Die Gralsjünger-Intime

Das Archiv aller fertig gespielten Gruppen
Yiel
Jack
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Beitrag von Yiel » 03.02.2003 - 18:47

Behutsam achtete Yiel noch darauf dass er sein wertvolles Messer in die Tücher legte bevor er das Neugeborene in duzende Tücher einschlug. Er nutze seine Fähigkeiten um sicher zu stellen das es dem Kind wirklich gut ging und drückte es dann an sich. Ohne auf die überraschten Rufe der anderen zu hören, oder auf die gar empörten des Vaters bahnte er sich seinen Weg nach draußen auf den Dorfplatz. “Ruf die Leute zusammen Frau.“ Wies der Raphaelit ihn an und hielt das schreiende Kind in seinen Armen bergen vor allem was kommen mochte.
Yiel hatte sich entschieden das jetzt genau die richtige Zeit war um seine kleine Ansprache zu halten. Die Gefühle wogten nicht nur in ihm hoch sondern er würde sie auch nutzen können die Dorfbewohner zu manipulieren. Im Geiste legte er sich zurecht was er tun musste und worauf er hinaus wollte. Er musste diesen Leuten klar machen dass die Berge etwas waren, was sie keinem anderen offenbaren durften. Um des Kindes Willen, um zu verhindern das so eine Tragödie sich wieder ereignen konnte.
Dem Raphaeliten war bewusst das er die Leute nicht mit dieser Halbwahrheit alleine lassen konnte, deshalb fasste er ein Herz und würde ihnen ein Feinbild bieten auf das sie sich fokussieren konnten wenn sie mussten. Er entschied sich wieder für Casonne um die eintreffende Schar nicht auf dieses Verwirrspiel aufmerksam zu machen.
Erst als der letzte der Dorfbewohner aufgetaucht war, was der Frau in wirklich erstaunlicher Zeit geschafft hatte und Stille sich über den Platz gelegt hatte war Yiel sich sicher. Nur das Schreien des Neugeborenen durchbrach diese Stille. Gebettet in den blutigen Händen des Engels mit der Ausstrahlung von Alter, Leben und Tod, der seinen Blick über die Anwesenden streifen ließ und dann begann mit seiner wohlig warmen Stimme zu sprechen.

Zaphiel
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Beitrag von Zaphiel » 04.02.2003 - 18:28

Zaphiel konnte vielleicht viel, aber warten, dass konnte sie bestimmt nicht... Ohne noch einmal auf Bruder Marc zu achten drehte sie ihm ihren Rücken zu und ging schnellen Schrittes durch das Kloster, den ihr entgegenkommenden Monachen und Beginen nur einen wütenden Blick zuwerfend. Minuten später war Zaphiel schon von der Flugplattform gesprungen und auf dem Weg zu Fra Nils, um dieser ganzen Sache mal auf den Grund zu gehen.

Gansekiel
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Beitrag von Gansekiel » 05.02.2003 - 14:26

Fra Nils hockte wie jeden Tag um diese Zeit auf der hözernen Bank vor dem Kloster. Hier war es still und die Luft schmeckte nach Kräutern und gemätem Gras.
Vor ihm lag der Weg, der sich einige Meter weiter an den Fels anschmiegte und dort entlang hinab nach Casonne führte.
Irgendwo hörte er einen Vogel zwitschern, ganz leise nur, weil er wirklich nicht mehr ganz so gut hörte, aber gut genug um das Geräusch von Flügelschlag zu erkennen. Fra Nils sah hoch. Tatsächlich. Da kam einer von den Engeln.
Hier im Kloster, wo ständig welche stationiert waren, war es nicht ganz ungewöhnlich, dass einer der Himmelsboten sich auch einmal vor dem Kloster sehen ließ.

