Die Gralsjünger-Intime

Das Archiv aller fertig gespielten Gruppen
Gansekiel
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Die Gralsjünger-Intime

Beitrag von Gansekiel » 03.01.2003 - 13:56

so hier spielen wir dann mal intime, später wenn der PLot vorbei ist, werd ich das verschieben in die 9. Schar.

Yiel
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Beitrag von Yiel » 05.01.2003 - 15:30

Erst als er die drei tatsächlich erreicht hatte stützte er sich etwas auf den Eichenstab und das Pochen erstarb. Alle drei hatten den Blick nun von der hellen Sonne abgewandt und blickten auf die ansehnliche Landschaft. Ihre Gestalten waren gut zu sehen, da sie sich gegen sie Sonne abhoben, aber Feinheiten waren nicht zu erkennen da man gegen das Licht schauen musste. Für Menschen ein wirklich wundervoller Anblick. Man hätte meinen können die drei würden schon auf die Ankunft der drei anderen Engel warten, auch wenn es dafür noch viel zu früh war.
Selbst wenn man die drei Engel hätte besser sehen können wären ihre Lippenbewegungen kaum aufgefallen so minimal waren sie. Ihre Haltung war ruhig und ihr Blick weder fixiert noch huschend. Zu gut kannten sich die Engel und zu genau wussten sie wer sie waren.
„Euch ist ebenso klar wie mir wer nun auf dem Weg zu uns ist und warum diese kommen. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben und müssen vor ihrer Ankunft alles vorbereitet haben. Sie werden nicht lange bleiben wenn wir uns richtig verhalten, aber in dieser Zeit müssen wir sehr vorsichtig sein.
Jemand muss zu den Dorfbewohnern fliegen und ihnen erklären was sie sagen sollen. Wir müssen die Engel unbedingt auf eine falsche Fährte führen, denn zu viele Beweise deuten sonst auf uns. Ebenso müssen wir ihren Michaeliten und Ramieliten sehr genau im Auge behalten. Sie dürfen nicht zu nahe kommen.“
Mit einem leichten Nicken signalisierte Yiel das er sich noch sehr genau daran erinnern konnte wie leicht Zaphariel das Artefakt gefunden hatte egal wo sie es versteckt hatten. Die Stimme des Raphaeliten war die ganze Zeit leise gewesen nicht mehr als ein Wispern im Wind. Dennoch war es sich sicher dass die anderen beiden mehr als nur seine Worte gehört hatten. Sie wussten genauso wie er dass Gefahr im Anflug war.
Aber von Außen war den dreien nicht im Geringsten etwas anzusehen.

Zaphiel
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Beitrag von Zaphiel » 05.01.2003 - 17:48

Zaphiel blinzelte in die Sonne und schaute die beiden anderen Engel ernst an: Das ist richtig, Yiel. Sollten sie dem Gral zu nahe kommen, werden sie ihn spüren, und auch schnell herausfinden, was es mit dem Gefühl auf sich hat. Wir müssen sie schnell wieder loswerden, ohne das sie uns überhaupt bemerken. Was zum ersten einmal heißt, dass wir sie nach Kräften unterstützen müssen. Habt ihr da eine gute Idee? Norel? Yiel? Du hast den besten Kontakt zu den Bauern hier, aber was ist, wenn ihr Ramielit das 8. Gebot anwendet? Was wissen die Bauern denn schon? Ich für meinen Teil werde die Bücher und Karten h ier sichten, um unsere Spur zu verwischen. Sie zuckt kurz zusammen und ihre Gesichtszüge werden von Schmerz verzerrt. Was sagt ihr? Mit einem gezwungenem Lächeln wendet sie sich wieder der Sonne zu...

