Tormentum Malorum - Inplay

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Manuel
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Tormentum Malorum - Inplay

Beitrag von Manuel » 27.10.2004 - 11:10

Er war wirklich spät dran. Aber nicht weil er getrödelt hatte, sondern weil er aufgehalten worden war. Ein Auftrag, so früh nach der Zusammenstellung der Schar. Er konnte das nicht gut heißen, aber die Leitung des Himmels schien das anders zu sehen. Darüber hinaus war ihre Anwesenheit wohl zwingend erforderlich. Manuel kannte die anderen noch nicht sehr gut, nicht ihre Schwächen und nicht ihre Stärken, wusste nicht wie er sie einsetzen musste und das störte ihn.
Er trat mitten unter 'seine' Gabrieliten und verkündete knapp: "Es gab eine kleine Planänderung, ich unterweise euch unterwegs. Wir brechen sofort auf."

Gleichzeitig übermittelte er ein kurzes Bild in die Gedanken der anderen, welches die fünf Engel in perfekter V-Formation zeigte. Manuel flog an der Spitze, Jussiel rechts und Varcanel links neben ihm. Hinter Jussiel folgte Kentariel an der rechten Flanke und Timikael nahm den gegenüberliegenden Platz hinter Varcanel ein.
Diese Formation war für lange Flugrouten geeignet, da der vorderste Engel den anderen quasi Arbeit abnahm. Wenn Manuel müde werden würde, konnte er sich zurückfallen lassen und sich an einer der hinteren Positionen einreihen, an der das Fliegen weniger anstrengend war.

Ohne weitere Zeit zu verschwenden lief Manuel über den Rand des Himmels und katapultierte sich mit Hilfe der Aufwinde in die Höhe. Der Wind würde alle Proteste von den Lippen seiner Gabrieliten reißen und Wiederrede über die Seele der Schar hatten keinen Sinn, da er sie schlichtweg ignorierte. Erst als er alle Engel hinter sich wusste und ein ordentliches Tempo gen Norden vorlegte, teilte er sich den anderen mit.

<<< Wir werden nach Norden bis zur Küste fliegen und von dort aus nach Osten ihrem Verlauf folgen bis weit nach Ramielsland. Wir folgen der Küste darum, weil wir keinen Urieliten bei uns haben und im falle von schlechten Wetter die Orientierung verlieren werden. Unser Ziel ist das Peipusbecken, genauer: die Insel Pleskau. Dort gibt es eine Stadt, die denselben Namen trägt und von einem Diadochen regiert wird: Alexander Kolpakov. Anscheinend möchte er sich der Kirche anschließen wenn sie ihm im Gegenzug hilft, die Traumsaatplage zu bekämpfen. Es wurden bereits Engel entsandt, doch der Ramielit der Schar hat um Hilfe bei der Traumsaatbekämpfung gebeten. Wir werden also so schnell wir möglich versuchen, dort hin zu gelangen. >>>

Cutter
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Beitrag von Cutter » 27.10.2004 - 15:08

Jussiel stieß sich von der Wand ab und ging hinter Manuel zur Flugplattform um sich ebenfalls in die Luft zu erheben.
Die Miene des Gabrieliten war immernoch als vollkommen Gleichgültig zu bezeichnen.
Er hörte Manuels Ausführung zu, hang aber seinen eigenen Gedanken nach.

Konnte der Michealit nicht einfach der Straße der Nacht bis nach Prag folgen, so wie es alle Pilger taten? Aber bitte, wenn er die schöne Ausblick Route fliegen wollte, nur zu. Als ob das Wetter an der Küste besser wäre...dort werden wir wahrscheinlich richtige Probleme bekommen. Doch bei dem Michealiten, würde es nichts bringen, es ihm über dem Geist mitzuteilen. Soll er nur machen...

Dann schweiften Jussiels Gedanken volllkommen ab und widmeten sich Erinnerungen und Träumen.

