Das Achte Gebot [Veroxiels Schar] - Quarto

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Sol
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Das Achte Gebot [Veroxiels Schar] - Quarto

Beitrag von Sol » 09.02.2005 - 04:23

Seltsamerweise verhielt sich Matariel nach diesen aussichtstreichen Ankündigungen seitens des Urieliten und seiner gabrielitischen Schwester erstaunlich ruhig. Auch am nächsten Morgen fanden sie keine Brombeerfallen um ihre Meditationsstätte, nichteinmal Januel, obwohl Matariel stets als erster erwachte.
Der kleine Heiler betrachtete das graue Wetter durch die offenen Fenster der Kapelle. Genau das war es. Grau. Aber nicht mehr so windig wie gestern.

Für Iyashiel hingegen war schon am Klang des Heulens erkennbar - der Wind hatte sich gedreht. Er wehte aus südöstlicher Richtung - perfekte bedingungen für einen schnellen Start und einen kurzen Flug.
Veroxiel dankte dem Herrn dafür in einer kurzen Morgenandacht, nach der sie ein letztes Reiskuchen-Brombeerfrühstück einnahmen und sich zum Start rüsteten.
Wie der Urielit voraussgesagt hatte war der Flug verhältnismäßig kräfteschonend. Er hatte ihn in zwei Etappen, falls nötig drei aufgeteilt. Die erste ging bis zum Eingang des St. Völlns-Passes, wo man in malerischer, wenn auch wolkenverhangener Umgebung eine Mittagsrast einlegte, um dann gestärkt die zweite Etappe zum Lacleman zu unternehmen.
Der Flug durch die Alpen erwies sich mit Iyashiel als kundigem Führer als einfach zu bewerkstelligen: Der Urielit flog einige hundert Meter voraus, um die Thermiken zu überprüfen, die die anderen dann nutzen konnten, an Höhe zu gewinnen, um im wenig anstrengenden Gleitflug voranzukommen.

So benötgten nicht einmal die Signumsträger einen zweiteren Zwischenstop, denn gerade als Veroxiel eine seiner routinemäßigen Fragen nach einer eventuellen Pause gestellt hatte, antwortete ihm die Aussicht auf die spiegelblanke Oberfläche des Lacleman, der sich im Tal vor ihnen erstreckte. Sie waren angekommen.

Iyashiel und Veroxiel hatten sich geeinigt, dass es das sinnvollste sei St Genis ersteinmal unerkannt zu beobachten, denn man erwartete schließlich eine Falle.
Der Urielit führte sie zu einer Lichtung, die ihm noch von früher bekannt war. Selbst der Verschlag aus alten Zweigen und einem kundig gewobenen Blätterdach, den er sich damals über den Mauern einer verfallenen Hütte errichtet hatte stand noch, denn er stand wind- und wettergeschützt unter drei der hohen Birken am Rand der Lichtung.

Vier blieben zurück, während Iyashiel sich in Richtung der bald beginnenden Abenddämmerung aufmachte, um einen ersten Blick auf den Weiler St. Genis zu werfen.
Was er nach seiner Rückkehr zu berichten hatte war nicht gerade spektakulär: Zehn Blockhütten auf Pfählen, ein Langhaus und eine kleine steinerne Kapelle machten den Ort aus, ein Wildzaun aus in den Boden gerammten etwa hüfthohen Pfähle schützte die Bewohner vor dem Wild des umliegenden Waldes. Sie lebten von der Schafzucht und vom Hanfanbau, aus dem sie Netze für die Fischerei um den großen See produzierten.
Der einzige Weg, in den Weiler führte war eine kaum befestigte Straße, die in Richtung südost zur Stadt Genf führte.