Norel
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Beitrag von Norel » 05.01.2003 - 22:57

Norel hatte die Spitze seines Flammenschwertes vor sich in den Boden getrieben und stützte sich mit aufrechter Gestalt darauf, in die Ferne blickend, so wie die anderen auch. Sein flammend rotes Haar wehte nur schwach im Wind, seine kalten Augen wurden kaum von einem Blinzeln bedeckt. Nach einer Weile von Schweigen seinerseits, begann er letztlich doch leise zu sprechen, mit einer Stimme die so kalt wie der Nordwind war. Hätte man ihn nicht gekannt, so wäre der Eindruck entstanden, die beiden anderen Engel wären ihm mehr als nur lästig. "Ich mag die Situation nicht." stellte er nur knapp fest und schwieg abermals eine kurze Weile. "Es bereitet mir Kopfschmerzen, denn ich weiß nicht, was ich tun soll. Wenn ich bei den Bauern auftauche, werden sich diese vor Angst ins Hemd machen, und schweigen, aber es wird nicht sehr überzeugend sein. Einer von Euch sollte denen klar machen, wie wichtig es für ihren Glauben ist, dass sie nichts der Schar verraten."

Er warf einen kurzen verschwörerischen Blick nach links zu den anderen Beiden. "Ihr müsst sie es so sehr glauben machen, so sehr ihnen klar machen, um was es da geht, dass sie es selber als Wahrheit erachten. Verbiegt die Fakten, schmückt aus wo es nötig ist und lasst Unwichtiges weg oder fügt es dazu. Wir können ihnen ja eine Wahrheit erzählen, an welche diese dann glauben, und sobald sie daran glauben, ist es für sie wahr, und auch das 8. Gebot eines Ramieliten würde nur eben diese Wahrheit ans Tageslicht bringen." Er sprach all diese Blasphemie ohne ein Wimpernzucken aus. Dann sah er wieder weg, gerade aus ziellos nach vorne. "Versteht ihr mich?"

Yiel
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Beitrag von Yiel » 06.01.2003 - 14:36

