Tormentum Malorum - Inplay

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Moricaley
Oni
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Beitrag von Moricaley » 17.11.2004 - 11:19

Mikael reagierte schnell.

Abwechslung! Endlich Abwechslung!

Es freute sie fast was die Traumsaat hier trieb. Dieses unendlich eintönige Fliegen hatte ihren Schädel in einen von dumpfen Schmerz pochenden Sumpf verwandelt und ihre Flügel in Blei, doch das war alles vergessen als sie die Kreaturen des Herrn der Fliegen erblickte und Manuel den Befehl zum Angriff gab.

Die Flügel der Gabrielitin legten sich eng genug an ihren Körper um die Distanz schnellstmöglich zu überwinden und gleichzeitig noch genug Steuerungsvermögen zu behalten um im rauhen Wind der über das Meer pfiff lenken zu können.

Mikael spürte wie sich neben ihr die anderen Engel nach unten stürzten, doch das interessierte sie nun nicht.
Die Traumsaatkreaturen hatten sie bereits bemerkt bevor sie sie ganz erreicht hatten und reagierten darauf mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.
Die Gabrielitin holte mit ihrem lodernden Schwert aus und flog ohne auch nur minimal abzubremsen direkt auf einen der Scheinengel zu, die am nächsten waren und sich gerade Angriffsbereit gemacht hatten, somit also bereits von den Menschen abgelassen und sich in ihre Richtung gewendet hatten - zumindest für den ersten Scheinengel ein erheblicher Fehler, denn ohne von Masten oder Menschen behindert zu werden konnte Mikael ihren vollen Schwung und die Geschwindigkeit ausnutzen, die ihr ihr kurzer Sturzflug gebracht hatten.
Ihr Flammenschwert riss ihn förmlich aus der Luft als es durch seine Flügel preschte und sie in unbrauchbare, verschmorte Chitinfetzen zerriss.
Ein zweiter Schlag war nicht mehr nötig, denn der Scheinengel stürzte hässlich knisternd und beineringend gen Meer und erst jetzt bremste Mikael ab, das aber sehr hart.
Sie spürte die letzten Tage des fliegens schmerzthaft in den Flügeln.
Verflucht!
Dafür mußte der nächste Scheinengel bezahlen!

Varcanel
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Beitrag von Varcanel » 17.11.2004 - 15:53

Nun gut, so beginnt es also...schnell zuschlagen...sie sind in der Überzahl, drei Engel gegen Acht von ihnen...also im ersten Ansturm mindestens einen erledigen, sonst war es das...zumindest Manuel würde das wahrscheinlich nicht überleben...

Als Mikael gerade den ersten der geflügelten Traumsaatdämonen attackierte, schoss ein Schatten an ihr vorbei. Fast geräuschlos überholte Varcanel sie mit halb angelegten Flügeln, nachdem er aus ihrem Windschatten getreten war und schwenkte dabei minimal nach rechts ab.
Sein Plan war von Erfolg gekrönt. Dadurch, dass er als einziger Gabrielit sein Flammenschwert nicht entzündet hatte, sondern noch immer mit der Schwertlanze kämpfte, gab es nichts was den Scheinengel vor seinem Verhängnis warnte.

...aus deinem Zorn erschufst du Gabriel, den schrecklichen Gabriel...

Varcanel konzentrierte sich, dann führte er einen einzigen wohlplatzierten Streich. Er sah sich nicht nach seinem Gegner um. Er wusste, dass die Kreatur bereits gen See stürzte, nachdem seine Schwertlanze ihren Hals exakt dort durchtrennt hatte, wo zwei Chitinplatten aneinander grenzten.

...Flamme deiner Wut...

Mit dem stumpfen Ende verpasste er einem zeiten Dämon einen Schlag in den Rücken. Ein hässliches Knirschen war die Folge, grünliches Sekret quoll aus der Wunde, doch der Gegner war nur angeschlagen - und jetzt aufmerksam.

...Schwert der Gerechtigkeit deiner Kirche...

Diese Bastarde! Sie kommen schneller mit der veränderten Situation klar, als ich hoffte. Nun gut, wir werden sehen, wer dieses Spiel besser spielt...


Aus dem Augenwinkel sah er, wie sich ein Dämon von hinten näherte, um ihm in den scheinbar ungeschützten Rücken zu fallen. Zugleich begann der vor ihm fliegende Scheinengel mit einer Reihe kleinerer Angriffe. Varcanel brauchte nicht überlegen um zu begreifen was ihr Plan war. Mit so etwas mochte man einen Signumsengel überraschen können - ein bitteres Lächeln huschte über seine Lippen.

...du schufst deinen Engel nur wenig geringer als dich selbst...

Ein Kribbeln machte sich in seinem Nacken breit. Schwoll langsam an, als die Linien seiner Scriptura zu brennen begannen. Der Dämon vor ihm schlug mit seiner Klaue nach ihm. Varcanel schlug sie mit dem Schaft zur Seite. Nutzte den Schwung. Gerade spürte er die kalte Berührung in seinem Rücken. Dann zeigte das Schild des Glaubens seine Wirkung. Der Dämon hinter ihm wurde zurück geschleudert. Der Todesengel wirbelte herum. Genau die richtige Distanz. Ein trockenes Knacken. Der Scheinengel kippte flügellos zur Seite. Verschwand in der Tiefe. Die Schwertlanze mit ihm.
Varcanel achtete nicht darauf, während er sich weiter drehte griff er nach seinem Flammenschwert und zog sich ein bischen von seinem Gegner zurück.
Kalt lächelnd fixierte er den verbliebenen Dämon.
Sein Flammenschwert entflammte und hüllte sein Gesicht in düsteres Rot.

...hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt!

So weit - so gut. Jetzt sollten die Kräfte etwas ausgeglichener sein...
<<< Manuel! Zwei erledigt, einer angeschlagen. Ich gehe jetzt in den Nahkampf. Formieren? >>>

Cutter
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Beitrag von Cutter » 17.11.2004 - 20:27

Nun war Jussiel in seinem Element.
Mit ausladenden Flügelschlägen, katapultierte er sich noch mal in die Höhe um genau über das Schiff zu kommen.

Kentariel folgte auf Manuels befehl hin Jussiel, und behielt den Ferramenser genau im Auge. Wo würde sie wohl angreifen? Sie mussten jetzt zusammen agieren.