Als Matariel den Namen dieser Stadt hörte konnte er sich sogar wieder ein Bild machen wo sie waren. In Genf, so wußte er, war ein großes Hospital dessen Oberster Arzt und Ab kein anderer war als Jerome Lyen, über dessen Namen man ständig stolperte, wenn man sich ausgiebiger mit Darmkrankheiten beschäftigte.
Die Menschen in St. Genis jedenfalls schienen ganz normalen Tätigkeiten nachzugehen, solange Iyashiel unerkannt über ihnen gekreist war, war nichts auffälligeres zu beobachten gewesen, als dass sie sich zu einer Abendandacht vor der Kapelle getroffen hatten.
Zuletzt geändert von Sol am 11.07.2005 - 17:00, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Iyashiel » 10.02.2005 - 08:35

"Ich weiß, wir sind schon recht weit geflogen heute und ihr seid sicher müde. Matariel, Januel... könnt Ihr noch? Ich... muss was mit Euch allen bereden." fing der Urielit an.
"Im Dorf ist der Laienpriester gerade, die haben sich nämlich versammelt für eine Andacht. Das ist der, dem ich glaub ich dann wohl damals die Nachricht übergeben habe. Wir könnten.. also ich meine wir können ja mit dem zuerst reden... morgen früh, ehe er abreist? Oder gehen wir nicht ins Dorf?.. reicht euch der Platz hier? Ich weiß das ist nicht so toll, das ist ja auch nur für einen Urieliten quasi gebaut... wir könnten noch etwas Wasser suchen und ein Feuer machen, ... dann wirds etwas gemütlicher... ähm..."

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Beitrag von Kenjiel » 10.02.2005 - 14:18

„Ich werde den Priester heut noch aufsuchen!“ raunte Veroxiel.

Er hatte eigentlich keine Lust mehr noch irgendwo hinzufliegen aber er hatte es sich noch für heute vorgenommen und das auch aus gutem Grund.

Um sich noch etwas zu stärken kramte er etwas Trockenobst aus seinem verbliebenen Reiseproviant hervor. Seine Blicke auf die zwei Trockenpflaumen in seiner Hand gerichtet, ergänzte er seine Vorhaben um ein paar Sätze.

„Ich will mit diesem Laienpriester reden, ohne all zu viel Aufsehnen zu erregen. Iyashiel, du wirst mitkommen und mich zu ihm führen. Was ist mit euch anderen? Wollt ihr auch mit oder möchtet ihr euch ausruhen?“

Dann ließ er sich sein Mahl schmecken und wartete kauend auf die Antworten seiner Schargeschwister.

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Beitrag von Matariel » 10.02.2005 - 16:29

"Wir bleiben am besten hier, weil...oweia!"
Hinter dem Michaeliten knackte ein Ast und Matariel plumpste von dem Baum herunter, den er soeben mit einer Energie und Frische erklommen hatte, die nur der Herr Raphael persönlich dem kleinen Heiler einverleibt haben konnte.
Kichernd richtete der inzwischen über und über mit Laub und Erde verdreckte Engel sich wieder auf und klopfte sich so gut es ging den Dreck von den Kleidern.
"Wir bleiben besser hier. Der Flug war anstrengend und Januel sieht schon jetzt ganz zerzaust aus und macht beim Laufen die ganze Zeit 'Ooooh' und 'aaah'. Ich brauch noch ein bisschen Zeit bis ich genug Kraft habe um sie zu heilen, aber dann kümmere ich mich um sie und vielleicht auch um Tanjariel, wenn ihr irgendwas weh tut. Wir...ähm müssen ja auch aufpassen mit unseren Kraftreserviertheiten weil..."
Matariel holte tief Luft und entblößte dabei die gigantische schwarze Lücke in der ansonsten so makellosen Reihe strahlend weißer Milchzähne, aus der unverhofft während des Fluges der Wackler herausgefallen war und nun irgendwo in den Höhen und Tiefen der Alpen verschollen lag.
"Weil es ist ja gefährlich hier und wir müssen ausgeruht sein und aufpassen, sonst schnappt die Falle zu."
Der kleine Engel dokumentierte diese Metapher mit ausgebreiteten Armen, die er vor seiner schmalen Brust unter Begleitung von Schnapp- und Klapplauten zusammenführte.

