Der Heilige Gral [Kharniels Schar] Teil II

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Clawdeen
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Der Heilige Gral [Kharniels Schar] Teil II

Beitrag von Clawdeen » 10.03.2003 - 09:11

Heliael zuckte fast unmerklich mit den Schultern. War sie tatsächlich die einzige, die das alles hier sehr merkwürdig fand? Sie sah sich um. Ja, scheinbar schon, denn Isael und Tanael labten sich bereits am Tee und zudem schien Isael ihren fragenden Blick gar nicht verstanden zu haben, denn sie lächelte Heliael nur zu, scheinbar selig, ausruhen zu können.

Kharniel begann, sich und die Schar vorzustellen. Den Gabrieliten von vorhin erwähnte er nicht. Auch seltsam, Heliael hätte schon allein aus eitlen Gründen nach diesem gefragt. Aber so war eben Kharniel - er war nicht betroffen von sündhaften Lastern wie Völlerei, Eitelkeit oder auch...Liebe?
Heliael ging zur Tür, um den vorbeschriebenen Weg zur Küche einzuschlagen, doch einen Moment lang verharrte sie noch und sah Khaniel an, scheinbar ungestört, ohne dass jemand auf sie achtete.
Die altbekannte Unruhe machte sich wieder in ihr breit.

Heliael, teil dich ihm mit! - Nein, Heliael, er wird das schon machen. Hat er nicht vorhin noch auf sein Vorrecht als Michaelit gepocht? Also lass ihn auch. - Aber wenn du Recht hast, Heliael? Du könntest deinen Patzer vorhin wieder gut machen...

"Kharniel, es tut mir leid, aber ich muss dir meine Sorge mitteilen. Ich weiß, dass ich mich vorhin schändlich benommen habe, aber bitte nimm mich trotzdem ernst. Hier stimmt was nicht. Ich merke deutlich, dass mit Yiel irgendwas nicht richtig ist und er sprach vorhin von einem "Schwarm des Herren", das finde ich doch sehr auffällig. Und warum ist er so betont freundlich, während der Gabrielit von vorhin nicht einmal mehr zu sehen ist? Ich bitte dich, sei auf der Hut, vertrau mir - ich habe dich doch nie enttäuscht bis vorhin, nicht? - Ich suche jetzt die Küche auf und brühe mir einen Tee auf. Willst du...auch einen?", sandte sie ihm.

Kharniel hörte ihr aufmerksam zu, das konnte Heliael sehen, auch wenn es für Fremde vermutlich förmlich unsichtbar war. Sie war gespannt auf seine Reaktion. Sie fragte oft nach, ob sie für ihn auch einen Tee machen sollte, wenn sie irgendwo in einem Kloster rasteten, aber meist lehnte er ab, wenn es nicht die ganze Schar war, die einen wollte. Aber vielleicht würde er ja annehmen und ihr damit zeigen, dass er ihr verziehen hatte? Heliael hoffte es, glaubte es aber fast nicht, wurde ihnen schließlich bereits welcher angeboten. Es wäre unhöflich von ihm als Michaelit.

In ihren Gedanken versunken lief sie durch den Gang und hatte die Küche schließlich gefunden - abgesehen von einem Kessel Wasser über einer leise züngelnden Flamme war sie leer, zum Glück.
Heliael suchte einen Becher aus und griff in ihre Gürteltasche, in der sie ihre Beeren und Blätter aufzubewahren pflegte. Mit der Hand darin mahlte sie einige der mittlerweile staubtrockenen Blätter zu einem Pulver und streute es dann in den Becher, den sie mit dem kochenden Wasser übergoss.
Noch keine Antwort von Kharniel, nun gut, also wollte er nicht.
Heliael seufzte leise, schnupperte an ihrem Becher und machte sich mit ihm in der Hand auf den Weg zurück.

Kharniel schien dem Raphaeliten noch immer etwas zu erzählen. Na gut, immerhin hatte er dann nicht aus Wut oder derlei nicht geantwortet.
Vorsichtig schlürfte Heliael aus ihrem Becher und lächelte. Isael hatte Recht gehabt, ebenfalls zu lächeln, das tat wirklich gut, gerade bei dem Wetter.
Würde Yiel sich so argwöhnisch mit ihrem Getränk befassen, wie sie es getan hatte? Nein, wohl nicht, dazu würde es keine Gelegenheit geben als einen klaren Verstoß gegen die Regeln der Höflichkeit. Und wenn schon. Das Pulver der Blätter löste sich grundsätzlich vollständig auf, so dass jeder meinen würde, Heliael tränke einfach klares Wasser. Und es war auch geruchlos, wenn sie nicht gerade frische Blätter verwendete. Niemand würde je ahnen, der es nicht wusste oder sie mit genauer Fachkenntnis beobachtete, dass ihr heißes Wasser immer einen Zusatz hatte.