Jussiel schwebte geradezu über der Kampfszenerie, in die sich Timikael und Varcenael gestürzt hatten und beobachtete jede Bewegung der Wasserweberin, wie sie versuchte mit ihren Langen Beinen, an Deck zu klettern genau an. Dann nach einigen Sekunden, in der er Gabriels Kraft des Golems in sich anrief, legte Jussiel mit einem Mal seine Flügel an und stürzte hinab zur Traumsaat, die anscheinend noch damit beschäftigt war an Deck zu klettern und das Schiff mit ihren harten Fäden einzuspinnen. Jetzt war die Beste Zeit für einen Überraschungsangriff von Oben.


Kentariel schien dies genauso zu sehen, er hielt sich neben Jussiel, bereit die Kreatur von der anderen Seite aus zu attackieren. Aber dem Gabrieliten war "Gottes Rüstung" allemal lieber.
Wenn die Spinne ihn doch mit einem ihrer Beine treffen würde, würde sie sich auch selbst verletzen. Doch soweit wollte er es gar nicht kommen lassen.


Schneller als die Pfeile der Urieliten, schossen die beiden Gabrieliten auf ihr Ziel zu, das gerade den Mast mit stahlharten Fäden umspann, um ihn schlussendlich in sich zusammenstürzen zu lassen. Beide erhoben gleichzeitig ihre Klingen um zum Streich auszuholen.


Wie fast alle Kreaturen, war die Spinne am Kopf noch immer am verwundbarsten. Doch wenn Jussiel einen Schlag anbringen wollte, der richtig saß, würde das Biest sich wehren.
Kentariel beschloss zunächst für eine geeignete Ablenkung zu sorgen.
Kentariel schwenkte ein Stück zur Seite und umrundete die Kreatur, um von hinten angreifen zu können, wenn Jussiel vorne zuschlug.
Sein Schwert knisterte funkensprühend im Flugwind, während er einem wild um sich schlagenden Bein auswich, mit denen auch der Ferramenser zu kämpfen hatte.


Ohne dass die Kreatur wusste, wie ihr geschah, sauste Jussiels knisterndes Flammenschwert, mit voller Wucht gegen ihren Kopf, in ihre Augen und verbrannte das sensible Fleisch sofort.
Der Spinne entfuhr ein markerschütternder Schrei, der durch Mark und Bein ging als Jussiel und Kentariel ihre lodernden Schwerter in sie hineintrieben. Kaum hatte Jussiel, die Haut und die Augen verbrannt, bäumte sich die Weberin mit einem Mal auf und Jussiel wurde von einem der Beine erwischt und zu Boden geschleudert.


Kentariel spürte, wie sein Schwert gestärkt durch seine Mächte in den Panzer der Kreatur fuhr und ihren Rücken versengte, aber er wusste genauso gut wie Jussiel, dass sie das noch nicht wirklich aufhielt.
Der Panzer der Spinne war fast armdick und selbst das Flammenschwert hatte sie nur angekratzt.
Kentariel gelang es mit knapper Not sich zurück in die Luft zu werfen und dem zuckenden Leib auszuweichen, der Taue und ein Beiboot mit sich riss.
Mit kräftigen Flügelschlägen katapultierte sich der Gabrielit in die Luft um zu sehen, ob Jussiel alleine wieder hochkam. Jetzt wo sich das Biest aufgebäumt hatte, hatte Jussiel besten Blick auf deren Bauchseite. Vielleicht lag dort eine Schwachstelle.


Die Wucht des Aufpralles war enorm und hatte Jussiel krachend zu Boden geschlagen, doch Gabriels Macht hatte ihn gerettet.
Die Traumsaat stand nun nur auf ihren Hinterbeinen, und versuchte Kentariel von sich abzuwerfen.
Hastig tastete Jussiel nach seinem Flammenschwert, dass direkt neben ihm gelandet war und entzündete erneut Gabriels Flammen um das Biest schnell wieder attackieren zu können.
Sein Puls schoss in die Höhe. Jetzt musste er das Biest nur noch aufschlitzen, denn auch er wusste, dass der Bauch eine ideale Schwachstelle bot.
Erneut fühlte er die Kraft Gabriels in sich aufsteigen, die diesmal um ein vieles stärker zu spüren war um seinen Schwertarm und seinen Körper mehr Kraft zu verleihen.
Gerade mal einen Wimpernschlag später, erhob der Gabrielit sein Schwert zum Streich, dass er zischend in den Bauch der Traumsaat trieb, die sich erneut mit einem markerschütternden Schrei aufbäumte, während Jussiel seine Seele weiter in deren Körper trieb.


Kentariel nutzte die Gelegenheit, denn die Traumsaat kam ihm quasi entgegen.
Mit einem heftigen Hieb, rammte er sein glühendes Schwert erneut in den Panzer der Kreatur, während er sich für einen Augenblick auf dem Rücken des Monsters hielt.
Klebriges, ätzendes Sekret spritze ihm entgegen, aber er spürte es kaum.
Er durfte jetzt nicht loslassen, sonst würde das Monster sein Schwert mitreißen.


Mit ganzer Kraft, zog Jussiel das Schwert hinunter und hängte sein Körpergewicht noch zusätzlich an das Schwert um einen langen Schnitt am Bauch zu vollführen, die die ledrige Haut aufriss und Jussiel mit schleimigen roten Sekret bespritzte, ehe ihm, als er die Bauchdecke endlich aufgerissen hatte, noch der Darm des Tieres entgegen rutschte und ihn unter sich begrub.


Kentariel spürte, wie die Wucht des Monsters, das sich aufbäumte und nach ihm und Jussiel schlug, ihm fast das Schwert aus den schmerzenden Händen riss.
Dennoch klammerte er sich weiterhin daran fest.
Eine fuchtelndes Bein, dass ihn vom Rücken der Spinnenkreatur zu wischen suchte, zischte heran und Kentariel sah sich gezwungen sich gegen den spitzdornigen Leib des Monstrums zu pressen.
Auch dieses Mal spürte er kaum, wie die scharfkantigen Spitzen seine Haut ritzten. Doch er sah, wie die Spinne fast mit allen Beinen losgelassen hatte und hektisch nach Halt suchte. Der Gabrielit klammerte sich an sein Schwert, als das Monster mit einem schrillen Schrei erneut zuckte und dann plötzlich abzurutschen begann.
Kentariel spürte, wie sich sein Schwert immer tiefer gegraben hatte und längst bis zum heft in der Kreatur steckte.