Varcanel
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Beitrag von Varcanel » 27.10.2004 - 19:03

Ein Auftrag! Wundervoll! Alle mal besser als Waffenübungen im Himmel mit all diesen kriecherischen Monachen und wichtigtuerischen Prälaten.
Varcanel genoss Das Gefühl des in seinen Federn spielenden Windes, das Rauschen in seinen Ohren und die atemberaubende Aussicht über den Moloch Nürnberg, dessen nördliche Ausläufer nach einer Weile hinter ihnen zurück blieben. Mit kraftvollen Flügelschlägen hielt er seine Position dicht hinter Manuel, jederzeit bereit seinen Michaeliten abzulösen.

Und auch wenn es ihm widerstrebte einem Feind der Kirche beizustehen, fieberte er ihrem Ziel entgegen. Schon allein die Tatsache, dass eine Schar ihre Hilfe brauchte motivierte ihn - außerdem war es ein gutes Gefühl wieder die Aufgabe zu verrichten, deretwegen er auf die Erde gesandt worden war.
Er war wirklich gespannt was sie erwarten würde, immerhin schickte man mit ihnen eine der schlagkräftigsten Einheiten des Himmels. Wenn nicht sogar die schlagkräftigste! Jeder von ihnen trug die Zeichen der Scriptura schon einige Jahre und keiner von ihnen war ein leichter Gegner.
Kurz warf er einen Blick über die Schulter und betrachtete seine Mitstreiter. Ja, da war vermutlich keiner, der nicht als Veteran zu zählen war und zumindest zu zweien hatte er auch genug Vertrauen - hoffentlich würde das genügen und sich nicht seine dunkle Vorahnung erfüllen.
Schweigend und nachdenklich flog er weiter...

Timikael
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Beitrag von Timikael » 27.10.2004 - 19:45

Viel zu zanken gab es ob der Aussicht auf einen Auftrag erstmal kaum, vor allem weil Manuel ja mit genaueren Erläuterungen auf sich warten ließ.

Mikael blickte für einen Moment mit gemischten Gefühlen zurück, der Himmel mochte zwar von innen wie von außen wie eine karge, kalte Trutzburg wirken, doch sie fühlte sich hier auf eine unbestimmte Weise... zuhause.
Sie hatte nicht damit gerechnet Nürnberg und seinen Himmel schon so bald zu verlassen und sie bezweifelte auch ob es clever war die aufeinander so vollkommen uneingestimmte Schar in ein solches Gebiet zu schicken.
Wobei sie es eigentlich generell nicht für sonderlich clever hielt Diadochen zu unterstützen, sie stellten den Feind dar, nicht anders als andere Ketzer, auch wenn sie mehr Einfluss haben mochten.
Sie war nicht dafür sich mit dem Herrn der Fliegen einzulassen.

Tja, aber Auftrag war Auftrag und während Mikael sich mit leichten Flügelschlägen hinter Varcanel einreihte dachte sie über die kärglichen Informationen nach die der Michaelit ihnen mitgeteilt hatte.

Der Wind rauschte in ihren Ohren und sie beobachtete wie er mit dem Stoff der Kriegsröcke spielte, deren Träger sich nacheinander in die Formation einreihten und aufbrachen.

>>Sind das eigentlich alle Informationen die du für uns hast?<< vorsichtshalber fügte sich noch hinzu: >>Wenn du 'Nein' sagst werde ich weiter nachhaken...<<
Mikaels Augen fixierten den einzigen weißen Rock in dieser seltsamen Konstellation.
Während sie in ihrem Geist nach einer Antwort fühlte, schob sich das dumpfe Stechen in den Vordergrund, dass ihren Kopf erfüllte und es schien ihr als strahle der Schmerz - wie jedesmal - von der Narbe in ihr gesamtes Bewusstsein.
Gewöhnlich vergaß sie es, lies es im Hintergrund ihrer Aktivitäten untergehen und schenkte ihm keine weitere Beachtung.
Doch zu fliegen war eine monotone Angelegenheit und die Aussicht auf einen langen Flug lies jede Bewegung noch langwieriger und -weiliger erscheinen als sie es tatsächlich war.

