Das Schweigen bleibt immer [Akibels Schar] Teil I

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Akibel
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Beitrag von Akibel » 14.07.2003 - 20:13

Akibel beobachtete Samiel. Der Urielit malte also tatsächlich. Kunst war eine wundervolle Sache. Sie gab der Seele ein Medium, um sich nach Außen zu kehren. Samiel mochte nicht, wenn man seine Bilder sah. Also mochte er auch nicht, wenn man seine Seele sah. Akibel musste traurig lächeln. Der Urielit war sogar mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit der schüchternste ihrer neuen Schar.

Kuriel grummelte. Akibel hatte es nicht anders erwartet. Er wollte etwas tun. Auch sie selbst konnte nicht von sich weisen, dass sie am liebsten sofort wissen wollte, worum es ging. Und die Gabrieliten pflegten die Ungeduldigsten von allen zu sein. Aber er verließ die Cella nicht. Akibel fragte sich, ob ihn tatsächlich irgend etwas hier drinnen hielt oder ihn die Anwesenheit von Menschen im restlichen Kloster so sehr abstieß, dass er doch hierblieb.

Rakariel genoss es, Tee zu trinken. Es sprach für ihn. Dafür, dass er ein Gespür für die kleinen Dinge hatte. Zumindest für die in seinem eigenen Inneren.

Akibel steckte sich die letzte Feige, die in ihrem Schoß gelegen hatte, in den Mund und ging zum zweiten Fenster hinüber. Akibel wollte Samiel den Blick auf die Templer nicht versperren. Sie ließ sich auf dem schmalen Steinsims nieder, der unter dem Fenster verlief, und holte ihre kleine Holzpfeife hervor. Mit liebevollem Gesichtsausdruck begann sie, das glänzende Pfeifchen mit dem duftenden Pfeifenkraut aus Roma zu stopfen. Sie zelebrierte es regelrecht. Innere Ruhe und Zufriedenheit standen auf ihren jungen Zügen.

Rakariel
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Beitrag von Rakariel » 15.07.2003 - 20:15

Rakariel drehte sich mit der Tasse Tee herum, denn er hatte lange genug den Templern zugesehen .Der Raphaelit beobachte argwöhnisch wie Akibel routiniert, und mit übertriebener Präzision ihre Pfeife stopfte.

Langsam ging er zu seiner Michaelitin herüber und warf ihr zuerst einen Tadelnden Blick zu, den sie übersah, da sie sich voll und ganz auf ihre Tätigkeit konzentriert hatte.

Der Scriptura Engel versuchte die Seele der Schar zu nutzen, doch hatte Akibel nicht damit gerechnet, das einer der Engel etwas zu sagen hatte, was nicht jeden etwas anginge, wahrscheinlich lag dies erstens daran dass sie in einem Kloster waren und nicht in der Luft über irgendeinem Schlachtfeld. Und Zweitens schien Akibel sowieso gern offen zu sprechen, auch wenn ihr wohl nicht gefallen würde was ihr Heiler zu ihrer Angewohnheit zu sagen hatte.

Rakariel räusperte sich, um Akibels Aufmerksamkeit zu bekommen.
Der Scriptura Raphaelit baute sich vor der Michaelitin auf und räusperte sich erneut.

Akibel strahlte ihn überrascht aus ihren großen braunen Augen an.

Nachdem er sich ihrer Aufmerksamkeit sicher war, ging er vor ihr in die Hocke, und blickte ihr starr und etwas tadelnd in die Augen.

„Begehst du diese Selbstverstümmelung schon lange ?“ „fragte Rakariel eindringlich und besorgt zugleich.
Zuletzt geändert von Rakariel am 15.07.2003 - 20:32, insgesamt 1-mal geändert.

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Beitrag von Akibel » 15.07.2003 - 20:25

Akibel lächelte.

"Das Pfeiferauchen meinst du?" Sie nahm einen winzigen Feuerstein aus ihrem Gewand und schlug ihn an ein nicht weniger winziges Metallstück.
Der Tabak in der Pfeife fing Feuer.

"Ja", sagte die Michaelitin und nahm das kleine Mundstück der kaum handgroßen Pfeife in die Hand. Sie sah Rakariel noch immer an. Als sie den ersten Zug nahm, schloss sie mit einem wohligen Einatmen die Augen. Nach einem Herzschlag öffnete sie sie wieder. Ein würziger und zugleich feiner Geruch ging plötzlich von ihr aus. Von ihr und von der Pfeife.