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Beitrag von Januel » 10.02.2005 - 17:09

"Ich mach nicht Aaaah und Ohhhhhh"
schimpfte Januel empört.
"Und ich gehe mit weil ich bin Ramielit!!!"
sie reckte die Nase und eine wild zur Seite abstehende Strähne wippte parodierend auf und ab. In der Tat fühlte sie sich furchtbar und alles tat ihr weh, aber wozu sonst war sie da, wenn nicht um den Michaeliten bei seinen repräsentativen Aufgaben zu unterstützen und ihm mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Wenn sie statt dessen hier bleiben und wie ein iberischer Brüllaffe in den Ästen der Bäume herumturnen würde, hätte sie ihre Aufgabe sicherlich verfehlt. Schnell kramte sie in ihrer sauber eingeräumten kleinen Gürteltasche nach ihrem Kamm und fing an ihn durch die verhedderten Nussbraunen Haare zu ziehen. Sie wollte ja schließlich fein aussehen. Die Brombeerklekse an ihrem Hinterteil hatte sie dabei wohl vergessen.

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Beitrag von Matariel » 10.02.2005 - 17:19

"Machst du wohl!"

Matariel machte einen Buckel, hielt sich die Hüfte und äffte seine Schwester mit "Ääääh" und "oooohauuua"-Lauten nach, wobei er vor der Ramielitin auf und ab humpelte.
"Die ganze Zeit machst du das, immer wenn keiner hinguckt. Aber ich, ich habs gesehen, weil ich bin nämlich Raphaelit und Krankheiten sind meine Spezializität!"
Der kleine Heiler stemmte die Hände in die Seiten und blickte zwischen Januel und Iyashiel hin und her, weil er von Zweiterem Bestätigung erhoffte.
"Iyashiel hat gesagt, dass wir uns verstecken sollen, wenn wir angegriffen werden, und dass es hier böse Ketzer gibt die ihm so fest auf den Kopf gehauen haben, dass er kotz...pardon, dass sein Immunsystem schwach war!"
Matariel blies die Backen auf und entlies die Luft aus gekräuselten Lippen, was unanständige Geräusche verursachte.
"Die Ketzer finden dich doch sofort, wenn du in diesem Zustand versuchst, unterzutauchen! Ich hab noch nie von Büschen gehört, die immerzu 'Ooooh' und 'aaauaaa' machen."
Matariel kicherte bei der Vorstellung und trat sich selbst auf den Fuß, um seine Seriösität zu bewahren.

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Beitrag von Januel » 10.02.2005 - 17:29

Januel brodelte! Wie gemein! Matariel äffte sie nach und keiner sagte was. Sie merkte wie ihr Tränen in die Augen stiegen und schneller als Matariel " Durchfall" sagen konnte war sie in die Hocke gegangen, hatte mit vor Wut zitterndem Finger irgendwas in den Matsch geschrieben, einen auf Matariel weisenden Pfeil gezogen. Mit wehendem Haar stapfte sie davon und verschwand hinter einem Baum.

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Beitrag von Kenjiel » 10.02.2005 - 20:25

* MATARIEL!* schallte es im Geist des Raphaeliten. * Was erlaubst du dir! Spricht man so etwa mit seiner Schwester? SCHÄM DICH!* Veroxiels Augen lasteten schwer auf dem kleinen Engel.

So etwas hatte er ja befürchtet. Sie waren in der Hölle des Löwen und seine Schar hat genug damit zu tun einander auf die Palme zu bringen.

Veroxiel schluckte seine Speise hinunter und erhob sich aus der Hocke. Die er zuvor eingenommen hatte.