Manuel
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Beitrag von Manuel » 28.10.2004 - 13:55

<<< Die Stadt liegt anscheinend schon einige Zeit unter Belagerung. Ich war schon einmal dort oben, aber das ist lange her. Seitdem wird sich einiges verändert haben. Wenn allerdings fünf so kampferprobte Engel wie wir angefordert werden, dann kann man sich das Ausmaß der Probleme leicht vorstellen. Der mir Auftrag quasi zwischen Tür und Angel mitgeteilt wurde und die Em es nicht für nötig befand, uns ausführlicher zu informieren, werden wir uns nähere Informationen vor Ort einholen müssen. Aber es wird auf einen Suchen und Zerstören Aktion hinauslaufen. Wenn wir schnell sind und Glück mit dem Wetter haben, dann können wir in drei Tagen dort sein. Das wäre hierzu alles. >>>

Manuel machte eine kurze Pause bevor er fortfuhr:
<<< Da wir keine Zeit für angemessenes Training hatten und ich eure unterschiedlichen Stärken und Schwächen noch nicht kenne, ist es absolut notwenig dass ihr meine Befehle und Anweisungen in der Hektik einer Schlacht augenblicklich und ohne Zögern oder Nachfragen umsetzt. Ich behalte immer den Überblick, jetzt sogar noch mehr, da ich mich nun zum ersten mal als schwächsten Kämpfer in einer Schar sehe und mir diesbezüglich mehr Freiraum bleibt. >>>

Das diese Situation für ihn selbst völlig neu war und ihn diese Tatsache verunsicherte, verschwieg er natürlich. Noch nie hatte er ein solches Zerstörungspotential unter sich vereinigt - und in dieser Hinsicht hatte er selbst einiges zu bieten. Wenigstens mussten sie keine diplomatisch schwierigen Missionen absolvieren. Im Fokus dieses und der folgenden Aufträgen würden eher taktische Fragestellungen stehen.

Manuel leitete alle Kommentare ohne Umschweife an den Rest der Schar weiter, so dass jeder sich ein Bild machen konnte. Er brauchte die Informationen im Moment nicht zu filtern, sie hatten ja alle Zeit der Welt.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 28.10.2004 - 15:45

*Gut wunderbar. Dann werde ich dir sagen, was du wissen musst. Varcanel beherrscht seine Mächte, ebenso wie Jussiel in hervoragender Art. Und darüber hinaus. Varcanel hat überdies die beste taktische Einschätzung von uns. Ich behaupte, dass er die Züge seines Gegners vorhersehen kann, beinah wie ein Ramielit. Frag ihn selbst, wenn Du mehr wissen willst.
Jussiel hält von uns allen am meisten aus. Zumindest was Verwundungen angeht. Wenn jemand keinen Raphaeliten nötig hat nach einer Schlacht, dann er.*
Kentariels geistige Stimem war frei von Neid, doch man spürte, dass er den anderen Gabrieliten um diese Macht beneidete.
* Was Timikael vermag, kann ich dir nicht sagen. Aber ich kann dir sagen, was ich vermag.
Sollten wir in größere Bedrohung kommen, haltet Euch fern von mir, vor allem Du.*

Manuel
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Beitrag von Manuel » 29.10.2004 - 08:17