Beinahe durchsichtige, kleine Schwaden schlichen sich aus ihren Mundwinkeln, während sie den Pfeifenrauch schmeckte.

Sie sah Rakariel an. Ihr sanftes Lächeln deutete darauf hin, dass es ihr nichts ausmachte, wenn der Raphaelit jetzt weitersprach. Und das sie diese Diskussion offenbar schon mehrere Male geführt hatte.

Rakariel
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Beitrag von Rakariel » 15.07.2003 - 20:59

„Dann bin ich sicher nicht der erste der dich darauf aufmerksam macht das es schädlich ist.“
Rakariel blickte traurig auf den Boden und sprach mit einem etwas traurigen Unterton weiter.

„wohl werden sie dich darauf aufmerksam gemacht haben das unsere Studien erwiesen haben dass, die Inhaltsstoffe dieses Krautes Fehlwachsverhalten der weltlichen Hülle hervorrufen können..., des weiteren haben wir festgestellt, dass sie irgendwie die Leistung unserer Mächte beeinflussen und die jedoch meist negativ!“ Rakariel sah ihr kurz flehend in die Augen, bevor er mit seiner Mahnung fort fuhr.

„Akibel, es vermindert auch deine Flugleistung und reduziert deine Ausdauer im Kampf!“
Schwester, ich höhrte dich vorhin zu uns sprechen, deine weltliche Hülle kann dir doch nicht dermaßen Egal sein, ansonsten hab ich dich wohl vor wenigen Minuten falsch eingeschätzt“

„bedenke, wir brauchen dich und dein Schwert auf erden gegen den Herrn der Fliegen! Und du sollst dein Schwert mit Kraft heben und uns Kommandieren bis wir den Sieg erstreiten !“

„dies kannst du nicht, wenn du aufgrund eines Versagens deinen Atemapparates Kraftlos wirst und wir ohne deine Befehle dem Bösen gegenüberstehen.“

Rakariel ignorierte den Rest der Schar und wartete auf die Antwort des goldenen Engels mit der Pfeife.

Foresmir
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Beitrag von Foresmir » 15.07.2003 - 23:02

Osariel hatte es sich gemütlich gemacht und spielte geistesabwesend mit seinem Jojo. Vorsichtig lies er seine Finger über das hölzerne Spielzeug fahren und ertastete die glatte Oberfläche und die sanften Rundungen. Leider war die Schnur etwas zerfasert. Bald würde er sie wohl erneuern müssen.
Eine leichte Anspannung hatte ihn seit der Auftragserteilung im Griff und der Ramielit verspürte, dass er etwas Entspannung brauchen konnte.

Langsam schloss Osariel die Augen und atmete tief durch. Mit jedem Atemzug wurde sein Geist leichter, freier und fühlte sich bald leer und unbeschwert an. Das Gespräch zwischen Rakariel und Akibel war bald nur noch ein entfernt hallendes Geräusch, bis es schließlich ganz ausgeblendet wurde aus seinem Bewusstsein.
Als Osariel wieder die Augen aufschlug war er an seinem Ziel. Das Wasser um ihn herum schwappte sanft über seine Füße und kitzelte ihn leicht an den Knöcheln. Ein Lächeln umspielte seinen Mund, als er die unendliche Weite um sich herum wahrnam und er lief ein paar Schritte in eine zufällige Richtung. Wie ruhig es hier war. Nur das leichte Plätschern des Wassers war zu hören, doch es störte Osariel nicht. Im Gegenteil. Es war wie Balsam für seine Seele.
Eine plötzliche Briese erfasste seine Haare und lies sie wild im Wind flattern.

Osariel breitete die Arme aus und begann zu lachen.

_Samiel_
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Beitrag von _Samiel_ » 16.07.2003 - 22:24

Samiel beachtete den Streit um ihn herum erst gar nicht sondern beobachte die beiden Templer durchdringend mit seinen alles sehenden Augen. Er warf gar keinen Blick mehr auf sein Blatt sondern konzentriete sich nur noch auf den Kampf vor dem kleinen Fenster.