Ein kurzer Blick in die Augen der anderen beiden reichte aus. Diese Treffen dauerten nie besonders lange und waren zudem noch äußerst selten. Yiel mochte sie nicht genauso wenig wie er die Worte von Norel mochte, aber ebenso wie er regte sich nichts mehr wenn sie davon sprachen. „Ich werde mich sofort ins Dorf begeben und eine Spur nach Casonne und Lerinda legen. Wir werden einen Sündenbock brauchen, denn ohne Erfolgserlebnis werden sie nicht gehen.“ Die wage Andeutung versetzte Yiel zwar einen Stich aber schon kurz nach seinen Worten entfaltete er seine Schwingen und erhob sich in die Lüfte.
Es war richtig dass er wohl am besten die Menschen manipulieren konnte, denn auch wenn er es sich selbst ungern eingestand hatte er damit inzwischen Erfahrung. Es war nicht ungewöhnlich das der Raphaelit in dem Dorf auftauchte denn die Arbeit die er zu verrichten hatte dauerte nun schon sehr lange an. Schon vor längerer Zeit war in dem Dorf das erste Mal die Seuche aufgetreten die sich seit dem hartnäckig durch die Reihen der Dorfbewohner fraß. Es war eine schleppende Krankheit mit deutlichen äußeren Merkmalen wie Pusteln die meist blutig oder eiterig aufplatzten wenn die Krankheit sich dem Ende näherte. Das Ende der Krankheit bedeutete dabei leider auch automatisch das Ende der Person.
Yiel hatte schon unzählige Bücher und Freunde aus seinem Orden zu rate gezogen, aber gegen diese Krankheit schien kein Kraut gewachsen. Bis auf diesen einen Hoffnungsschimmer den er und seine beiden Gefährten letztendlich ergriffen hatten. Auf ihm ruhten die Hoffnungen der Engel und des ganzen Dorfes. Und so wie Yiel dachte wenn sich die Krankheit ausbreiten sollte auch der restlichen Dörfer.
Nachdem der Raphaelit gelandet war scharten sich schnell einige Dorfbewohner um ihn. Es war nicht so das die Seuche alle Dorfbewohner befiel, nein bei Leibe nicht, fast schien es so als würde sie nur sprunghaft auftreten. Seine häufige Anwesenheit im Dorf hatte nicht zur Wirkung gehabt das die Dorfbewohner sich an ihn gewöhnt hätten, sondern das sie ehrlichen tiefen Respekt vor seiner Arbeit und vor seiner Person bekommen hatten und nicht nur vor seinen Schwingen.
Lächelnd wechselte er einige Worte mit dem Dorfvorsteher und erkundigte sich wo er heute helfen konnte und wie es in dem Dorf aussah. Routine wie Yiel feststellte und genau das ärgerte ihn. Lässig lehnte er auf seinem Eichenstab und unterhielt sich etwas mit dem Mann der den meisten Respekt der Dorfbewohner hatte. Einige andere hörten zu als Yiel ab und an sich erkundigte ob sie von den beunruhigenden Sichtungen in Casonne gehört hätten. Beiläufig erwähnte er etwas von anderen Engeln die sich in Casonne herumtreiben würden und ebenso streute er Vermutungen ein dass sich wohl der Ursprung der Krankheit dort verbergen könnte. Es war wie ein Plauderstündchen von denen er schon so viele geführt hatte. Fast nebenbei kümmerte er sich um die leichten Verletzungen der Bauern oder ähnliches.
Erst kurz bevor er eigentlich wieder aufbrechen wollte verschaffte sich der Raphelit wirklich Gehör.
„Es werden Engel zu euch kommen. Engel von weit her. Wir kennen nicht ihre Absichten, aber vielleicht wollen sie die Krankheit ausrotten.“ Bei diesen Worten schaute er jeden eindringlich an damit ein jeder verstand was es bedeutete wenn die Krankheit ausgerottet wurde. „Seit auf der Hut und Wachsam, wenn sie euch helfen wollen dann sollen sie das tun indem sie den Ursprung der Krankheit auslöschen. Ich sage euch das weil ich euch vertraue und denke das ihr euch nicht von ihren Worten hinter das Licht führen lasst.“
Yiel hatte schon längst den Dialekt des Landstriches sprechen gelernt, da er genug Kontakt mit den Menschen hatte und so sprach er wie ein Freund aus ihrer Mitte und nicht wie der Engel der er war. Vorsichtig legte er eine Hand auf die Schulter des Mannes mehr als eine freundschaftliche Geste aber ebenso um sein Befinden zu erfühlen. Lächelnd nickte Yiel und er machte sich auf den weg zurück zum Kloster. Er behielt für sich das auch der Dorfvorsteher spätestens in zwei Tagen deutliche Merkmale der Krankheit zeigen würde. Der Raphaelit hoffte das er die unbeschwerte Zeit noch genießen würde die ihm blieb bevor es geschah-

Zaphiel
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Beitrag von Zaphiel » 09.01.2003 - 08:17

Zaphiel schaute noch einige Zeit Yiel nach, wie er immer kleiner wurde und seine Flügelschläge immer leiser.. "nicht nur für mich, auch für uns und vor allem für diese armen Menschen wünsche ich Dir viel Glück und den Segen unseres Gottes!", danach drehte sie sich zu Norel um. Ich habe noch ein wenig in der Bibliothek zu tun, ruf mich, wenn Du etwas brauchst! Zaphiel zwang sich selbst zu einem aufmunterndem Lächeln, verbeugte sich leicht vor dem Gabrieliten und ging ins innere des Tempels.

Wenig Monachen oder Beginen begegneten ihrt auf ihrem Wege, die meisten gingen irgendeinem Tagewerk nach, sei es nun die Pflege der Gärten oder Kirchendienste. Die wenigen, die ihr entgegenkamen, grüßten sie freundlich, und ebensofreundlich erwiderte sie und sprach einen kleinen Segen, ebenjenen, den sie einmal von einem ihrere Michaeliten gelernt hatte. Auch der war gefallen; hatte sie gehört, denn gerade, als die Schar sich gut untereinander verstand, wurde sie wieder aufgelöst und neu formiert, aufgrund einer näherkommenden Ostfront, so sagte man ihnen. Nach Zaphiels Informationen war die Ostfront seit längerer Zeit unbewegt...