Also tickte Kentariel aus, sobald es heftig wurde. Keine gute Aussicht. Das reduzierte ihn auf eine reine Kampfeinheit und nahm ihm viel von seinem taktischen Wert. Andererseits würde er wie ein Irrer bis zum letzten Kämpfen und eine Position, die von ihm gehalten wurde, würde erst einbrechen wenn er gefallen war. Varcanel konnte Kentariels Aussage nach gut mit kleinen Gegnertruppen oder einzelnen Gegnern umgehen. Und so wie er den Todesengel einschätzte, handelte er diese Begegnungen recht schnell ab. Da er seine Befehle bisher ohne Zögern ausgeführt hatte, konnte er gut zum Skalpell in Manuels Hand werden. Eine scharfe, feine Waffe mit der man trenngenau arbeiten konnte. Jussiel war präzise - nichts anderes hatte er von der schweigsamen Gabrielitin erwartet. Vielleicht konnte man ihn als Hammer benutzen, der die Gegner auf den Amboss Kentariel zutrieb, so dass sie zwischen den beiden zermalmt wurden?
Timikael war verdammt schnell - das machte sie hochflexibel. Sie schien Gedanken umzusetzen bevor Sie sie gedacht hatte - jedenfalls war ihm das bei dem Übungskampf so vorgekommen. Hervorragend um Flanken und den Rücken zu schützen, da sie sich neuen Situationen wohl schnell anpassen konnte.
Ja, das könnte funktionieren. Mal sehen was die anderen dazu sagten.

<<< Das mit der taktischen Einschätzung bezweifle ich... vielleicht für die gegenwärtige Situation, aber nicht für die Schlacht als Ganzes. Trotzdem, ich denke Varcanel wird gute Arbeit als Speerspitze bei Vorstößen liefern und schnell und präzise einzelne, starke Gegner ausschalten können, richtig? Wenn Kentariel so ... unsteuerbar wird, müssen wir den Nachteil in einen Vorteil wandeln. Du wirst zwar ortsgebunden operieren, aber wir können das mit Jussiel ausgleichen. Jussiel wird der Hammer sein, Kentariel der Amboss. Einer treibt neue Gegner heran, welche dann zwischen beiden aufgerieben werden. Oder stellt das ein Problem dar? Inwieweit bist du in deinem Zustand noch ansprechbar Kentariel?
Timikael habe ich bisher als sehr flexibel und vor allem reaktionsschnell beobachtet - falls ich irren sollte, so sagt es mir. Sie wird unterschiedliche Aufgaben erhalten, aber vor allem zusammen mit mir die Flanken und den Rücken von euch anderen freihalten und bei Bedarf unterstützend vorgehen.
Falls es Probleme mit einer größeren Gegnermasse geben sollte, wird es meine Aufgabe sein sie schnell auszuschalten. Danach allerdings bin ich recht wehrlos und bedarf eures Schutzes. >>>

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 29.10.2004 - 08:35

* Wenn Du es nicht wünscht, werde ich die Macht "Kelch der Rache" nicht benutzen, so dass keine Gefahr für Euch besteht. Ich spreche von etwas anderem: von Gabriels Feuer. Wenn es in mir entzündet wird, brenne ich -nicht nur dieses Schwert an meiner Seite - und alles was in meine Nähe kommt brennt ebenfalls. Du bist nicht feuerfest, oder?* Kentariel grinste vor sich hin, während er mit kräftigen Flügelschlägen den Anderen folgte.

Timikael
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Beitrag von Timikael » 04.11.2004 - 14:55

Mika sagte nichts, aber sie war relativ zufrieden dass Manuels Einschätzung was sie betraf nicht allzu hoch waren.
Lieber unterschätzt als überschätzt.

Hätte man während eines Formationsfluges groß auf Mimik geachtet, hätte der Rest der Todesschar sich nicht nur über Kentariels, sondern auch über Timikaels selbstzufriedenes Grinsen Gedanken machen können.
Da das allerdings nicht gang und gebe war, flogen sie - jeder für sich und nur über Manuel Geist miteinander verbunden - weiter.

Nachdem sie Nürnberg hinter sich gelassen hatten und auf den Befehl ihres Michaeliten hin zum Weiterflug unter die Wolken gesunken waren, prasselte ihnen der Vormittagsregen auf die ausgebreiteten Schwingen und perlte zunächst von ihren Schwingen ab, doch über Stunden hinweg würde er ihre Federn mühelos aufweichen, wie auch den Rest von ihnen.
Umso näher sie der Küste kamen, desto nasser wurde es, bis sie schließlich unter sich das Meer und über sich einen Sinnflutartigen Regen hatten.
Grau in Grau erstreckten sich See und Land unter ihnen, getrennt nur durch einen Streifen Strand, der es bei diesem Wetter ebenfalls an Farbintensität mangeln ließ.