Meistens vermieden es die Engel dort zu landen, vor allem wegen der Pilger und Besucher aus Casonne und anderen Städten oder Dörfern der Gegend.
Nils verstand das gut, schließlich war es den Engeln meistens unangenehm bestaunt zu werden. Auch die Engel die jetzt hier waren wohnten in kleinen, kargen Cellae und hatten praktisch keinerlei Besitztümer und sie hatten wohl auch nicht viel übrig für das Staunen der Leute.

Fra Nils hatte sogar den verdacht, dass die Engel im Kloster sich ach bemühten sonst niemanden über dne Weg zu laufen.
Die drei oder vier blieben meistens für sich und deswegen wunderte ihn die Tatsache schon, dass jetzt genau einer vor ihm landete und offenbar etwas von ihm wollte.

"Oh, hallo... setzt euch doch zu mir, achso, nein lieber nicht, das wäre zu beengt, verzeiht, das sich sitzen bleibe!"

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Beitrag von Zaphiel » 06.02.2003 - 08:14

Hallo Fra Nils! Das iat also der Grund, warum man euch so selten innerhalb der Mauern des Klosters sieht? Ich kann euch verstehen, es ist schön hier draußen! Zaphiel landete etwas ungeschickt vor ihm und versuchte fast erfolgreich zu verbergen, dass sie etwas ausser Puste war. Fra Nils schaute etwas irritiert zu dem Schwert an der Seite der Ramielitin, und dann in das hübsche Gesicht, dass etwas über ihm schwebte. Sie konzentrierte sich auf Fra Nils und versuchte, jede seiner Antworten genau zu deuten Geist über Seele, und sprach wieder in ihrer verführerischen Stimme: Ich habe gehört, ihr wart gelehriger Schüler des damaligen Priors, nicht? Ich bin in meinen Recherchen an einen Punkt gestoßen, wo ich vielleicht die Hilfe eines so talentierten Monachen wie euch bräuchte. Wärt ihr bereit, mir ein wenig zur Hand zu gehen?

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Beitrag von Gansekiel » 06.02.2003 - 08:30

"Oh, jaja der alte Prior... ein verrückter Kauz, hat mich seinerzeit aufgelesen von der Starße und mich mitgenommen... war ein sehr gescheiter Mann.", sprach Fra Nils leise. Er klang wehmütig. Offenbar war der alte Prior mehr als nur sein Lehrmeister gewesen. Vielleicht mehr ein Freud, oder Verbündeter.

"Hmhm... talentiert, nennt ihr mich also? So sagt an... um welchen technischen Firlefanz geht es? Das ist es doch was Euch Kummer bereitet oder?"
Fra Nils dachte mit Wehmut an einen anderen neugierigen Engel zurück. Wie hatte er gleich geheißen... irgendwas mit Gänsekielen...?
Man musste sehr aufpassen wem man die alten Raguelitischen Lehren erzählte, aber einige Ramieliten eigneten sich hervorragend das alte Wissen weiterzutragen.
Blieb nur zu hoffen, dass dieser Ramielit ihn nicht verpfiff. Allerdings war Fra Nils mittlerweile so alt, dass er sich keine Gedanken mehr darum machte, er starb eh bald.

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Beitrag von Yiel » 09.02.2003 - 17:26

Tief holte der charismatische Raphaelit Luft. Das schreiende Kind lag sicher geborgen in seinen Armen, eingeschlagen in Tüchern die es bedeckten. Sein Blick schweifte über die Anwesenden die allesamt flüsterten und murmelten. Seine Kehle war trocken und er stützte sich schwer auf seinen fast schwarzen Eichenholzstab.

„Anna ist Tod. Es lebe ihr Kind, Gottes Schöpfung!“
Vorsichtig hob er das plärrende Kind dabei etwas hoch und präsentierte es den Dorfbewohnern in seiner ganzen lebendigen Herrlichkeit. Das Geschrei aus der jungen Kehle hallte wie ein Chor über die Anwesenden hinweg, strotze vor Leben und Gottes Atem. Ganz vorsichtig barg Yiel wieder das Kind in seinen Armen.