„Wenn ihr alle vorhabt euch weiter so zu benehmen, können wir uns auch gleich auf den nächsten Hügel stellen und warten bis die Ketzer über uns herfallen.“

*Januel, komm sofort wieder her! Bis du etwa nicht in der Lage über die Eskapaden deines Bruders hinwegzusehen? Weißt du es etwa nicht besser?*

„Na schön, ich frage noch mal. Wer möchte uns nun begleiten?“

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Beitrag von Tanjariel » 10.02.2005 - 21:50

Tanjariel schüttelte nur den Kopf ... meine Güte, was war denn hier schon wieder los. Die beiden zankten wirklich ununterbrochen. Sie sah auch Matariel etwas tadelnd an. Hörte aber auf, als Veroxiel schon so böse aussah.

"Wenn Matariel hier bleibt, dann werde ich auch hierbleiben. Ich will niemanden ohne Schutz hier lassen."

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Beitrag von Januel » 10.02.2005 - 22:23

Januel saß hinter einem Busch und heulte als Veroxiels geistige Botschaft sie erreichte. Schnell stand sie auf und drückte ihren Kriegsrock vor ihr Gesicht um sich die Tränen abzuwischen, die aber immer wieder nachliefen und nicht aufhören wollten. Warum hatte der Herr sie mit dieser furchtbaren Schar bestraft? Sie war doch immer eifrig und fleißig gewesen, konnte alle kleinen Gebete auswendig aufsagen und hatte eine schöne Schrift. Sie zog die Nase hoch und klopfte ein bisschen Dreck von ihrem Hinterteil wobei sie an den Flügeln vorbei einen Blick auf die dunkelroten Brombeerflecken werfen konnte und wieder in Tränen ausbrach. Doch einen Befehl wollte sie ja schließlich nicht verweigern. Die Antwort auf Veroxiels Frage schenkte sie sich und kam schließlich mit beschämt gesenktem Blick- um die verheulten Augen zu verbergen, zurück getappst und machte einen weiten Bogen um Matariel.

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Beitrag von Matariel » 11.02.2005 - 00:21

"Warum werde ich geschimpft wenn ich nicht will, dass Januel was mit dem Knüppel auf den Kopf bekommt?"
fragte Matariel empört, verschränkte die Arme und lies sich einfach so auf den Hintern plumpsen.
Mit Schmollmund und aufgeblasenen Wangen zog er seine Beine zum Körper und schaffte es genau 10 Sekunden lang, finster dreinzublicken. Dann nämlich entdeckten seine verschiedenfarbigen Augen einen Knallerbsenstrauch und innerlich die Hände reibend freute Matariel sich darüber, endlich eine Möglichkeit gefunden zu haben, den wunderbaren Streich mit dem Beerenmatsch auch auf die schwarzberockte Tanjariel übertragen zu können.
Der Ärger über Veroxiels zweifellos unangebrachte Rüge war schnell vergessen, als sich im Geiste des Engels Bilder von gigantischen weißen Flecken auf einem schwarzgewandeten Gabrielitenhintern formten, und der quirlige Heiler tat sich schwer, ein vorfreudiges Kichern zu unterdrücken.

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Beitrag von Iyashiel » 12.02.2005 - 10:27

"Matariel, Tanjarel, wenn ihr hier bleibt.. also... folgendes. Ich habe hier übernachtet weils Im Dorf so eng ist, dass ich lieber hier war. Ich habe hier aber ein paar Spuren gefunden, als ich das letzte Mal da war... von Leuten. Sicher aus dem Dorf, schätze ich, aber vielleicht.. also immerhin sollen wir hier ja nach Geistern suchen, die hier gesehen worden ist und vielleicht könnte es aber auch Traumsaat sein, oder... andere Leute die sich verstecken... also seht Euch vor, wenn wir weg sind. Rennt nicht allein in den Wald, geht nicht außer Sichtweite.. vor allem.. Matariel... nicht außer Sichtweite von Tanjarel. Es sind keine neuen Spuren hier aber man kann nie wissen. Ich will nicht, dass dir irgendwas passiert. Verstehst du!?" er sah Matariel streng an.
Eigentlich so fand er gab er einen guten Michaeliten ab und sah deswegen gleich entschuldigungsheischend zu Veroxiel, weil er hier schon anfing Befehle zu geben.
"allerdings Matariel... immerhin ist der Mann.. äh also der ist Raphaelsfra... du könntest ja mit ihm auch reden, wenn... wir da sind, musst du wissen!" fügte er noch an.

