und demonstrierte bei jeder Gelegenheit wie stark er war. Müdigkeit und Schwäche gab es nicht für ihn. Ich glaubte ihm vorbehaltlos und war stolz darauf einen soooo tapferen Streiter als unseren Beschützer zur Seite hatte.

Einige Tage nach seiner Ankunft wurden die Traumsaatübergriffe so massiv das man entschied, die Ansiedlungen zu räumen und die Menschen in die wehrhafte Abtei zu geleiten.

Unsere Aufgabe bestand darin eine große Marschkolonne aus dem Süden zu sichern.
Es waren sehr viel Menschen und wir mussten uns anstrengen um die Übersicht zu behalten.“

Veroxiels Augen schlossen sich als er mit leicht bebender Stimme fortfuhr.

„Alles Unglück begann als Alleesandrel, der Urielit meiner Schar, sich eines Traumsaatwesens erwehren musste. Dabei wurde er sehr schwer verletzt und war nicht in der Lage weiterzufliegen.
Die Siedlerkolonne war aber noch ein gutes Stück vom Verteidigungsring des Klosters entfernt und benötigte dringend jemand der sie führte.

Also traf ich die Entscheidung, dass ich allein die Menschen in Sicherheit führen würde und der Rest der Schar bei Alleesandrel bleiben sollte.

Erst wollte Farbiel mich begleiten weil er meinte ich sei zu schwach um einen Angriff der Traumsaat zu überstehen. Aber ich wollte das er blieb um meine Geschwister zu schützen.
Er scherzte darüber was er mit den Kreaturen des Herrn der Fliegen machen würde, wenn sie der Schar zu nahe kommen würde.

Ich flog los. Und dann…dann…“

An dem Augenlid des Michaeliten trat ein Tränentropfen hervor und rannen ihm an der Wange herunter.

„Die Siedler waren schon vor den Toren als ich in meinem Geist ein Aufschreien verspürte…und dann noch eins und…“

Veroxiel musste absetzen und versuchte den Klos in seinem Hals herunterzuschlucken.

„Ich flog zurück so schnell ich konnte aber was ich fand waren nur die toten Hüllen meiner Geschwister. Sie waren alle grauenhaft entstellt und nur Botamiel, meine Ramielitin, hatte das Massaker überlebt.“

Veroxiel zuckte plötzlich zusammen und riss die Augen auf. Er wollte diese Bilder nicht sehen!
Dann wischte er mit dem Unterarm die Tränen aus seinem Gesicht und schaute Tanjariel mit leicht geröteten Augen an.

„Und soll ich dir sagen was ich später erfahren hab: DEIN Bruder hat meine Geschwister im Stich gelassen.
Es war nur eine verfluchte Kreatur, vielleicht so groß wie ein Hund, gegen die er meine Geschwister hätte beschützen müssen. Und was hat ER getan? Er hat gezittert, mit seinem Flammenschwert rumgefuchtelt und…und…er war einfach UNFÄHIG!
Wegen diesem Großmaul büsste ich mein ein und alles ein.“

In Veroxiels Augen begann das altbekannte Funkeln wieder aufzuflammen. Und auch seine Stimme bekam langsam ihren harten Unterton zurück.

„Später musste ich mir von anderen Gabrieliten anhören wie heroisch sie die Aufgabe gelöst hätten. Andere wollten mir nicht glauben und lachten mich aus. Und bei allen klang dies trügerische Selbstsicherheit, diese Arroganz und Hochmut mit, den ich schon von Fabiel kannte.
Verstehst du nun warum ich dir nicht so einfach traue? Kannst du dir denken warum ich deinem Orden nicht mehr blind die Sicherheit meiner Schar überlasse?“

Januel
Maruel
Maruel
Beiträge: 423
Registriert: 04.04.2004 - 21:48
Wohnort: Dieburg (Hessen)