Ganz in Gedanken wäre sie beinahe an der Bibliothek vorbeigegangen. Sich Ruckartig in die Tür drehend stieß sie beinahe mit dem Bibliothekar zusammen, einem alten und freundlichen Mann, der eher die Bücher liebte als ihren Inhalt. Bruder Marc war immer noch recht groß für sein betagtes Alter und hatte immer noch die hübschen und warmen Augen seiner Jugend, an die sich wohl nur noch er erinnern konnte. Aber Zaphiel, warum so ungestüm? Ist etwas? Geht es euch wieder nicht gut? Ich habe vor kurzem da etwas von einem Tee gelesen, der euch vielleicht interessieren würde? / Nein nein, Frater Marc, das ist es nicht, ich war einfach so in Gedanken, habe mich mit Yiel über dieses schreckliche Leiden unterhalten, dass unsere Schäfchen hier in der Nähe so stark in seiner grausigen Hand hält. Aber später greife ich gerne auf euren Tee zurück.. Ich wollte gerade noch ein wenig Recherche anstellen, also stört mich bitte nur, wenn es wirklich wichtig ist, ja? Ich bin da mit Frater Yiel auf ein paar interessante Punkte gestossen. Bruder Marc zog eine Augenbraue hoch, doch seitdem Zaphiel sich mit ihm damals über ein paar Theorien unterhalten hatte und Bruder Marc danach noch Tags darauf Kopfschmerzen hatte, fragte er nicht mehr so genau nach. So zog sich Zaphiel in die Bibliothek zurück, um die Pläne der Umgebung zu sichten, um möglichst beim Mittagsmahl die vorhandenen Umgebungskarten um jene zu erleichtern, die auf das Versteck ihrer kleinen Gruppe hinwiesen.

"Bleibt noch die Frage, wie man ihren Ramieliten und ihren Michaeliten verwirrt, aber ich habe da mal so etwas gehört..."

Norel
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Beitrag von Norel » 09.01.2003 - 16:00

Norel stand noch wohl eine halbe Stunde lang auf dem Fleck, der Wind hatte an Kraft zugenommen, es wurde zugig und die Luft war spürbar kälter, als sie an den Muskeln des Gabrieliten entlang fuhr. Doch er verharrte regungslos und schien nachzudenken, eine einzelne Gestalt in der Weite, regungslos und mit Blick an den entfernten Horizont gerichtet, wo Blitze die einbrechende Dunkelheit durchzuckten. Ein Gewitter bahnte sich an, das war deutlich, aber es würde noch eine Weile dauern, bis es hier eintreffen würde.

Nach dieser halben Ewigkeit bewegte sich Norel leicht, er spannte seine Muskeln an und trieb die Starre aus seinen Gliedern. Er schüttelte leicht benommen den Kopf und versuchte wieder zu einem klaren Geist zu kommen, seine Hände zitterten noch leicht, und er spürte den Drang nach der Spritze. Aber das würde jetzt erst einmal warten müssen, Zeit war jetzt kostbar, und er würde etwas tun müssen.

Mit einigen kräftigen Flügelschlägen und einem präzisen Sprung erhob er sich letztendlich in die Lüfte, und flog in Richtung des Verstecks. Er wusste zwar nicht, was er machen sollte, oder wie er behilflich sein sollte, aber er würde dort einfach noch mal nach dem rechten sehen, dass alles gut gedeckt war. So gut es eben ging.

Yiel und Zaphiel kannten sich mit solchen Dingen einfach besser aus, es war nicht seine Art, Dinge zu verheimlichen. Obwohl, eigentlich machte er das schon seit Jahren, und bei diesem Gedanken musste er schmunzeln. Gut, er wusste einfach gerade jetzt nicht was er tun sollte, vielleicht fiel ihm auf dem Flug ja noch etwas ein.

Gansekiel
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Beitrag von Gansekiel » 10.01.2003 - 07:17

Norel kam an LaPieca vorüber, ehe er hinauf zu den alten Bauten kam, die einst irgendwer in den Fels gegraben hatte. Sie waren lange leer gestanden. Doch jetzt war wieder Leben darin. Unten im Dorf war man meistens zu sehr mit sich selbst beschäftigt, zu viele waren krank und wenn die Engel herkamen, kümmerte sich Yiel oft um die Kranken, so dass sich die Meisten Dorfbewohner nichts dabei dachten, hier Engel zu sehen.