„Die Krankheit die sich gegen Gottes Willen auflehnt, welche aus Casonne kam nahm viel zu früh der Mutter dieses Geschenk Gottes das Leben. Ihr alle kennt diese Krankheit und habt schon geliebte Menschen durch sie verloren.“
In einer weiten alles einschließenden Geste hob Yiel seinen Stab an und zeigte über die Köpfe der Menschen, so das sich jeder angesprochen fühlte. Der Engel spreizte leicht seine Flügel ab. Sie waren lange nicht so strahlend wie die eines Michaeliten aber Yiel war ein Engel der das Leben bewahrte und diese Aura des Lebens umgab ihn, man konnte sie riechen spüren und sogar in diesem Moment hören.

„Gottes Krieger und Schützlinge, die Engel des Herren, seine Boten tun alles um dieser Krankheit Einhalt zu gebieten. Wir werden das Nest der Ketzer in dem Dorf Casonne ausräuchern damit so etwas nie wieder vorkommt. Vergesst eure unbedeutenden Probleme und eure lästerlichen Ängste obgleich merkwürdiger Vorkommnisse in den Bergen. Stemmt euch gegen die Krankheit weißt den Engel des Herren den Weg zu dem Ursprung der Krankheit. Tut es zum Wohle des Kindes welches ohne Mutter aufwachsen wird. Behaltet es in euren Gedanken, kämpft gegen die Sünde.“
Das Kind hatte während seinen Worten aufgehört zu schreien. Und ebenso wie seine Stimme verklang legte sich Stille über die Gemeinde. Yiel schaute sie an, sein Blick, der eines Engels, der sie alle bedachte und keinen vergaß.

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Beitrag von Gansekiel » 10.02.2003 - 19:36

Niemand wagte mehr zu sprechen.
Göttliche Gnade hatte sich auf das Dorf gelegt, mit dem Blick des Engels.
Niemand hier hatte geglaubt, dass Anna oder das Kind durchkämen. Sie hatten für sie und das Ungeborene gebetet, hatten auch für den Vater gebetet und ebenso für sich, dass die Krankheit sie nicht heimsuchen möge.

Der Engel hatte das Kind gerettet. Was er nicht vermocht hatte, war die Frau zu retten, vielleicht, weil es stimmte was er sagte. Weil die Krankheit aus Casonne kam.
Dort waren mehr krank als hier.
Vielleicht waren sie wirklich Ketzer dort.
Vielleicht war die Krankheit Traumsaatwerk und nun griff sie um sich. Selbst Engel konnten nicht immer gegen alle Traumsaat und das Böse ankommen. Nicht einer allein, aber der Engel hatte gesagt, es gäbe mehr Boten Gottes.

Sicher würden sie diesen helfen, das Ketzerdorf von dem Unreinen zu befreien.
Einige hatten Verwandte dort, diese riefen nun keine so lauten Zustimmungen. Doch die anderen Dorfbewohner hörte man rufen.
"Ja, so Gott will, werden wir alles tun, was du sagst, wenn wir diese Krankheit besiegen können"
Und schließlich stand auch der Vater des Kindes an der Seite des Engels.
Er würde der letzte Sein, der an den Worten Yiels zweifelte. Der Engel hatte sein Kind gerettet und es war einfach jemand die Schuld zu geben, dafür dass seine Frau tot war.

Die Menschen in LaPieca hofften wieder.

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Beitrag von Zaphiel » 13.02.2003 - 16:41

Ja Fra Nils, euer Geist ist hell wie eh und je, ein technischer ´Firlefanz´, wie ihr es nennt... Ich würde euch bitten, etwas anzuschauen, dass sich in meinem Besitz befindet. Leider ist das jedoch ein wenig weiter von hier entfernt, Zaphiel musterte Fra Nils nochmal genauer, um abzuschätzen, ob er die Strecke denn zu Fuß zurücklegen würde können, ich werde versuchen euch ein Reittier zu besorgen, denn ungern nur würde ich Zeit verlieren. Leider ist es schon spät, in Kürze wird es dunkel werden. Wie wäre es, würden wir morgen in aller früher wieder zusammentreffen? Was haltet ihr davon? Mein Dank wäre euch gewiß, und nicht nur der meinige.