Mit Mühe und Not versuchte Jussiel, sich aus dem Gewirr des Darmes zu befreien und schließlich schaffte er es mit mehreren zischende Schwertschwüngen.
Gerade als er den letzten Rest über seinen Kopf weggeschleudert hatte, sah er, wie die Traumsaat hinten über Deck fiel und mit Kentariel ins Wasser klatschte.
Schnell stürmte Jussiel nach vorne zum Deck und rutschte im Laufen, auf dem Schleim und den Gedärmen aus und knallte durch die angeknackste Reling und fiel hinter ihnen ins Wasser.

Die Traumsaat sah man nur noch als bloßer Schatten, der eingerollt in Todeshaltung in die Tiefe der See sank.


edit:
Erst im Wasser schaffte es Kentariel endlich sein Schwert aus dem Tier zu zerren, doch er war für ein paar Augenblicke wie benommen gewesen.
Mit einem Ruck, der schmerzend durch seine Oberarme und den Rücken fuhr, kam das erloschene Flammenschwert frei. Kentariel blickte nach oben.
Luftblasen stiegen aus seinem Mund auf und purzelten grotesk der Oberfläche entgegen, während der Gabrielit dies mit mühsamen Strampeln erledigen musste. Der Sog des rasch versinkenden Untieres hielt ihn dabei fast auf der gleichen Stelle, so dass es ihm wie Ewigkeiten vorkam, dass die rettende Oberfläche näher kam.
Verbissen paddelte er weiter, während die letzten Luftblasen aus seinem Mund kamen, und er das Gefühl hatte, der ganze Ozean würde auf ihm lasten.

Manuel
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Beitrag von Manuel » 18.11.2004 - 07:18

Die Schwarzen Engel schossen in den Kampf, bereit Tod und Vernichtun unter den monströsen Insekten zu sähen. Manuel näherte sich langsamer und beobachtete alles genau.
Die Matrosen auf dem Schiff standen einen Moment wie erstarrt, für sie mussten die Engel quasi aus dem Nichts aufgetaucht sein.

Während Timikael und Varcanel unter den Scheinengeln wüteten hatte eine der Kreaturen die wütenden Gabrieliten in einem weiten Bogen umrundet und kam von der Seite auf ihn zu. Anscheinend malte er sich leichtere Beute mit ihm aus.
Der Michaelit änderte seine Flugrichtung, hielt auf die Ausgeburt des Bösen zu und beschleunigte seinen Flug. Kurz bevor beide zusammenstießen zog Manuel - ganz Herr über seinen Leib - mit zwei mächtigen Flügelschlägen blitzschnell nach oben. Die Traumsaat versuchte dem Manöver zu folgen, hatte jedoch mit einem frontalen Angriff gerechnet und hatte im sprichwörtlichen Sinne das Nachsehen. Im Überflug stieß der Scharführer sein Schwert nach unten, direkt in die hastig schlagenden, rasiermesserscharfen Schwingen des Insekts und schnitten einen zu mehr als der Hälfte ab.
Kein Schmerzensschrei ertönte, kein Blut spritzte - die Hautflügel waren kaum durchblutet. Allerdings geriet die Kreatur sofort ins trudeln und klatschte ein paar Augenblicke später auf die Wasseroberfläche.
Im Luftkampf reichte es meistens den Gegner flugunfähig zu machen. Und die Flügel waren nun einmal ein sehr großes Ziel.

*** Keine Formation, erledige die Traumsaat. *** antwortete er Varcanel.
Vier erledigt, blieben vier übrig. Die größte bedrohung war schon beseitigt: die Spinne verstank bereits im Ozean - und mit ihr Kentariel.

Manuel ging wieder tiefer, umrundete das Boot und konnte sehen wie auch Jussiel im Wasser lag. Ein Stück hinter sich konnte er Luftrauschen ausmachen und es war sicher keiner seiner Gabrieliten was ihn da verfolgte.
Egal, etwas anderes hatte jetzt Vorrang.

Im Vorbeiflug herrschte er einen der verdattert aussehenden Matrosen auf den Deck mit der Kraft seiner Stimme an "Ein Seil!" brüllte er. "Wirf ihnen ein Seil zu!"
Ohne dass der Mann recht wusste wie ihm geschah setzte er sich in Bewegung.

<<< Kentariel? Jussiel, kannst du ihn erreichen? Was ist passiert, hat ihn die Traumsaat mit in die Tiefe gerissen? >>>

Manuel zog in einer engen Kurve um das Heck des Schiffes herum um etwas mehr Abstand zwischen sich und seinen Verfolger zu bringen. Im Moment konnte er ihn wohl ignorieren und nach Timikael und Varcanel sehen. Er musste den Überblick behalten.

Cutter
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Beitrag von Cutter » 18.11.2004 - 17:42

Ein tosen ging durch Jussiels Ohren, als er durch die Wasseroberfläche brach und in die kalte Flut tauchte.
Luftblasen, umhüllten Jussiels und verschleierten seine Sicht.
Schnell steckte er das Schwert wieder in seine Scheide hinein.
Hier unten war es ihm unnütz.
Die Luftblasen sprudelten nach oben und nach kurzer Zeit sah Jussiel um sich herum nur ein tiefdunkles blau und nur der Schatten des Schiffes über ihn, ließ ihn nicht die Orientierung verlieren, wo oben und unten war und dann erst spürte der Gabrielit den Sog, der Traumsaat, der ihn stetig nach unten zog.

<<<Ich werde ihn hoch holen. Sein Schwert steckt wahrscheinlich noch in der Traumsaat.>>>

Das war alles, was Jussiel Manuel antwortete.

Kentariel kämpfte verbissen um jeden Meter, der ihn von der Wasseroberfläche trennte. Seine Lungen schien nach Luft und er musste dem Drang einfach einzuatmen mit Gewalt wiederstehen. Er spürte bereits, wie sein Körper kribbelte, als der Luftmangel ihn in eine Ohnmacht treiben wollte. Doch die Linien Gottes hielten ihn wach.
Im Gegenteil, sie gaben ihm zusätzliche Kraft so dass er nur noch schneller auf die Oberfläche zuchwamm und je näher er dieser kam, um so rascher ging auch sein Aufstieg. Wenige Meter über sich konnte er plötzlich Jussiel erkennen.