LaPieca lag einfach zu ungeschützt, zu hoch und ungünstig. Früher war es hier besser gewesen. Das sagten alle. Seite der Große Erdrutsch vor 10 Jahren die Felder zerstört und einen Teil des Dorfes verschüttet hatte, war hier nichts mehr in Ordnung. Der Ort schien verflucht zu sein. Die Leute waren hart arbeitende Bauern und dennoch war der Boden einfach nicht so gut wie zwei Täler weiter. Und erneute Steinschläge machten ihnen das Leben schwer. Der Berg hatte sich gegen sie verschworen. Früher hatten hier mehr Leute gewohnt. LaPieca war ein großes Dorf mit Kirche gewesen. Jetzt zogen bald jeden Monat Leute fort.
Allerdings gab es auch einige, die nicht wegzogen sondern ein Stück den Berg hinauf. Keine 700 Meter von dem ersten Stein-Abrutsch ins Tal lag das Versteck der 'Gralsjünger'.

12 Männer und Frauen befanden sich hier.
5 Davon waren tatsächlich aus LaPieca. Der Rest kam von überall her. Im Dorf hielt man sie für verrückte Einsiedler und spinner. Die Männer und Frauen tarnten sich als Fromme Wander'mönche', die hier oben ihre Klause aufbauten. Was auch die Engel erklärte. Zumindets für die Meisten im Dorf.
Die Leute hatten Geld und einmal die Woche gingen zwei von ihnen bis nach Casonne um dort auf dem Markt Vorräte zu kaufen. Nach LaPieca gingen sie nicht. Zuviele Kranke. Als Norel ankam, wurde er schon erwartet.

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Beitrag von Norel » 11.01.2003 - 20:44

Mit einer Aura deren Ausstrahlung die umgebende Lust gefrieren lassen könnte schritt der Engel allem erhaben durch die Reihen der Jünger, die sich versammelt hatten, um ihn zu empfangen. Er sagte nichts, sein Blick streifte keinen der Menschen, niemandem galt dieses Privileg.

Seine Federschwingen leicht aufgeplustert ging er also in das Innere des Versteckes, und sah sich um. Alles war zu seiner Zufriedenheit, auch schon das Letzte Mal gewesen, doch er gab nicht viel darauf, Menschen machten oft Fehler, es war an ihm, das auszumerzen. Nichts durfte schief gehen, wenn der Gabrielit selbst schon wenig aktiv beihelfen könnte, um die bald eintreffende Schar zu vertreiben, so würde er doch aber dafür einstehen, dass der Gral in Sicherheit war.

Unvermittelt und mit seinem Blick immer noch auf die schwere Tür vor sich gerichtet begann er zu sprechen. Er war sich sicher, dass ihm jemand gefolgt war, wie ein Anhängsel, eine Klette an dem Saum seines schwarzen Waffenrockes. Menschen machten das immer so. "Ist er gut verwahrt?" Klirrend kalte Trockenheit.

Er spürte das Zögern in seinem Rücken, als sein stechender Blick die eisenbeschlagene Tür durchbohrte. Letztlich ring sich doch einer durch: "Ja, er ist verwahrt, so wie das letzte Mal, als Ihr hier wahrt verehrter Engel. Die Schlösser sind versperrt, die Schlüssel verwahrt, die Sicherheitsvorkehrungen für die ihr gesorgt habt intakt."

Norel hatte auch nichts anderes erwartet...

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Beitrag von Gansekiel » 12.01.2003 - 09:35

"Aber wir haben leider immer noch nicht herausbekommen... wie man das Ding aufmacht, es ist ein Geheimmeachnismus. Von den Ragueliten eingebaut... wir wissen nicht wie das zu öffnen wäre, außer mit Gewalt", fuhr einer von Norels 'Anhängseln' fort.