Beitrag von Januel » 15.12.2004 - 01:44

Januel wurde etwas flau in der Magengrube, als sie sah, mit welchem Elan ihr raphaelitischer Scharbruder beide Hände bis zum Anschlag in seinen Mund stopfte und mit Brachialgewalt an seinen Zähnen zerrte. Die fast schon leidenden Geräusche die er dabei von sich gab machten die Situation irgendwie skurril und Januel beschloss, dass dieses Verhalten "unengelhaft" war.
"Matariel, das ist ekelhaft... bitte hör damit auf. "
gebot sie mir strenger Stimme und der Versuch gleichermaßen nicht zu dem Raphaeliten hinüberblicken zu müssen und dabei Autoritär zu wirken verfehlte seine Wirkung.
Angeekelt schluckte sie und schüttelte das Gefieder auf um eine leichte Gänsehaut zu vertreiben.

Tanjariel
Jenny
Jenny
Beiträge: 295
Registriert: 30.06.2004 - 18:56
Wohnort: Fürth

Beitrag von Tanjariel » 15.12.2004 - 07:15

Tanjariel musste schwer schlucken, als Veroxiel diese Geschichte erzählte. Sie konnte sich irgendwie nicht vorstellen, dass ein Gabrielit Angst vor einer kleinen Traumsaatkreatur haben konnte ... schließlich mussten sie doch alle mit echten Kreaturen auch schon im Himmel kämpfen ... das war wirklich seltsam.

Deswegen nickte sie erst einmal nur. Irgendwie war es schon klar, dass er ihr nicht vertraute ... nach ... naja ... diesem Reinfall. Irgendwie traute sie sich zuerst gar nicht mal zu sprechen ... deswegen war auch ihre Stimme recht dünn und leise, als sie dann doch antwortete.

"Es ist nicht gut, dass du unserem Orden nicht mehr vertrauen kannst. Es ist schlimm, was dir ... und natürlich auch deiner Schar, passiert ist . Aber ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass Farbiel eine Ausnahme ist ... Ich meine ... ich würde meine Schar, nicht im Stich lassen. Ich habe auch schon gegen größere Traumsaat gekämpft und mir würde es nie einfallen, meiner Schar im Kampf den Rücken zu kehren.

Wir sind hier, um zu kämpfen. Ich kann nicht verstehen, warum Farbiel das nicht konnte ... wirklich nicht. Denn unsere Ausbildung ist wirklich sehr hart und da werden wir auch schon mit echter Traumsaat konfrontiert.

Ich muss trotzdem zugeben, dass ich stolz darauf bin, Gabrielitin zu sein. Und es gibt viele, die diesen Stolz teilen. Eigentlich kenn ich niemanden, der das nicht tut. Das werde ich auch nicht für dich abstellen ... oder mich gar für meinen Bruder schämen. Nein. Denn dafür kann ich nichts.

Veroxiel, ICH habe KEINE Schuld an dem Verlust deiner Schar. Mein Name ist Tanjariel und nicht Farbiel oder sonst irgendwas. Du bist doch auch stolz darauf, Michaelit zu sein. Und meinen Stolz wirst du mir nicht nehmen können. Niemals.

Ich versteh dich zwar, dass du enttäuscht bist ... aber ich trage daran keine Schuld und ich werde mich um die Sicherheit meiner Schar kümmern. Ob du willst, oder nicht.

Ich verlange nicht, dass du mir blind vertraust ... wirklich nicht. Aber Veroxiel ... sein nicht geblendet und sieh nicht nur das, was du sehen willst!"

Dann senkte sie den Blick und biss nochmals in den Apfel.

Iyashiel
Snickers
Snickers
Beiträge: 515
Registriert: 05.04.2004 - 09:25

Beitrag von Iyashiel » 15.12.2004 - 09:15

"Matariel... ich schwöre bei Gott, wenn du nicht sofort damit aufhörst, dann wirst du deine Hände verschlucken!"

DAS wirkte.
Matariel sah ihn mit riesigen Kulleraugen an.
Wahrscheinlichf ragte sich der Heiler gerade, WIE um alles in der Welt das gehen sollte. Und dann hörte Iyashiel das schon vertraute Glucksen.
Der Raphaelit schien alles witzig zu finden.