Jussiel ließ sich vom Sog etwas nach unten ziehen und sah hinunter zu den Luftblasen, die im entgegen stiegen.
Ob das Kentariel war?
Der Gabrielit fing mit seinen Flügeln und Armen an zu Rudern, wie er es in mehreren harten Lektionen gelernt hatte, um seinen Ordensbruder zur Hilfe zu kommen. Wohlwissend, dass er sein Leben dabei aufs Spiel setze, sich mit den Sog hinunter in die Tiefe der See ziehen zu lassen.

Es war Jussiel, ob sie gekommen war um ihn rauszufischen? Egal, er würde es alleine schaffen. Mit zwei drei kräftigen Zügen, war er bis zu ihr aufgetaucht und betete darum, dass es bis oben nicht mehr weit sein möge. Der Druck auf seine Lunge war grässlich und je länger er andauerte um so weniger konnte er sehen.
Als der Gabrielit wenige Sekunde aus dem Wasser schoss, glitt er fast bis zur Hüfte, spritzend und rauschend aus den Wellen, ehe er zurückklatschte.

Er nahm einen einzigen japsenden, verzweifelten Atemzug und sah bunte Sterne vor seinen Augen tanzen. Seine Lunge fühlte sich an, als müsste sie platzen und er hustete erstickt, als er beinahe wieder unter ging.

Jussiel machte schnell wieder kehrt, als Kentariel an ihm vorbei, zur Oberfläche schoss.
Er hatte ihn beinahe bei der Dunkelheit und den vielen Luftblasen nicht gesehen.
Jussiel durchbrach erneut die Oberfläche und sah neben sich den japsenden Kentariel, der ganze Aufstieg zuviel war.
Ohne weiter nachzudenken, schwamm Jussiel hinter Kentariel und versuchte ihn unter den flügelgelenken zu greifen und nach hinten zu sich zu ziehen, dass sein Bruder frei atmen konnte und er nun für den ganzen Auftrieb sorgen musste.

Irgendwas packte ihn von hinten, grade, als er endlich genug Luft bekommen hatte für einen Atemzug. Kentariel strampelte und schlug so fest er konnte nach hinten.

Kentariel traf Jussiel mit voller Wucht und Jussiel spürte einen kurzen Hieb an seiner Rippe. Zum Glück hatte er Gabriels Macht des Golems noch nicht wieder von sich geworfen.
„Kentariel halt still!“ schalte Jussiel seinen Bruder.

Erst jetzt begriff der Gabrielit wer wirklich hinter ihm war und wagte es ruhiger zu atmen, was jedoch immer wieder von Hustenanfällen unterbrochen wurde.
"Enthh-schhhu- hhld- dighhhe" japste er.

Jussiel zog seinen Bruder näher an sich heran, sodass er auf dem Torso von Jussiel lag, der nun mit Mühe versuchte, seinen Kopf über Wasser zu halten, denn immer wieder schluckte er durch die Wellen Wasser.

"Es.. geht schon... " japste er und versuchte selbstständig Wasser zu treten, während er immer noch weiter hustete. Irgendwo musste doch die Kogge sein? Wo war die denn hingekommen?

Jussiel ließ Kentariel auf dessen bitten los und wendete um zur Kogge zu paddeln, die hinter ihnen lag.

Varcanel
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Beitrag von Varcanel » 19.11.2004 - 18:03

Die nächsten Sekunden vergingen mit recht unentschlossenen Geplänkel. Weder der Todesengel noch die Traumsaatkreatur führten einen enscheidenden Angriff. Sich gegenseitig abtastend schwebten die ungleichen Gegner hoch über den Mastspitzen der Kogge.

Nun komm' schon!

Blitzartig zuckte das Flammenschwert nach vorne. Ein Schrilles Zischen. Doch die Kreatur lebte noch immer. Kalte Facettenaugen taxierten den Streiter Gottes.

Trau dich!

Der Scheinengel näherte sich mit einem einzelnen Flügelschlag, gifttriefende Klauen schossen auf Varcanels Brust zu. Eine leichte Körperdrehung, eine Parade mit der glühenden Klinge. Zwei schwarze Klauen stürzten ins Meer.

Bleiben noch vier, dachte der Todesengel grimmig.
In diesem Moment schoss die Bestie frontal auf ihn zu - die scharfen Flügel weit abgespreizt, um ihn entzwei zu schneiden.

Na endlich!
Anstatt nach der Schwachstelle in dem Angriff zu suchen, brachte er sich mit zwei kräftigen Flügelschlägen außer Reichweite. Der kurze Moment, den sein Gegner brauchte um ihn erneut zu attackieren, nachdem er an ihm vorbei geschossen war, genügte Varcanel.
Eilig ließ er seinen Blick kreisen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Mikael kämpfte gut zwanzig Meter von ihm entfernt mit einem weiteren Scheinengel, Manuel näherte sich ihrer Position und wurde dabei ebenfalls von einem verfolgt, den beiden drohte keine unmittelbare Gefahr.
Aber...wo waren Kentariel und Jussiel?!

Nach den letzten Worten Jussiels suchte er die wogende Wasseroberfläche ab. Irgendwo da unten mussten sie doch sein!
Da! Ein weißer Schatten! Knapp über den Wellenkämmen umrundete er gerade das Heck! Aber was...?!

Als beim nächsten Angriff des Scheinengels dessen Flügelklinge dorthin stieß, wo sich soeben noch Varcanels Hals befunden hatte, hatte der Gabrielit sich bereits in die Tiefe fallen lassen.
Mit eng angelegten Flügeln schoss er auf die Takelage des Schiffes zu. Mühsam manövrierte er sich durch das enge Gewirr von Wanten und Stagen - ein einziger Fehler würde ihn zerreißen.
Zugleich hatte der Scheinengel die Verfolgung aufgenommen - ihn störten die Taue nicht. Wie ein warmes Messer durch Butter schnitt er durch die Seile, die in alle Richtungen davon peitschten. Schreiend stürzte ein blutüberströmter Matrose aufs Deck. Varcanel versuchte die Ohren und Augen zu verschließen. Du kannst dich nicht darum kümmern! Du hast schon mehr Menschen sterben sehen!