Mit fast übermenschlicher Geschwindigkeit folgte ein Strich dem nächsten und das Kratzen seines Stiftes duelierte sich akustisch mit dem Streit der beiden Engel in der Cella.

Seine Augen verengten sich bis er aufeinmal aufhörte zu zeichnen und erleichtert sein Werk betrachtete. Falten legten sich kurz auf das junge Gesicht des Engels um dann aber gleich wieder zu verschwinden. Lächelnd steckte er seine Zeichnung wieder in seine Tasche.

Er war zufrieden mit seinem Bild. Mit unzähligen Strichen bannte er den Kampf zwischen diesen beiden jungen Templern auf das Papier. Er mochte es zu Zeichen, es war fast wie das Fliegen. Einfach nur freiheit...

Immer noch lächelnd stand er auf und ging zur leichten verwunderung der anderen Engel hinaus aus der Cella.

Plötzlich stand Samiel draußen im Regen und ging fast schon fröhlich auf die beiden Kämpfenden Templer zu.
Zuletzt geändert von _Samiel_ am 20.07.2003 - 17:29, insgesamt 1-mal geändert.

Gansekiel
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Beitrag von Gansekiel » 16.07.2003 - 23:02

Beide Templer auf dem Hof hinter dem Kloster nahmen sofort Haltung an, als der Urielit erschien.
Anca´s Augen strahlten geradezu. Ein Bote Gottes gesellte sich zu ihnen!
Hans wirkte beinahe versteinert vor lauter Haltung annehmen.
"Ich grüße dich Urielit. Es freut uns sehr, dass du unserer Übung beiwohnen willst, doch leider wird es bereits dunkel und ich befürchte, dass unsere Augen nicht so gut wie deine sind.", sprach die Gabrielstemplerin. Ihr Latein war ein klein wenig holperig, aber sie gab sich Mühe.
"Du musst verstehen... wir müssen mit den Fackeln etwas sparen, aber wenn du möchtest können wir natürlich sofort welche holen..." Beide Templer sahen den Urieliten abwartend an.

Akibel
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Beitrag von Akibel » 17.07.2003 - 15:17

"Ich höre Stimmen in meinen Träumen, Rakariel. Die Stimme eines Mannes und die Stimme einer Frau. Alles ist warm um mich herum, und ich fühle mich, als sei ich wieder im Himmel, wenn ich sie sprechen höre. Und ich bin mir sicher, ich bin im Himmel, in diesen Träumen. Ich kann nicht verstehen, was sie sagen, aber ihre Stimmen geben mir unglaubliche Kraft und Wärme. Und da ist dieser Geruch. Bis vor einem jahr wusste ich nicht, woher er kam und was er war. Bis ich diesen Menschen sah, der vor seinem Haus saß und Pfeife rauchte. Ich roch den Tabak, und ich wusste genau, dass es der Geruch aus meinen Träumen vom Himmel war.

"Ich weiß, es klingt absurd. Sicher muss man im Himmel nicht rauchen, um diesen Geruch und diesen Geschmack zu bekommen. Man wünscht ihn sich einfach herbei. Aber hier muss ich rauchen, um mich zu fühlen wie zu Hause. Vielleicht wurde das Pfeifenrauchen vor unzähligen Jahren von einem Engel meines Ordens vom Himmel auf die Erde gebracht.

"Michael raucht. Schwarzer Rauch steigt aus seiner Nase, seinem Mund und seinen Ohren, wenn er zürnt. Ich zürne nicht. Ich fühle mich gerade sehr wohl."

Akibel bließ eine kleine Schwade rein weißen Rauchs aus dem Fenster.

"Deswegen rauche auch ich. Und zwar weiße Schwaden. Vielleicht tut das der liebliche Michael auch, wenn er sich wohl fühlt. Ich bin mir sogar ziemlich sicher.

"Dass das Rauchen meine Mächte beeinflusst, Rakariel, ist nicht wahr. Es beeinflusst meine Ausdauer, das ist richtig. Ich werde nach Anstrengungen manchmal eine kleine Pause brauchen. Aber wenigstens ist mein Geist immer klar.

"Weißt du, man hat mir alternative Mittelchen angeboten, wenn ich mich fühlen möchte wie 'im Himmel'. Aber diese Dinge sind Irrsinn. Sie benebeln mein Urteilsvermögen und führen dazu, dass ich mich verhalte wie ein Idiot, nicht wie ein Engel Michaels.