Schon die Strecke über Land war nicht wirklich traumhaft gewesen, doch hier konnte man nichteinmal Unterschiede in der Landschaft oder Menschen beobachten, nur als sie die Küstenstädte überflogen gab es etwas Abwechslung für die Augen, die sich schnell an dem fahlen Grau satt sahen und ermüdeten.
Aber auch die Städte oder Dörfer waren nichts was man nicht schoneinmal gesehen hätte. Es war schon lange zu spät um aufbrechende Fischer beobachten zu können, nur wenn man gegen den Wind in Richtung Meer blicken wollte, konnte man hie und da ihre Boote in den aschefarbenen Wellen erkennen.
Wenigstens meinte Gott es gut genug um ihnen nicht noch unangenehmeres Wetter - einen Sturm etwa - zu schicken und so kamen sie relativ gut, wenn auch nass voran.

Schon seit sie die Küste erreicht hatten, hatte Manuel sich zurück fallen lassen und Varcanel die Spitze überlassen, dessen größeres Kraftpotenzial sich auf ihre Geschwindigkeit niederschlug und die Gemüter wieder dazu brachte, sich stärker auf das Fliegen zu konzentrieren.

Bei Mikael war das allerdings gar nicht nötig, in ihren Flügeln hatte in den letzten Stunden als Ausgleich zu den Kopfschmerzen ein ziehen ausgebreitet dass ihr gute Aussichten auf einen ordentlichen Muskelkater versprach.
Des weiteren schien seit geraumer Zeit jeder Muskel persönlich Bescheid sagen zu müssen, wenn er sich bewegte und zwar indem er gründlich schmerzte.
Eigentlich quälte sie sich schon viel zu lange so durch die Luft, doch noch hatte immerhin auch keiner der Anderen irgendein Anzeichen gegeben, dass er eine Pause brauchte und sie hatte nicht vor der Erste zu sein der schlapp machte.
Dummerweise waren ihre Muskeln da ganz anderer Ansicht und ein paar von ihnen drohten ihr bald darauf mit einem Krampf, woraufhin sie dann wohl oder übel beschloss doch schlapp zu machen.

>>Wenn ich nicht vom Himmel krachen soll wäre eine Pause echt gut, ungefähr - jetzt!<< teilte sie mit Nachdruck und einem pochen in Flügeln und Kopf mit.

Cutter
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Beitrag von Cutter » 04.11.2004 - 16:30

Jussiel hatte unermüdlich seinen Weg an der Spitze fortgesetzt und dachte nicht einmal daran sich nach hinten fallen zu lassen.
Er wußte wie er die Winde nutzen konnte um kraftsparend zu fliegen.

Unermüdlich trieb er mit seinem Tempo die Schar ihrem Ziel entgegen, denn die Formation sollte ja eingehalten werden.

und im innern sann er während der Reise seinen Erinnerungen nach und versuchte sie tiefer zu ergründen und auch seine mitlerweile schon seltsam anmutenden Träume.
Die ihm, seitdem er das erste Mal eingeschlafen war nicht mehr los ließen.

Gerne hätte er Zerstreuung bei seinen Logenbrüdern und Schwestern gesucht.
Einen Ort, der ihn aufnahm und nicht Verstoß, so wie dieser hier..

In ihm stiegen Gefühle und Sehnsüchte auf, Gefühle die er zu unterdrücken versuchte und doch wußte er, dass er sie später im Gebet an Grabriel loswerden musste um nicht bald zu zerbersten.