Fast spürte er den Geifer des Dämons im Nacken. So knapp über der Reling, dass seine Flügelspitze über das Gesicht eines Mannes wischte, erreichte er endlich die andere Seite des Schiffes.
Mit einer Rolle warf er sich noch weiter in die Tiefe, gewann Geschwindigkeit. Der weiße Schatten war nur noch 10 Meter vor ihm...Gabriel, gib' mir die Kraft! Lass' meine Schwingen schneller schlagen!...5 Meter...vor sich im Wasser konnte er jetzt die beiden Engel sehen...er holte aus, das flackernde Geräusch der Flammen vermischte sich mit dem Rauschen des Blutes in seinen Ohren zu einem einzigen Dröhnen...

Ein Schatten fiel auf die beiden Streiter Gottes, die mühsam gegen die Wasser ankämpften.
Direkt neben ihnen stürzte etwas ins Meer. Wasser spritzte auf. Als sich die Wogen glätteten konnten sie den zuckenden Leib eines Scheinengels ausmachen, der schnell tiefer sank.

Die braunen Schwingen ihres Bruders schlugen direkt über ihnen, während er sich nun schließlich seinem Verfolger stellte, um ihnen den Rücken zu decken.
Ihr kriegt sie nicht! Nicht schon wieder!

Timikael
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Beitrag von Timikael » 19.11.2004 - 22:09

Zwischenzeitlich hatte Mikael eine weitere Kreatur ihrer Flügel beraubt, was diese mit einem Platschen quittierte, als sie auf dem Meer aufschlug.
Die Gabrielitin sah sich schnell um und stellte fast ein bisschen betrübt fest dass nun nur noch eine einzige für sie übrig war - die Andere Traumsaat schien sich an Manuels Fersen geheftet zu haben und der würde ja wohl selber damit klarkommen.

Also konzentrierte sie sich auf den nunmehr verbleibenden Scheinengel, der als Einziger dicht über dem Schiff verharrt hatte.
Grinsend fixierte sie ihn und manövrierte sich mit geschickten Flügelschlägen zwischen die Masten des Schiffes, wo er sein unwesen trieb und geradezu auf sie zu warten schien.
Sie hatte das Gefühl als blickte er mit seinen glänzenden Insektenaugen direkt in die ihren, während sie mit dem Schwert ausholte und haarscharf an seinem Brustpanzer vorbeizog - mit Absicht.
Mit heftig sirrenden Flügelschlägen und wilden Beinhieben versuchte er ihrerseits ihr zuzusetzen.
"Schwächling," grinst Mikael, die dem ganzen relativ gelassen auswich und den Scheinengel mit ein paar Schwerthieben die ihn erneut gezielt nur leicht versengten weiter reizte.
Für Mikael war es ein göttliches Vergnügen zu sehen wie der Hass in der Kreatur wuchs und wuchs, sie dazu brachte immer wütender mit den Beinen nach ihr zu schlagen die sie wiederum nur jedes Mal die Hitze ihres Schwertes spüren ließ - gerade genug um dem Chitin den beißenden Gestank zu entlocken und die Wut des Scheinengels weiter zu steigern.

Gerade als die Traumsaat ihre Taktik änderte und versuchte Mikael durch wilde Manöver mit ihren Flügeln zu verletzen, änderte auch diese ihre Taktik. Sie wich zurück - Stück um Stück immer weit genug um die Traumsaat nicht zu dicht aufschließen zu lassen aber auch oft gefährlich Nahe, während der Wind stark gegen ihre Flügel drückte.
Das prickeln in ihrem Nacken steigerte sich mit jedem Haken den sie gen Himmel vollführte: Sie ließ die Kreatur immer näher an sich heran, es war ein regelrechtes Spiel das sie da betrieb und gerade als sie den Luftzug der messerscharfen Flügel schon spüren konnte lies sie sich einfach fallen.
Einen Moment konnte sie das überraschte Innehalten des Scheinengels sehen, der Hass auf sie der ihn rasend machte, weil sie immer noch lebte, weil er sie immer noch nicht zerstört hatte.

Das Gefühl war unbeschreiblich.

Sie wusste genau dass er ihr nun um jeden Preis folgen würde, sie wusste genau dass er nichts anderes im Kopf hatte als sie zu töten und sie wusste dass er das nicht überleben würde. Sie genoss es.
All dass ließ ein berauschendes Gefühl in ihr aufsteigen das den kurzen Fall Richtung Meer unendlich verlängerte.
Trotz des starken Rauschens in ihren Ohren konnte sie genau hören wie hinter ihr die Flügel des Insekts wie wahnsinnig geworden durch die Luft sirrten.
Beinahe zu spät reagierte sie, als die Wellen auf sie zu rasten und zog gerade noch rechtzeitig mit aller Kraft die Flügel nach oben, was ihr zwar fast die Flügelgelenke ausrenkte, ihr jedoch auch das unbeschreibliche Gefühl ermöglichte hinter sich den Scheinengel auf der Wasseroberfläche aufschlagen zu hören.

Timikaels Beine streiften fast das Wasser als langsam das Gefühl und somit auch der Schmerz in ihre Flügel zurückkehrte, doch noch immer pulsierte die Erregung in ihren Adern.
Ihre Hand umschloss fest den Griff des erloschenen Flammenschwertes.
Erst nachdem sie einige Male tief Luft geholt hatte und sie sich zum Schiff zurück gewandt hatte überwog der Schmerz.

Manuel
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Beitrag von Manuel » 20.11.2004 - 12:50

Die verdatterten Matrosen fingen an durcheinander zu rennen. Meist liefen sie zu ihren verletzten Kameraden und riefen ihre Kameraden, welche sich im Unterdeck verschanzt hatten.
Wenigstens einer besaß die Geistesgegenwärtigkeit, ein Rettungsholz - ein Holzbrett, welches an einem Seil befestigt war - auszuwerfen und eine Strickleiter entlang der Bordwand auszurollen.

Während Timikael mit der letzten Traumsaatkreatur spielte - Manuel registrierte es mit Unwillen - bremste er seinen Flug ab und ließ den Scheinengel, welcher ihn verfolgte aufschließen. Als er den Luftzug der monströs vergrößerten Motte schon in seinem Nacken spüren konnte, wirbelte er blitzschnell herum und zog sein Schwert durch. Der Scheinengel wurde glatt halbiert und kippte zu zwei entgegengesetzte Seite weg.
Nicht sehr spektakulär, aber darum ging es dem Michaeliten auch nicht.