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Beitrag von Norel » 12.01.2003 - 10:27

"Das ist nicht gut, aber ich kann das jetzt nicht ändern." folgerte er nüchtern und drehte sich letztlich doch zu dem um, der da mit ihm sprach. "Ich kann Euch auch keinen Rat geben, versucht es weiterhin, untersucht es, zeichnet es, oder macht sonstetwas, damit wir ihn nutzen können. Trondheim ist nicht mehr, und Ragueliten sind mit ihrem Himmel untergegangen. Ich bezweifle, dass wir irgendwoher Informationen bekommen können, deren Aufzeichnungen sind sicherlich auch zerstört." Die Monotonie seiner Stimme konnte einem fast zur Trance - oder in Rage bringen. Der Mensch da aber wusste es besser, als letzteres zu machen. Er nickte ihm einfach zu und sah ihn dann weiter an, ob denn noch etwas wäre. Norel aber ging einfach an ihm vorbei nach draußen.

Yiel
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Beitrag von Yiel » 12.01.2003 - 13:11

Es war kaum zu überhören das Yiel wieder zurück war. Das Pochen seines Stabes auf dem Boden war durch die gewundenen Gänge des Klosters weiterhin zu hören und dazu noch bekannt. Der Raphaelit trat fast exakt in die Fußtritte die Zaphiel gewählt hatte. Die Flügel wieder eng an sich gelegt um niemanden zu stören bog er in die Bibliothek ein. Bruder Marc saß, wie nicht anders zu erwarten über einem dicken Buch und las.
Yiel mochte diesen Mann. Er konnte unmöglich sagen wie viele Bücher dieser Mann schon gelesen haben musste und wie viel Fachwissen er sich angeeignet hatte, aber Yiel wusste ebenso das er sein wissen nie in der Praxis würde anwenden können. „Bruder Marc, “ sprach der Raphaelit deutlich als er dichter bei ihm angekommen war. Mit einem erschreckten Zucken blickte der ältere Mann nach oben und brauchte einige Sekunden um die Geräuschquelle zu erfassen. Seine Augen weiteten sich noch ein Stück mehr als er Yiel erkannte. „Yiel was machst…. Ich meine… Sei gegrüßt Bote Gottes.“ Der Raphaelit schmunzelte als er die verschiedenen Ansätze wahrnahm mit denen er angesprochen wurde. Die beiden kannten sich nun wirklich gut genug das Yiel nichts gesagt hätte wenn er ihn so angesprochenen hätte, aber Respekt lehnte er nie ab. Er hoffte nur das es Respekt vor seiner Arbeit war und nicht vor seinen Flügeln.
„Seit mir auch gegrüßt Bruder Marc. Sagt, ich müsste etwas in eurer Bibliothek nachschlagen. Ich suche das Buch über Kräuter. Dieses Buch, welches schon leicht vergilbt ist, ihr wisst schon welches ich meine.“
Natürlich wusste Marc das. Er kannte jedes Buch seiner Bibliothek und kannte ebenso seinen Platz in den Regalen. Er nickte nur als Bestätigung und verschwand für kurze Zeit. Inzwischen machte es sich der Raphaelit auf dem Platz bequem wo gerade noch der Frater gesessen hatte. Kaum hatte er es sich mit seinen Flügeln bequem gemacht da tauchte Bruder Marc auch schon wieder auf und legte das Buch vor ihm auf den Tisch. „Ich hatte es hinter einem anderen Bücherstapel deponiert, deshalb hatte es so lange gedauert.“ Erklärte er. Yiel lächelte ihn nur an und sprach vertrauensvoll zu ihm: „Wir werden nicht gehetzt also mach dir über dein Tempo keine Gedanken. Ordne es ruhig wieder dahin ein wenn ich fertig bin.“ Der Frater erwiderte das Lächeln. Auch wenn Yiel der Meinung war das sie nicht unbedingt soviel Zeit hatten, so wollte er diesen Mann auf keinen Fall hin und her scheuchen.
Gerade als der Rapahelit das Buch aufschlug schloss der Frater die Tür der Bibliothek und ließ ihn alleine. Yiel hatte sich an dieses Buch erinnert als er im Dorf gewesen war und mit einigen Kräutern hantiert hatte. Er brauchte dieses Buch eigentlich nicht aber wie jedes Buch über Kräuter hatte er es schon mal in den Händen gehalten. Das Hauptthema des Buches drehte sich um Vergiftungen und ihre Heilmethoden. Als geübter Anwender von Allerlei Kräutern wusste Yiel natürlich auch wie man den Effekt einer Heilung umkehrt. Sein Orden hatte ihm längst nicht alles beigebracht was er zu leisten vermochte. Aber das hieß nicht dass er selbst es nicht erlernen konnte.
Die Behandlung der Seuche hatte ihn recht viel Erfahrung darin erlangen lassen Vergiftungen zu heilen. Umgekehrt hatten sich seine Fähigkeiten zwar nicht ganz so stark aber ebenfalls ausgebildet Gifte zu erzeugen. Das Buch das er zu Hand hatte, beschrieb nun eine Vielzahl von Giften und wie man sie heilen konnte. Und natürlich wodurch sie ausgelöst wurden. Yiel suchte gezielt nach einem Gift das man in dieser Gegend kaum fand und nur schwer zu heilen war. Die Symptome waren Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen. Genau das was er brauchte. Yiels umfangreiche Sammlung an Kräutern würde ihm sicherlich erlauben so etwas in die Nahrung der Schar zu mischen. Dennoch hatte der Raphaelit vor dies nur als Ablenkung zu benutzen. Natürlich war er sich im Klaren das die Schar ebenfalls Raphaeliten mitbringen würde und diese nach einiger Zeit in der Lage war das Gift zu neutralisieren. Aber durch einfachen Kontakt würde es Yiel sicher gelingen ein zweites Gift in den Körper des Michaeliten und Ramieliten zu schleusen das wesentlich effektiver arbeitete.
Er schlug das Buch so und machte sich sofort auf den Weg zu seinen Kräutern. Aus den Augenwinkeln sah er noch wie Bruder Marc sofort wieder in die Bibliothek huschte und bevor er weiter las an seinem Buch, das andere Buch wegräumte.