Varcanel
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Beitrag von Varcanel » 08.11.2004 - 01:02

Auch Varcanel hatte als Windschild recht lange den Böen getrotzt, ehe er sich nach hinten fallen ließ, worauf Jussiel seine Position eingenommen hatte. Der Wechsel war fast automatisch erfolgt, wie bei einem gut geölten Uhrwerk verliefen solche alltäglichen Dinge wie von allein - zumal die beiden bereits auf einer Mission zusammen gearbeitet hatten.
Wohl auch aus diesem Grund gab es keine Einwände von Manuel. Oder war der Michaelit einfach zufrieden solange er nicht die Spitze übernehmen musste?

Varcanel war nicht begierig darauf seine Kräfte bereits am Beginn der Reise leichtfertig zu verspielen. Anders als Jussiel, der allem Anschein nach nicht vor hatte sich ablösen zu lassen. Dies wiederum bestätigte nur einmal mehr seine Meinung über den Ferramenser.
Wundervoll! Wenn er seine Reserven jetzt schon aus lauter Eitelkeit aufzehrt, dürfen wir hinterher wahrscheinlich seinen makellosen Arsch retten, weil er ja seine letzte Kraft benötigt um irgendwelche Kratzer zu heilen! Gabriel, schmeiß Hirn vom Himmel - und vergiss deine liebsten Kinder nicht!

Mikaels Hilferuf riss ihn aus seinen Gedanken. Und ja, auch er spürte mittlerweile die Erschöpfung. Bei den Worten seiner Schwester entrang sich ihm unwillentlich ein Lächeln. Irgendwie mochte er sie. Ihre offene Art erinnerte ihn ein bischen an Siriel.

<<< Manuel, soll ich einen geeigneten Landeplatz suchen? Ihr könntet derweil kreisen, dann muss Mikael keinen kräftezehrenden Aufstieg mitmachen, falls es da unten nur einen Haufen Reisfelder gibt >>>, und bei seinen Worten spähte er in den Dunst, der sich in der schwülen Wärme unter ihnen über dem Boden gebildet hatte. Von hier oben könnte nur ein Urielit mehr ausmachen als eine einzige graue Suppe - die Nachteile einer Todesschar machten sich früher bemerkbar als gedacht.

Manuel
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Beitrag von Manuel » 09.11.2004 - 09:18

Schon? Der Wind war zwar stark hier an der Küste, aber sie waren noch nicht einmal 10 Stunden unterwegs.
<<< Nein, das ist nicht nötig Varcanel. Wir werden tiefer gehen, ich übernehme wieder die Spitze. Im der nächsten größeren Siedlung werden wir eine Pause einlegen. >>>
Natürlich würde der Michaelit vorn fliegen wenn sie Menschen gegenübertraten. Gehorsam ließ sich Jussiel zurückfallen. Manuel beförderte sich selbst an die Spitze und führte die Schar noch tiefer.

Nebel war heraufgezogen und in diesem Punkt hatte Varcanel richtig gelegen, man konnte nicht viel sehen. In den Siedlungen der Menschen jedoch brannte immer irgendwo ein Licht und im Normalfall musste man kein Urielit sein um den Wiederschein im dunstigen Grau auszumachen.

Das große Dorf welches sich langsam aus dem Nebel herausschälte verfügte über eine umgehende Palisade, welche auf einem kleinen Erdwall stand. Die Häuser standen dicht an dicht, nur der klein Hafen und einige Wirtschaftsgebäude befanden sich außerhalb der schützenden Umzäunung. Hier konnte jederzeit Traumsaat aus dem Meer steigen und die Menschen mussten ununterbrochen wachsam sein. Wie so oft in Gabrielsland war die Dorfkirche ein trutziger Steinbau, welcher im Notfall als letzte Zuflucht dienen konnte. Der Platz davor wurde bestimmt für Markt und ähnliches genutzt. Und genau dort wollten sie landen.

Manuels nackte Füße setzten als erstes auf den nasskalten, mit Sand und Schlamm überzogenen Pflastersteinen auf. Es waren nur zwei Menschen in der nähe, zwei jüngere Männer, die ihr Gespräch erstaunt unterbrochen hatten um die ungewöhnliche Schar zu mustern. Und man konnte die langsam aufkeimende Angst in ihren Gesichtern förmlich riechen. Der Michaelit ignorierte sie.
<<< Wir werden in der Kirche ruhen. >>>
Natürlich, wo auch sonst? Mit arrogant hochgehaltenem Haupt schritt er auf die Doppelflügel des Gotteshauses zu und öffnete sie nachdem er die wenigen Stufen erklommen hatten, welche das Gebäude von den restlichen Bauten im Dorf abheben sollte.