Als er sich wieder herumdrehte, hing er etwas schief in der Luft und verzog sein Gesicht. Bei der schnellen Drehung hatte er sich den linken Flügelmuskel gezerrt. Die Anstrengung des langen Flugs vertrug sich anscheinend nicht mit schnellen, kraftaufwändigen Bewegungen.

*** Timikael, ich habe ausschalten gesagt, nicht spielen. Es könnte jederzeit Verstärkung aus dem Nebel auftauchen! Wie dem auch sei...***
<<< Timikael und ich landen auf dem Schiff. Wir holen Jussiel und Kentariel an Bord. Ihr beiden lasst mich wissen, wenn ihr wieder einsatzbereit seid. Varcanel bleibt noch in der Luft und so lange einsatzbereit, bis wir aus dem Nebel sind. >>>

Verdammt! So kurz vor dem Ziel.

Hansekoggen waren definitif nicht auf die Bedürfnisse von Engeln ausgelegt! Wenigstens hatten die Scheinengel etwas Takelage zerschnitten und somit mehr Platz für die Landung geschaffen.
Manuel kam punktgenau auf und faltete seine Flügel rasch ein um Platz für Timikael zu machen.

Er wandte sich an den nächststehenden Matrosen, das schleimbeschmierte Schwert noch in der Rechten haltend und Zeige- und Mittelfinger der Linken zum Gruß erhebend.
"Pax. Mein Name ist Manuel, ich bin der Führer dieser Todesschar. Wer führt dieses Schiff?" artikulierte er in gut verständlichem Common.
Der Seemann, ein heruntergekommen aussehender Mann, dem einige Zähne fehlten nickte und zwang sich, den Blick von den Gabrieliten abzuwenden. "Käptn' Yonka." antwortete er knapp in seinem kehligen Tonfall. "Ich hole ihn, warte.. wartet hier."
Der Kerl entfernte sich und der Michaelit schüttelte mit einer raschen Bewegung Blut und Schleim von seiner Klinge bevor er sie langsam in die Scheide zurückgleiten ließ.
Während er auf den Käptn' wartete schaute er sich nach seiner Schar um und behielt möglichst alles aufmerksam im Auge.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 21.11.2004 - 20:49

Kentariel hatte sich soweit im Griff zunächst einmal alleine wassertreten zu können, aber als er erkannte, was sich da von oben näherte, überlegte er ernsthaft gleich nocheinmal zu tauchen.
Das gab nichts entwürdigenderes als einen hilflosen Gabrieliten und genau das stellten die beiden Streiter Gottes im Wasser zur Zeit dar.

Auch Jussiel hatte den Scheinengel bemerkt, der sich mit sirrenden Flügelschlägen auf sie stürzen wollte.
Ein Blick zu ihr genügte, sie wussten Beide, dass sie nicht mehr rechtzeitig beim Schiff ankommen konnten um ein Tau zu ergreifen und sich soweit hochzuziehen um sich dem Gegner stellen zu können.

Ihnen bliebe tatsächlich keine andere Wahl, als zu tauchen, aber als Kentariel ein paar Sekunden drauf die sich schnell nähernden Flügelschläge von Varcanel hörte, war er beruhigt.

Die Traumsaat starb ebenso schnell, wie sie sich leichtfertig auf die vermeintlich Wehrlosen gestürzt hatte und platschte neben ihnen zuckend ins Meer.
Kentariel sah, dass Varcanel es bereits mit dem nächsten der grotesken Engels-Imitaten aufgenommen hatte und er gab dem Scheinengel nur noch wenige Sekunden.

Er brauchte nicht hinzusehen um zu wissen, dass Varcanel zurechtkommen würde und schwamm nun mit kräftigeren Zügen statt dessen auf das Schiff zu, von dem jemand Taue zum hinaufklettern herabgelassen hatte.


Einige Minuten später stand der Todesengel leicht schnaufend, tropfend und mit recht strapaziertem Kriegsrock an Deck. zwei oder drei der Spinnenhaare waren durchgedrungen und seine Beine waren um ein paar Schnitte reicher, das Salzwasser brannte in den frischen Wunden, aber keine davon war ernstlich tief, so dass der Gabrielit sich nicht weiter darum kümmerte.
Er warf einen Blick hinüber zu Jussiel, der noch immer beinahe makellos aussah, außer dass er patschnass war.

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Beitrag von Cutter » 22.11.2004 - 16:06

Jussiel lächelte, leicht und nur für einen Gabrieliten sichtbar zu Kentariel und bückte sich daraufhin um sich Rock und Haare auszuwringen.

Jussiel hinterließ nach nur einer Minute, eine riesige Pfütze unter seinen Füßen und ging ein paar Schritte zur Seite um nicht erneut in die Verlegenheit zu kommen auszurutschen.

Als sein Rock und seine Haare nicht mehr klattschnaß sondern nur feucht bis klamm waren, ging er zur Reling um sein Gefieder auszuschütteln, dass ebenfalls klatschnass war.

Sorgfältig ging Jussiel sich einmal durch die Haare um sein Stirnband zu richten und dann darauf, sein Schwert für einen Funken zu entzünden um es vorerst vom ekligen Salz zu reinigen, dass seine gesamte Haut bedeckte und nun eklig anfing seine Haut zu spannen.

Varcanel
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Beitrag von Varcanel » 22.11.2004 - 22:49

Der Dämon, der Varcanel verfolgt hatte, war schon dichter heran als er vermutet hatte, als er sich zu ihm umdrehte. So gelang es der Bestie dann auch dem leicht überraschten Todesengel noch einen Hieb mit der Klaue zu verpassen, ehe er sie enthaupten konnte und der letzte Scheinengel stumm und leblos ins kalte Wasser stürzte.

War das jetzt nicht einer mehr als ursprünglich gezählt? Oder habe ich mich geirrt und Mikael hat nur zwei Gegner niedergestreckt? Nun, letztendlich egal, auf jeden Fall besser die Gegend im Auge zu behalten, wer weiß was noch aus dem Nebel auftaucht...