"Hör mal... ähm.. also wenn... Du weiter so an dem Zahn rumreißt, dann ... du bist Raphaelit,... solange dein Körper den Zahn nicht wirklich ganz freiwillig hergibt, KANNST du nicht versuchen es mit Gewalt zu tun, das Zahnfleisch und dieses Dings was ihm im Kiefer festhält, die .. die heilen doch, dauernd nach.. oder?" er kannte sich mit sowas nicht wirklich aus, aber soviel wusste er: Raphaeliten heilten alles und da konnte Matariel noch so herumruckeln... der Zahn fiel erst dann aus, wenn er reif dafür war.
Oder so.

"Und außerdem will ich zum Bach gehen, nuuuur... ich hab gar nicht aufgepasst wo der ist, Januel würdest du uns bitte hinführen?" fragte er dann unschuldig.

Januel
Maruel
Maruel
Beiträge: 423
Registriert: 04.04.2004 - 21:48
Wohnort: Dieburg (Hessen)

Beitrag von Januel » 16.12.2004 - 12:15

"Vergessen? Du bist Urielit!"
gab Januel fast schon empört zurück, hob das Röckchen an und watete voran. Der Fluß war ja von hier aus beinahe schon zu sehen, was musste man denn da groß suchen? Einfach nur über diesen Hügel da und auf der anderen Seite wieder runter.
Doch die Realität hatte die kleine Ramielitin schneller wieder als ihr lieb war. Beim erklimmen des laubübersähten Anstiegs riss sie plötzlich erstaunt die Augen auf und ruderte mit den Armen, als die glitschigen Blätter unter ihren Füßen talwärts rutschten und sie mit einem lauten quietschen nach vorne plumpste. Hinter ihr ertönte ein Kichern und Januel schoß das Blut in die Ohren.
Ärgerlich versuchte sie weiterzukrabbeln, doch mit jedem neuen Schritt trat sie neues Laub los, das sie um ganze zwei Schritte zurückgleiten ließ. Begleitet von einer förmlichen Blätterlawine kam sie schließlich wieder bei Matariel und Iyashiel an und wandte beschämt den Kopf ab.

Matariel
Spell
Spell
Beiträge: 363
Registriert: 18.03.2004 - 22:31
Wohnort: Dillenburg, Hessen
Kontaktdaten:

Beitrag von Matariel » 16.12.2004 - 12:30

"Amfst u ihr ehetan?" die Hand immer noch im Mund - Iyashiel's Worte hatten ihn zwar zum Kichern gebracht, aber nicht überzeugen können - ging Matariel neben Januel in die Hocke und nahm mit der freien Hand ein klebriges orangegelbes Blatt von ihrer Schulter.
"Übrigens kann ich den Selbstheilungskräften also...ich kann denen sagen, dass sie aufhören sollen, mich zu heilen." erklärte er dem Urieliten, während er ein freies Stück Stoff suchte, an dem er seine speichelnassen Finger abtrocknen wollte, und schließlich eines an Januel's Kriegsrock entdeckte.

Iyashiel
Snickers
Snickers
Beiträge: 515
Registriert: 05.04.2004 - 09:25

Beitrag von Iyashiel » 16.12.2004 - 12:44

"Also eigentlich wollte ich euch... äh nur verdeutlichen, dass ihr einen Blick fürs Gelände bekommt.. wegen dem Abhang da... schau mal da rüber Januel, da wo die Tannen wachsen, da ist der Boden trockener am Abhang und es liegen weniger Blätter.
Unterhalb von Laubbäumen sind Abhänge meistens rutschig und feucht und voller Blätter, wenn Du´s aber eilig hast, dann kann dir sowas zum Verhängnis werden... grad beim verstecken. Deswegen läufst du lieber da hoch..." Iyashiel deutete auf die dunkleren Bäume, unter denen sie wahrscheinlich wirklich besser vorankommen würden.

"Und Matariel... WENN Du das kannst, kannst du nicht deinem Zahn sagen, dass er ausfallen soll, das wäre doch wesentlich leichter, als dir dabei selber das Kiefer zu brechen!" mit den Worten ging Iyashiel voran und auf den Nadelnbedeckten Teil des Hanges zu um über den Hügel zu Fluss zu klettern.