Nur im vorderen Teil befanden sich Holzbänke für die Betenden, die in den hinteren Reihen mussten stehen. Karg und zweckmäßig war die Einrichtung und machte sich nicht die Mühe den Wehrcharakter des Gebäudes zu verbergen: eine Galerie mit kleinen, schmalen Fenstern, ein dicker Riegel für die massiven, kleinen Türen und so weiter. Der Geist Gabriels war hier stark zu spüren.
Manuel sah sich kurz um und trat dann auf den Mann zu, welcher bis eben noch vor dem kleinen Altar gebetet hatte - wahrscheinlich der Dorfpriester und gleichzeitig Hauptmann der Verteidigungstruppen der Siedlung.
Sein Latein war schlecht und rau, aber er musste eigentlich auch nicht viel reden. Manuel machte ihm klar, dass seine Schar sich ausruhen musste und dass sich in dieser Zeit kein Mensch in der Kirche aufzuhalten hatte. Auch wünschten die Engel nicht gestört zu werden, außer im äußersten Notfall.
Der Mann verstand - zumindest tat er so - und entfernte sich rasch zu einer kleinen Seitentür nachdem er nochmals einen Blick in die Runde geworfen hatte.

Endlich musste er sich nicht mehr mit diplomatischen Erwägungen herumschlagen, ob er nicht zu rüde zu den Menschen gewesen war. Jetzt waren sie eine Todesschar und sie waren nicht hier den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Die Menschen wollten nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Bestimmt würden sie nicht gestört werden.

"Ruht euch aus." lautete die einzige Order bevor der blonde Engel sich mit eng angezogenen Flügeln in die erste Bankreihe setzte, die Arme abweisend verschränkte und versuchte seine Flügelmuskeln zu entspannen, indem er sie abwechselnd anspannte und wieder lockerte.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 09.11.2004 - 09:56

Nach ihrer Landung hatte sich Kentariel aufmerksam umgesehen, doch keine Anzeichen für einen Angriff entdeckt. Das Dorf sah recht friedlich, wenngleich auch wehrhaft aus, aber zumindest schienen die Bewohner die er sah nicht auf einen Angriff zu warten.

Mit ihrem Auftauchen allerdings, so konnte er sich vorstellen, lösten sie mehr Panik aus als nötig.
Naja, der Pater würde es ihnen schon sagen, dass sie nur über Nacht bleiben. Wenn die Leute trotzdem die Hosen voll hatten, dann höchstens wegen ihrem schlechten Gewissen und das - so hatte er gelernt - hatten fast alle Menschen.

Kentariel setzte sich ebenfalls in eine der Bänke, allerdings nicht weil er sonderlich müde war. Die Müdigkeit würde später kommen.
Er massierte etwas umständlich seine Flügel so gut er drankam und lockerte damit die Muskulatur so weit, dass sie zu brennen aufhörte. Varcanel und Jussiel hatten ein ordentliches Tempo angeschlagen.
Er selber hätte sich ein wenig mehr Zeit gelassen, da es völlig egal war ob man 500 Kilometer in 8 oder in 10 Stunden flog. Mehr als 500 Kilometer am Tag war vor einer Mission pure Dummheit und je shcneller man flog um so schneller bekam man Muskelkater.
Aber er hatte nichts gesagt, da es ihm egal war.
Morgen früh würde es so oder so wieder vergangen sein.

Kentariel trank ein paar Schlucke aus seiner Wasserflasche und lehnte sich dann zurück. Sein Blick fiel auf die Mauern der kargen Kirche und irgendwie fühlte er sich mehr eingesperrt, als sicher.

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