Zaphiel wartete noch auf eine Antwort von Fra Nils, in Gedanken doch schon woanders, wie sie nämlich den Stallmeister davon überzeugen sollte, ein Reittier zu benötigen. Und wo in des Herren Namen sollte sie jetzt Norel auftreiben? Sie war zwar auch wehrhaft, aber war es ihr wesentlich lieber, in Begleitung des Gabrieliten zu fliegen. Und das eigentliche Problem war ja noch lange nicht gelöst: Wie schirmte man den Gral so ab, dass ihn der Michaelit der Schar nicht spürte?

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Beitrag von Yiel » 13.02.2003 - 18:32

Mit einer Behutsamkeit die fast schon an Zärtlichkeit grenzte reichte der Engel das Kind in die wartenden Arme von Bastian. Er bedachte den Vater mit einem milden Lächeln und achtete darauf dass dieser das Kind auch richtig hielt.
Ohne noch auf etwas warten zu müssen erhob er sich wieder in die Lüfte. Er hatte die wage Hoffnung noch vor der Schar einzutreffen. Auch um seine beiden Mitengel davon in Kenntnis zu setzen welche Vorbereitungen er getroffen hatte. Er war guter Dinge und überzeugter denn je das er richtig handelte. Seine Rede war ihm von Herzen gekommen und hatte seine Gefühle deutlich ausgedrückt. Er wusste dass er hätte mehr erreichen sollen, aber kein Zweifel nagte an ihm.
Die Spuren waren nach Casonne gelegt, die Menschen waren vorbereitet. Die Engel würden den Gral nicht so schnell spüren und eine Zeit mit der Vergiftung beschäftigt sein. Wenn Yiel es schaffte kurz nachdem die Schar die Kelche geleert hatte sie noch zu berühren würde er ein weiteres Gift ihrem Körper zuführen welches vom ersten ablenken würde. Im Flug zurück zum Kloster nickte der Raphaelit sachte um sich selbst zu bestätigen.
Alles ging seine Wege.

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Beitrag von Gansekiel » 13.02.2003 - 20:35

"Oh... Reiten... aber das könnt ihr einem alten Mann wie mir nicht antun werte Ramielitin. Das hält mein Rücken nicht aus... könnt ihr es nicht zu mir bringen?"

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Beitrag von Zaphiel » 13.02.2003 - 20:52

hmmmm... Uuuuungeeern....

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Beitrag von Gansekiel » 13.02.2003 - 21:04

Fra Nils stutzte.
"Na dann sorge aber für einen ganz weichen Sattel und einen guten Führer, sonst falle ich nämlich auf halber Strecke vom Pferd. Und nun sag mir doch bitte wohin es geht und was es dort zu sehen gibt?"

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Beitrag von Zaphiel » 14.02.2003 - 13:34

Zaphiel schaute sich einmal aufmerksam um und fasste danach Fra Nils einmal ernst in ihre tiefen und aufregenden Augen: Wenn die Zeit gekommen ist, werdet ihr alles wichtige erfahren, Bruder Nils. Fürs erste kann ich euch nur bitten, Stillschweigen über unsere Begegnung zu bewahren, und verspreche euch, dass es ein aufregender Tag werden wird... Da keine Flugplattform in der Nähe war, und sei keine Lust hatte, sich hier einen mit einem Bodenstart abzubrechen, legte sie die Strecke zum Kloster eben zu Fuß zurück.

"Nur wo kriege ich den Norel jetzt her??? - Dass sich die Gabrieliten immer so rumtreiben müssen..." Also machte sich Zaphiel in der Dämmerung nochmal auf, ihren Bruder ausfindig zu machen, die noch unangenehmere Aufgabe vor sich herzuschieben, ein Reittier für morgen zu besorgen.

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