Kharniel
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Beitrag von Kharniel » 10.03.2003 - 19:54

Kharniel hatte Heliael aufmerksam zugehört während er mit Yiel sprach. Sie war paranoid, das wusste er. Und er wusste auch das ihr Bestreben sich einen eigenen Tee zu machen daher kam das sie abhänig von Tollkirschen war. Er hatte sich all die Jahre nichts anmerken lassen und manchmal bekam er deswegen Gewissensbisse. Aber auch paranoide Engel konnten manchmal den richtigen Riecher haben. Bei dieser Mission konnten sie niemandem trauen. Er sandte eine Botschaft zurück:

"Ja mach mir einen Tee und misch jedes dir bekannte Gegengift hinein. Gib ihn mir dann später wenn wir allein sind. Nur um sicherzugehen. Lass dir nichts anmerken und kein Wort über die Sache".

Dabei sprach er weiterhin freundlich mit Yiel und bat dann um ein Quartier, es war schließlich eine anstrengende Reise gewesen.
Zuletzt geändert von Kharniel am 10.03.2003 - 20:38, insgesamt 1-mal geändert.

Clawdeen
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Beitrag von Clawdeen » 10.03.2003 - 20:28

Wie ein Lied erreichten Heliael Kharniel´s Worte und am liebsten wäre sie zu ihm gelaufen und hätte ihn umarmt. Er vertraute ihr! Alles war gut!

Sie trank ihren Becher leer und ging in die Küche zurück, um ihn wegzustellen, wie es schien. Tatsächlich übergoss sie den gesamten Becher gründlich mit dem siedenden Wasser, um auch wirklich sicher zu gehen, dass keine Rückstände ihrer Blätter bleiben würden.
Eilig kramte sie in der anderen Gürteltasche. Gegengifte...hm, Gegengifte, das war gar nicht so einfach, denn erstaunlicherweise hatte sie davon nie gezielt etwas mit.
Ah! Ysopblüten! Das war gut - und stärker als Salbei es gewesen wäre, wenn auch bitter. Und Eibennadeln...mehr gab ihre Gürteltasche nicht her.
Sorgfältig streute sie die Blüten und Nadeln in den Becher, goss Wasser hinüber und wartete einige Minuten ab, bevor sie die Nadeln wieder entfernte und verwarf.

Sie ging lächelnd zurück und versteckte den Becher mit verschränkten Armen an ihrer Seite, zusätzlich geschützt von ihren Flügeln. Schmerz breitete sich aus, wo der heiße Becher ihre Haut fast berührte und nur von dünnem Leinen abgebremst wurde - aber das war nicht wichtig. Wichtig war, dass ihr Michaelit sie immer noch liebte.

Foresmir
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Beitrag von Foresmir » 13.03.2003 - 08:00

Isael hoffte, dass sie bald Gelegenheit bekommen würden sich auszuruhen und verkniff es sich zu gähnen. Um sich die Zeit zu vertreiben, lief sie langsam umher und betrachtete die Wände mit ihren Behängen und Verzierungen.

trist-engel

Beitrag von trist-engel » 13.03.2003 - 14:03

Nachdem Tanael wieder mehr oder minder eine kurze Zeit verschnauft hatte, hüpfte er förmlich auf und lief zu Isael.
"Du... Isa? Was machst du denn da?"
Er lächelte wie fast immer freundlich und aufgeschloßen.

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Beitrag von Gansekiel » 13.03.2003 - 14:16

Die Engel hatten ihren Tee beinahe ausgetrunken und sich auf Yiels Geheiß im großen, warm befeuerten Speisesaal niedergelassen, der vom großen Ofen in der Küche des Klosters, die gleich neben an lag, beheizt wurde.

Von Norel und Zaphiel war nichts zu sehen, aber das musste nichts heißen. Niemand wollte Norel treffen, der offenbar immer so 'tollwürig' zu sein schien.
Yiel ließ das Gespräch lieber nicht auf ihn kommen und war froh, als Ab Noram den Raum betrat. Der Ab kam alleine und grüßte die Engel fröhlich.

"Willkommen in St. Juan. Nicht gerade das beste Wetter um herzukommen" meinte er lächelnd und strich sich durch einen grauen Bart, der recht dicht sein Kinn umstand.
"Aber gut, lassen wir das Wetter, deswegen seid ihr ja nicht da. Womit wir beim Knackpunkt des Ganzen angekommen wären. Wie lautet euer Auftrag?"

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Beitrag von Yiel » 13.03.2003 - 19:14

Wie nicht anders von Yiel zu erwarten schien etwas abseits zu stehen, sobald Ab Noram anfing zu reden. Man konnte gut sehen wie er sich leicht vorstützte auf seinen Eichenstab und die Schar betrachtete.
Aufmerksam wartete er auch auf die Antwort der Schar auf die Frage des Ab. Mit wachen und neugierigen Augen, die trotzdem jederzeit ruhig und besonnen zwischen den Scharmitgliedern wanderten verharrte er und lauschte den Worten der Engel.