Dort suchte er für sich und die Anderen erst einmal eine schöne Stelle, von wo sie leicht vom Ufer aus, hinkamen.
Ein kiesiges Ufer, das sogar eine kleine Kiesbank bildete, schien ihm ideal.

Hier konnte wenigstens Keiner einsinken, sich noch dreckiger machen oder einfach so ins Wasser fallen, weil er über die Böschung rutschte.

Januel
Maruel
Maruel
Beiträge: 423
Registriert: 04.04.2004 - 21:48
Wohnort: Dieburg (Hessen)

Beitrag von Januel » 16.12.2004 - 14:52

"Bäh Matariel!"
machte Januel und schubste ihren Bruder aus der Hocke auf seinen Hintern.
"Matariel hat seine Sabberfinger an meinem Rock abgewischt! Rechtfertigte sie sich, als der strenge Blick des Hüters der Wege sie traf, rappelte sich auf und stapfte mit hoch erhobener Nase hinter Iyashiel her, als dieser sich wieder umdrehte und sich seinen Weg zum Fluß hinunter bahnte. Tatsächlich war es einfacher den Hügel dort zu passieren, wo Iyashiel es vorgeschlagen hatte und Januel schlidderte nur ein ganz kleines bisschen auf den pieksenden Nadeln der Bäume. Mit wehendem Zottelhaar fegte sie an Iyashiel vorbei und ging an einer kleinen Seitenkuhle, in welcher das klare Wasser des Baches kurz ruhig verweilte bevor es in kringelnden Fluten weiterstürzte, in die Hocke.
Erschrocken sog sie die Luft ein, als ihr durch die sanften Wellen des Wassers nur undeutlich erkennbares Spiegelbild sie von unten herauf anstarrte. Schnell warf sie einen Blick über die Schulter und schöpfte als sie sicher war, dass keiner ihrer Brüder sie beachtete schnell zwei Hände voll Wasser und rieb sie sich in das dreckige Gesicht. Eine andere Ecke ihres angesabberten Kriegsrockes musste dafür herhalten das Gesicht vorläufig trocken zu kriegen, doch nun wirkte das zarte rosa ihrer Gesichtshaut wie eine, auf den Schlammkörper aufgesetzte, Maske der die Haare in alle Richtungen zu Berge standen.
Seufzend holte Januel Luft. Sie wollte doch einfach nur ein ordentlicher Engel sein, doch was sie auch tat: der Matsch und der Schlamm drangen in jede winzige Pore ihres Körpers vor und hatten die ühevoll freigeschrubbten Stellen schneller wieder zurück erobert, als Januel jemals in der Lage gewesen wäre eine neue Waschgelegenheit aufzutreiben.

Matariel
Spell
Spell
Beiträge: 363
Registriert: 18.03.2004 - 22:31
Wohnort: Dillenburg, Hessen
Kontaktdaten:

Beitrag von Matariel » 17.12.2004 - 17:52

Matariel war auf den Rücken ins nasse Laub gefallen und erst einmal kichernd liegengeblieben. Wie Januel geguckt hatte als er seine Hand an ihr saubergewischt hatte! Oh Mann! Halb zusammengekrümmt, mit den Händen den wackelnden Bauch haltend dauerte es eine ganze Weile, bis der kleine Heiler sich wieder beruhigt hatte und in der Verfassung war, schlitternd und stolpernd hinter den anderen beiden herzueilen.
Gackernd sprang er zugleich in das eisige Flusswasser und spritzte dabei Januel und Iyashiel nass. Böse würde ihm dafür sicherlich niemand sein, schließlich waren ja alle zum Waschen hergekommen.
"W-w-ill j-j-jemand Seife?" fragte er des kalten Wassers wegen schlotternd, während er Schulterpanzer und Gurtungen löste und am Ufer fallen lies.