Manuels Anweisung legte fast den Verdacht nahe, dass dieser seine Gedanken gelesen hatte, aber gerade für einen Michaeliten musste dieser Schluss noch eher auf der Hand liegen. ***Gut, ich halte die Augen offen. Ich bin zwar kein Urielit, aber ich tue mein bestes.***

Der große Gabrielit gewann mit einigen kräftigen Flügelschlägen Höhe und ließ sich dann von den Winden über dem Schiff tragen, so dass er wie ein gigantischer brauner Albatros schaukelnd über der Mastspitze in der Luft hing.
Was von unten ausgesprochen entspannt aussah, verlangte von dem Gabrieliten ein hohes Maß an Körperbeherrschung, zumal ihm die erlittene Wunde über dem linken Rippenbogen noch zu schaffen machte. Zwar sickerte kaum noch Blut aus dem Riss und die Verletzung war auch nicht wirklich ernst, dennoch jagte bei jedem Flügelschlag ein leichtes Stechen durch seine Seite.

Nach einer Weile meldete sich Varcanel wieder im Geiste seines Michaeliten: ***Manuel, wir bekommen Besuch! Wie es aussieht hat man wohl doch etwas von dem Kampf mitbekommen auf der Insel. Unsere neuen Freunde sehen nicht sehr freundlich aus - ein bewaffnetes Schiff des Diadochen***

Tatsächlich konnten nun auch die auf dem Schiff befindlichen Engel einen dunkeln Schemen in der Nebelbank ausmachen, der sich bedrohlich schnell vergrößerte.
Von oben konnte Varcanel bereits Details ausmachen: Das Schiff war deutlich über zwanzig Meter lang und an der breitesten vielleicht so breit wie einer seiner Flügel. Der hölzerne Rumpf des obskuren Vehikels war über und über mit stählernen Platten gepanzert, so dass er sich spontan fragte, warum es nicht einfach im Meer versank wie ein Stein. Ebenso merkwürdig war die Tatsache, dass das Schiff zwar nur eine sehr kleine Segelfläche aufzuweisen hatte, doch mit so beachtlicher Geschwindigkeit voran schoss, dass weiße Gischt an seinem Bug vorbei rauschte - vermutlich das Werk irgendeiner verbotenen Technologie.
Doch damit hatte die Liste noch kein Ende. Mitten auf dem Vorderdeck stand ein großer kuppelartiger Metallkasten, aus dem ein langes schwarzes Rohr ragte. Dank sorgfältiger Schulung erkannte Varcanel darin eine totbringende vorsintflutliche Waffe, auch wenn eifrige Hände den finsteren Zweck der Maschine zu vertuschen gesucht hatten, indem man das stählerne Ungetüm mit wenig kunstfertigen Ornamenten in roter Farbe verziert hatte. Eigentlich waren es nicht mehr als einige rote Steifen, die wahllos das blanke Metall kaschierten.
An den Bordwänden standen sicherlich zwei Dutzend grimmig blickende Männer - Soldaten wollte er sie nicht einmal im Geiste nennen - jeder eine geladene Muskete in den Händen und ihre Gesichter ließen keinen Zweifel daran, dass sie auch ohne zu zögern einen Engel erschießen würden, wenn ihr ketzerischer Herr es ihnen befehlen würde.

Beim Anblick ihrer neuen Verbündeten verzog Varcanel angewidert die Miene, besann sich aber ansonten nur aufs Beobachten aus sicherer Höhe bis er neue Befehle Manuls erhielte.

Kentariel
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Beitrag von Kentariel » 23.11.2004 - 07:38

Kentariel zog sich den schlabbernden Kriegsrock, von dem das Wasser perlte wieder ordentlich an und entflammte ebenfalls kurz sein Schwert, damit das lästige Salz verdampfte.

Seine Flügel fühlten sich an wie vollgesogene Schwämme und er versuchte sich trockenzuschütteln, was bei dem wenigen Platz zwischen Tauen, Masten und Leuten nicht ganz einfach war.

Die Blicke der Menschen ignorierte er einfach. Nicht aber ohne die Leute alle genauestens im Augen zu behalten.
Das Problem der Besatzung dieses Schiffes war nämlich nicht ihre Bewaffnung. Die wirkte mehr als nur gut.
Kentariel war sicher, dass eingie dieser Waffen sowohl die Spinne als auch die Scheinengel niedergestreckt hätten.

Allerdings konnten die Seeleute nicht fliegen und deswegen auch nicht auf den Rücken der Kreatur kommen, sondern hatten ihren wild um sich schlagenden Beinen ausweichen müssen und auch die Scheinengel hatten aus der Luft die bessere Möglichkeit zum Angriff, auch wenn sie zwischen den Tauen und Segeln eindeutig gehandicapt gewesen wären.
Wahrscheinlich hütte das Schiff auch ohne ihre Hilfe bestanden, aber garantiert mit einigen Verlusten.
Auch jetzt konnte der vernarbte Gabrielit erkennen, dass es fünf oder sechs der Seeleute bereits schlimmer erwischt hatte.
Für die konnten sie nichts tun. Und der Rest der Bande... nun so richtig dankbar sahen sie alle nicht aus.

Kapitän Yonka war ein jüngerer, sehniger Bursche. Er sah Jünger aus, als der Kapitän eines Schiffes eigentlich aussehen sollte, ihm fehlte der obligatorische Bart, die Falten um die Augenwinkel und auch die Größe.
Manuel schätzte den drahtigen Burschen auf höchstens 1.70. Und keinen Tag älter als 25.

Er hinkte und hatte einen hellen roten Striemen, mitten durchs Gesicht, auf den er sich eine weißen Verbandsmull gedrückt hielt, als er auf Manuel zukam.
"ich größe Sie Michaelit. Ich bin der Kapitän dieses Schiffes." meinte er mit einem sehr eigentümlichen Dialekt des Common, wie man ihn wohl in den Hansestädten sprach.
Sein Hinken und sein Zustand ließen darauf schließen, dass er sich mit einem Scheinengel angelegt hatte.
Offenbar war die Begegnung, aber für den Anderen schlimmer ausgegangen.