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Beitrag von Clawdeen » 14.03.2003 - 18:23

Heliael gefiel es gar nicht, dass sie ausgerechnet in den Speisesaal geführt wurden. Sicherlich, gerade bei diesem Wetter musste das Feuer dort eine Wohltat für die anderen sein, sie selbst jedoch fühlte an an ihrer Seite deutlich Verbrennungserscheinungen, dort wo sie den Becher noch immer angedrückt hielt. Langsam ließ es nach, ein Zeichen dafür, dass der Tee abkühlte, doch selbst die geringe Wärme brannte auf der angegriffenen Haut we Feuer.
Neugierig sah Heliael auf, als ein alternder Urielit den Saal betrat, möglicherweise der Ab?
Er sah von einem zum anderen und als sein Blick auf Heliael fiel, bemerkte sie seine wachen Augen und Lachfältchen, die seine Mundwinkel umspielten. Im Vergleich zu dem einen oder anderen Engel, den er beherbergte, schien also der Ab zumindest noch anderes als Pflichterfüllung und Ernst zu kennen, das hellte auch Heliael´s innerliche Mine ein wenig auf.
Seine Worte ließen klar erkennen, dass es tatsächlich der Ab war, der sich hier zu ihnen gesellt hatte und so nickte Heliael höflichst, überließ es aber diesmal den anderen, zu antworten.

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Beitrag von Foresmir » 16.03.2003 - 10:19

"Hm?" Isael erschrack leicht, als Tanael sie aus ihren Gedanken riss. "Oh, ich schaue mir nur grad die Verzierungen an. Sehr schön alles."

Nachdem die Engel in den Speisesaal geführt worden waren, nahm Isael den kleinen Ramieliten zur Seite und fuhr im Flüsterton fort.
"Werter Bruder, ich muss sagen ich bin sehr verwundert. Ich dachte euch Ramieliten wird der Wert einer richtigen und angemessenen Konversation besonders ans Herz gelegt. Ihr solltet mich nicht vor anderen Engeln oder Menschen Isa nennen."
Als Isael Tanaels bedrücktes Gesicht sah, legte sie ihm die Hand auf die Schulter und drückte sie sanft. "Ich meine das nicht böse, aber manche Sachen gehören sich einfach nicht für einen Engel, besonders nicht für weise Ramieliten."
Isael hoffte das der kleine Ramielit ihr Anliegen verstehen würde und lächelte ihm zu, in gespannter Erwartung seiner Antwort.

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Beitrag von Kharniel » 16.03.2003 - 19:14

Kharniel ging auf den Ab zu und hatte ein freundliches Lächeln aufgesetzt. Der Ab strahlte Ruhe aus die den Michaeliten beeindruckte. Er überlegte kurz wie er seinen Auftrag in Worte kleiden konnte und sprach dann:

"Ab, ich bin mit meiner Schar hier um eine Sekte zu finden die der Kirche möglicherweise schweren Schaden zugefügt hat. Die Rede ist von den sogennanten "Gralsjüngern". Ich wäre sehr erfreut wenn ihr mir in irgendeiner Weise weiterhelfen könntet."

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Beitrag von Seduciel » 16.03.2003 - 21:56

Seduciel lehnte immer noch an der Wand und sah - beziehungsweise hörte - interressiert zu. Diplomatie war nicht so seine Stärke, auch wenn er ansonsten viel redete.
Aber er fürchtete, dass der Ab ihnen keine große Hilfe sein würde...er machte einen gutmütigen Eindruck, und gutmütige Äbte hatten nicht selten die Angewohnheit, zwar freundlich und hilfsbereit, aber über spezifische Themen nicht ganz auf dem Stand der Dinge zu sein.
Nun, es hieß abwarten. Tani oder Kharniel konnten den Gral ja spüren, von daher sollte es nicht mehr allzu schwierig sein. Sie mussten nur noch die Richtung finden, wo sie suchen sollten.
Oder?

trist-engel

Beitrag von trist-engel » 16.03.2003 - 22:00

Tanael blickte Isael leicht verwirrt und entäuscht an.
"Ähmm..." wollte er einen Satz beginnen, führte jenen jedoch nicht fort, sondern drehte sich spontan um und huschte wieder zurück... stellte sich neben Seduciel und blickte zu Boden.

Foresmir
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Beitrag von Foresmir » 16.03.2003 - 23:33

Isael wollte Tanael nachlaufen, entschied sich dann jedoch dagegen. Er würde lernen müssen mit Kritik umzugehen, so wie sie es auch getan hatte damals. Natürlich tat es Isael im Grunde Leid, aber ihr Pflichtgefühl sagte ihr, dass sie das richtige getan hatte und schließlich war Tanael ein Engel des Herrn. Etwas freundschaftlicher Tadel würde ihn nicht umbringen.

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