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Beitrag von Zaphiel » 16.01.2003 - 17:42

Bruder Celestos sah Norel hinterher und wandte sich mit seinen Gefährten wieder dem Gral zu. In dem Raum standen einige skurrile Geräte, einige erfüllten Augenscheinlich irgendeinen Zweck, einige wurden ebenfalls noch erforscht, und andere waren offensichtlich n icht mehr zu retten. Er fuhr sich durch seine kurzen, dunkelblonden, leicht ergrauten Haare und hielt ein Augenglas vor sein Gesicht "Hier muß doch etwas zu finden sein?" Seine gesamte Ausbildung im Tempel der Ramieliten zu Lyon half ihm hier nicht viel wieter. Aber seine Reisen, und seine "Schatzsuche", wie einige seiner Freunde immer sagten, hatten ihm Erkenntnisse gebracht, die er hier sehr wohl anbringen konnte. So war führ ihn sehr wichtig geworden, etwas anzuwenden, was damals, vor den großen Katastrophen als "Elektrizität" bekannt war. Ein seiner Meinung nach sehr wertvolles gut, leider jedoch nur noch sehr selten zu finden. Celestos sah herüber zu einem grauen Kasten mit zwei vergoldeten Metallzapfen daran. Im Moment die einzige Reserve. Tiefer in den Felshöhlen lag noch etwas, worauf er sehr stoz war. Ein Apparat, der auch diese merkwürdige "Elektrizität" lieferte, aber sich nur dann erschöpfte, wenn er ausserhalb der Sonne stand. Leider war das Glas schon gesprungen, und so, vermutete zumindestens seine Gefährtin Manuela, brauchte es viel mehr Sonne als sonst üblich. Praktisch war es nur zu den Mittagsstunden zu gebrauchen, und auch nur wenn wirklich keine Wolke am Himmel stand. "Irgendwie muß diesem Ding doch beizukommen sein...", dachte Celestos, und wandte sich wieder dem Gral zu, wieder ein seltsames Gerät schwingend, welches mit einem langen Kabel an einer Mattscheibe befestigt war

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