Januel
Maruel
Maruel
Beiträge: 423
Registriert: 04.04.2004 - 21:48
Wohnort: Dieburg (Hessen)

Beitrag von Januel » 17.12.2004 - 18:06

"Ich! ICH!"
piepste die Ramielitin. Matariel hatte Seife dabei? warum sagte er das denn nicht gleich? Mit beiden Händen hielt sie den bereits von seinen Gurtungen befreiten Kriegsrock an ihre Brust gedrückt und stolperte am Ufer entlang auf Matariel zu.
Fordernd streckte sie die kleine Hand nach ihrem raphaelitischen Bruder aus und öffnete und schloß die Fingerchen mehrmals.
"Gib... giiib."
motzte sie und bemühte sich, noch nicht komplett in das kalte Wasser zu springen, wodurch sie den Hintern hinauszustrecken gezwungen war und mit den gefleckten Schwingen ausladend gegenbalancierte.

Matariel
Spell
Spell
Beiträge: 363
Registriert: 18.03.2004 - 22:31
Wohnort: Dillenburg, Hessen
Kontaktdaten:

Beitrag von Matariel » 17.12.2004 - 18:11

Von Januels Begeisterung für Hygieneartikel überrascht kicherte der Heiler und presste dann die ausgebeulte und viel zu große Tasche, in der sich die geforderte Seife verbarg, fest an seine Brust.
"Wieeee sagt man?"
fragte er und imitierte dabei den strengen Tonfall einer überkorrekten Nonna.

Januel
Maruel
Maruel
Beiträge: 423
Registriert: 04.04.2004 - 21:48
Wohnort: Dieburg (Hessen)

Beitrag von Januel » 17.12.2004 - 18:27

Empört bließ die Ramielitin die Backen auf.
"Gibs SOFORT her, sagt man!"
quengelig hüpfte sie auf dem durchweichten Lehm des Ufers auf und ab... mit dem Ergebnis, dass der Lehm einsackte und Januel unfreiwillig ins Wasser transportierte.
Mit einem mausgleichen Aufschreizog sie reflexartig den Rock ein bisschen hoch... und fiel der Länge nach ins Wasser.
Flatternd und gurgelnd stand sie unter dem Gekicher des Heilers wieder auf und zog sich mit zitternder Unterlippe und schreckgeweiteten Augen ans Ufer.
"Ddd.dd.daran b b bist nnur d dd du Schuld."
wimmerte sie, riss dann die Augen erschrocken noch weiter auf bis ihr einfiel, dass sie den Schriftrollenköcher ja bereits mit den Gürteln abgelegt hatte.
"Gib mm.mir die Ss Seife jj jetzt, p.ppross sim!*"


prossim = tschechisch: bitte

Matariel
Spell
Spell
Beiträge: 363
Registriert: 18.03.2004 - 22:31
Wohnort: Dillenburg, Hessen
Kontaktdaten:

Beitrag von Matariel » 17.12.2004 - 18:57

"Man sagt bitte." erklärte Matariel geduldig und zwinkerte der Ramielitin zu, die wie ein nasser Pudel unter ihm kniete und schlotternd zu ihm aufsah.
Man konnte ja nie wissen, ob Januel in Prag solche Umgangsformen überhaupt gelernt hatte. Mit sprichwörtlicher Engelsgeduld beförderte der Raphaelit endlich einen in ein Tuch eingeschlagenen Block aus der Tasche heraus, löste die Stoffhülle umständlich unter Zuhilfenahme der Zähne und streckte Januel dann ein großes, elfenbeinfarbenes Stück grobgeschnitzter Seife hin.
"Habe ich selbst gemacht!" erklärte er und fügte mit stolzgeschwellter Brust "Es riecht nach Hund" hinzu, woraufhin er wieder zu kichern anfing.
Die Tasche plazierte er, nachdem er selbst aus dem Wasser heraus- und ans Ufer gestiegen war mit einiger Vorsicht zwischen seinem anderen Hab und Gut, löste dann die Schnürung seines Rockes und schlüpfte heraus. Nackt wie Gott den Körper, in den seine unsterbliche Seele gefahren war, geschaffen hatte, schüttelte er seine nassen Flügel aus, nahm einigen Anlauf und hopste wieder vergnügt in das kühle Wasser.

Gesperrt

Zurück zu „Archiv vergangener Scharen“