"Und Januel, es ist nicht weit bis zum Dorf. Nur fünf Minuten, das geht doch noch, oder?"

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Beitrag von Matariel » 12.02.2005 - 19:23

Matariel war gänzlich anderer Meinung als Iyashiel. Für ihn war der Urielit ein sehr guter Bewahrer der Wege und ein Held und ein Freund und sollte aufhören, so zu tun, als wäre er ein Michaelit. Michaeliten gaben einem nämlich ständig das Gefühl, geringwertig zu sein, und guckten streng, auch wenn man gar nichts verbrochen hatte.
So wie Iyashiel gerade.
Matariel hielt im Kichern inne, blickte den Bruder in einer Mischung aus Überraschung und Gekränktheit an und sah dann auf seine Füße herab. Monachen fragen, Monachen fragen - verstand hier niemand, worum es ihm ging?

"Ich bin Raphaelit."
wiederholte er langsam und so laut, dass es alle verstehen konnten.
"Es ist hier gefährlich."
Der kleine Heiler machte eine Pause, sein Brustkorb hob und senkte sich schwer.
"Je mehr Engel losfliegen, desto auffälliger sind wir. Und..ähm...je auf...auffälliger wir sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir von Ketzern...mit Knüppeln oder auch mit Bogenschütz...also Pfeilen angegriffen werden."

Der Engel hob seinen Blick und sah Veroxiel in die Augen. Er wollte endlich gehört werden, und Veroxiel sollte aufhören, ihn zu schimpfen, nur weil er seiner Aufgabe als Raphaelit nachging.

"Ich bin schwach vom Flug und kann noch niemanden heilen, ohne dass mir schwummrig wird vor Augen oder schlecht oder ich umfalle, was genau passiert, weiß ich nicht. Aber das will ich auch nicht unbedingt ausprobieren!."
erklärte er - ganz langsam - weiter, damit es diesmal auch wirklich jeder verstand.

"Auch Januel ist schwach, das sehe ich, weil ich Ra-pha-e-lit bin, und wenn ich sage, dass Januel nicht fliegen sollte, dann habe ich einen Grund dazu und es ist nicht gerecht, mich auszuschimpfen. Wenn nämlich Pfeile geflogen kommen und einer sagt 'Pass auf, Januel', dann kann sie nicht so schnell reaktionieren, weil sie ja schwach ist, und wird getroffen und fällt vom Himmel."
Der kleine Heiler schauderte und er senkte seinen Blick.

"Wenn Januel trotzdem unbedingt mitwill, weil sie Ramielit ist, oder neugierig oder stur oder...oder...oder mich ärgern will, dann komm ich auch mit, damit niemandem was passiert. Auch wenn ich schwach bin und nicht weiß, wie ich das anstellen soll, jemanden zu heilen."

Matariel schob ächzend seine Unterschenkel unter den Hintern und drückte sich vom Boden auf. Etwas traurig wanderte sein Augenmerk zu Tanjariel. Schade wars um den Streich mit den Knallerbsen, aber der Strauch wäre auch noch da, wenn sie von ihrem Ausflug wiederkämen.
Januel vielleicht nicht.

"Was soll ich denn den Raphaelitenmonachen fragen?" flüsterte er dann zu Iyashiel. "Wir kommen doch weil wir in eine Falle laufen sollen und nicht weil jemand krank ist?"

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