Manuel entging auch nicht, die Reaktion der Matrosen, als Yonka auftauchte:
Jeder machte ihm Platz und in allen Augen stand die Loyalität zu lesen, die die Leute diesem Kerl entgegenbrachten, der - trotz seiner sicherlich längeren Zeit, die sie schon auf See waren, einen recht gepflegten Eindruck machte. Auch seine Kleidung, die einfach und praktisch geschnitten war, hätte diesen gemacht, wenn sie nicht recht zerfetzt gewesen wäre.
"Im Namen meiner Mannschaft... danke ich Ihnen und Ihrer... Gruppe für Ihr Eingreifen. Was kann ich für Sie tun?"

Manuel
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Beitrag von Manuel » 23.11.2004 - 19:14

Manuel hörte, wie Timikael hinter ihm landete und die Flügel faltete, während der Käptn auf ihn einredete.
Diese aufgeblasenen Menschen. Keine Spur von Demut. Wahrscheinlich sahen sie sich sogar als gleichberechtigte Verhandlungspartner. Diese Ketzer hatten wahrscheinlich noch nie gesehen was Engel wirklich anrichten konnten, sonst würden sie sich nicht so trotzig verhalten.

Manuel erklärte dem Käptn mit kühler Stimme, dass sich ein Diadochenschiff näherte. Wie erwartet schien Yonka dies nicht zu beunruhigen, ganz im Gegenteil. Der Michaelit erfuhr, dass das Hanseschiff Nahrungsmittel für Pleskau geladen hatte - die horrenden Preise die der Schrottbaron zahlte, waren der einzige Grund, warum diese risikoreiche Fahrt unternommen worden war. Und es erklärte auch das schnelle auftauchen des anderen Schiffes. Pleskau war auf Nahrungsmittel in höchstem Maß angewiesen, die Engel hatten die zerstörten oder verlassenen Felder selbst gesehen.
Er einigte sich mit dem Kapitän darauf, dass sie die Ankunft des Diadochenschiffes hier abwarteten und an Bord bleiben konnten bis sie alle wieder fliegen konnten.
Da das Ziel der Kogge sowieso der Hafen der Diadochenstadt war, hatten sie nun keine Eile mehr.

Also beorderte Manuel Timikael zu Varcanel in die Luft - die Gabrielitin hatte ein komisch-verzücktes Grinsen im Gesicht und murrte unerwarteterweise nicht, als er sie schon wieder in die Luft schickte. Jussiel und Kentariel mussten erst noch ihren Flügel trocken bekommen bevor sie wieder fliegen konnten. Die Fackeln der Kogge flackerten stark in der feuchten Luft, teilten dem anderen Schiff aber dennoch ihre Position mit.
Man konnte es jetzt schon hören.

Das Rendezvous verlief recht ereignislos. Diadochentruppen halfen den Hanseleuten mit ihren Verwundeten und schleppten das angeschlagene Schiff aus der Nebelbank in den Hafen. Die Hanseleute interessierten sich natürlich wahnsinnig für die Technologie des Schiffes, aber der Kapitän der Kriegsgaleere versuchte, das Thema vorerst nicht zu sehr breit zu treten - er wusste um die gewaltige Zerstörungskraft, welche den Gabrieliten innewohnte.
Als die Schiffe zwischen den beiden Hafentürmen durchfuhren, welche die aus Stein gegossenen Stadtmauern links und rechts der Durchfahrt begrenzte, lag Pleskau-Stadt bereits vor ihnen ausgebreitet.

Manuel ließ die Schar starten - er wollte nicht mit einem Ketzerschiff in diese Stadt einfahren.
Und diese Stadt war... groß.
Das hoch aufragende Wahrzeichen - eine hohe Säule an deren Spitze sich ein gigantischer Hammer mit einer Sichel kreuzte - fiel sofort ins Auge. Vögel kreisten darum und labten sich an den toten Leibern, welche dort aufgehängt waren. Barbarisch.
Slums breiteten sich vor den gewaltigen Stadtmauern aus. Die Mauer selbst war hoch und mit einem breiten Wehrgang versehen und in regelmäßigen Abständen gab es Wachtürme.
Hinter den Mauern befanden sich Häuser, Kontore, Lagerhäuser, Handwerkshäuser und, und, und. Es war ein wahnsinniges Gewimmel in den Straßen der Stadt - natürlich, alle Flüchtling hatten sich hier versammelt.
Der innere Festungsring, er beinhaltete die Burg des Diadochen, die Kaserne und den Kriegshafen, sowie der große Marktplatz waren relativ frei von Menschenmassen. Bei den Wehranlagen konnte man es ja verstehen, aber der Marktplatz?
Aus der Burg ragte noch etwas in den Himmel, fast so hoch wie die Säule mit dem Wahrzeichen der Stadt. Es war ein Turm, eine wackelige Konstruktion aus Holz und Metall, mit Seilen abgespannt, damit es nicht umkippte. Aber so wackelig es auch aussah, Manuel wusste um die Bedeutung des Turms: die restaurierte Waffe basierte auf vorsintflutlicher Technologie. Vier Rohre die Tod und Teufel spieen. Der Hauptgrund, warum die Stadt bisher von unorganisierten, sporadischen Traumsaatangriffen verschont geblieben war. Und die schreckliche Waffe war bemannt. Zwei Männer saßen in windiger Höhe, mit Seilen gesichert, und beobachteten die Engel.

Manuel ließ seine Schar einmal über die Stadt kreisen, sie sollten sich die Konturen einprägen und sich einen Überblick verschaffen.
Wo sollten sie am besten landen?
Angestrengt hielt er nach einem geeigneten Platz ausschau.
Jussiel schließlich war es, der das Banner der Ramieliten erspähte. Ein Haus mit schwach gewölbtem Dach - Handwerker mühten sich gerade darum, eine Plattform aus Holz hinaufzusetzen - am Rande des Marktplatzes.
Das also hatte der Diadoch der Kirche zugestanden.
Und hier würde Manuels Schar hoffentlich die anderen Engel und weltlichen Kirchendiener finden.
Nun denn.
Auf seinen Befehl hin landete die Schar in perfekter X-Formation, Manuel wir üblich in der Mitte.

Die herumlaufenden Menschen liefen schneller zusammen, als sich Ratten auf einen Kanten Brot stürzen konnten, wagten es aber nicht sich den grimmig aussehenden Engeln auf mehr als 20 Schritte zu nähern.
Manuel setzte sich an die Spitze und ging entschlossen auf die Tore des neu errichteten Ramieliskonvent zu.

Gesperrt

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