"Ich habe manchmal Sehnsucht nach dem Himmel. Diese winzige Pfeife lässt mich meinen Schmerz vergessen, denn mit ihr rieche und schmecke den Duft der Geborgenheit.

"Ich werde mir mein kleines Stück Himmel nicht nehmen lassen, Rakariel. Das haben schon viele vor dir versucht. Lass mich bitte jetzt eine Weile zu Hause sein."

Akibel lächelte warm - eigentlich hatten ihre tiefen braunen Augen keinen Augenblick aufgehört zu lächeln - und nahm noch einen ehrfürchtigen Zug aus der kleinen Pfeife.

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Beitrag von Rakariel » 18.07.2003 - 12:41

Zuerst fehlten ihm die Worte, doch sie hatte ihn wohl nicht so recht verstanden, denn er hatte es schon im Selbst versuch getestet, die Inhaltsstoffe beeinflussten die Mächte sehr wohl, zwar geringfügig, aber sie taten es.
Rakariel leerte mit einem hastigen Schluck seine Teeschüssel und füllte sie nach.
„Akibel, es ist für dich noch nicht an der Zeit, dich wie Zuhause zu fühlen.“
Sagte er seinen Blick auf die Kanne gerichtet. Schnell richtete er seinen Blick wieder auf seine Michaelitin, und fuhr fort.
„Wie wir alle musst du dir dies erst verdienen.“ Rakariel hatte noch immer einen freundlichen Gesichtsausdruck und sicherlich meinte er es nicht böse. „Nach der Läuterung bist du wieder dort und kannst in der Perfektion des Paradieses Schwelgen, aber hier auf erden sind wir das Himlische. wir sind hier um zu beweisen wie sehr wir Gott Lieben und dass wir Stark genug sind unseren Auftrag auszuführen. Stark und Mutig genug, uns von unseren Plätzen an seinem Thron zu erheben und auf erden, wo wir sein Wort nur noch schwach hören der Prüfung unseres Glaubens zu unterwerfen. Der Herr wird uns mit Göttlichkeit und Liebe in Empfang nehmen, wenn wir unsere letzte Weihe erfahren.
Du willst dir etwas nehmen was dir noch nicht zusteht, dass erstens dich auf Erden d schwächt und dir erst zusteht wenn du wieder zu hause bist.

Der Raphaelit verstand schon die Sehnsucht, die Akibel nach dem Himmel hatte, doch für alles gab es eine Zeit, sie waren hier hergekommen um ihre Weihen zu erhalten und dann wieder nach hause zu gehen, um die Menschen vor dem Herrn der Fliegen und sich selbst zu beschützen, mehr nicht

„ Du erwähntest eben deinen Traum... nun, Dieser Traum stammt sicher aus dem Himmel, Nur ist er nicht die Anleitung was du hier tun sollst, sondern eine Vorgeschmack was dich in unserem gemeinsamen Heim erwartet, wenn du in ein paar Jahren nach deiner Dienstzeit zurück bist.
Hier solltest du solcherlei Dinge den Menschen überlassen, da sie daran verenden weil sie nicht auf meinen Orden hören. Und du weist, das unsere Hüllen auch verletzlich sind! Sollten wir vor einem großen Schwarm Verderberlibellen verfolgt werden, möchte ich nicht mit ansehen müssen, wie du von ihren klauen fällst, nur weil du unser Tempo nicht mehr halten konntest.“

Rakariel faltete die Hände zusammen und grinste etwas verlegen, als er anfügte

„Nunja, ich muss ehrlich sein, du würdest nicht allein beschämt vor den Herrn treten müssen, denn ich würde dich nicht im Stich lassen, vielleicht würden die anderen genauso handeln, aber dann hätten wir versagt.“

„Mit dieser Pfeife gefährdest du dass wir stolz nach der Läuterung vor Gott treten können, und ihm Sagen können, dass seine Streiter glorreich zurückgekehrt sind. Ich möchte nicht mit gesenkten Haupt vor den Herrn treten, du etwa ?“ Rakariel wollte nicht dass ein Engel dies musste, wenn er es nicht verhindern konnte.“
Rakariel trank einen Schluck aus seiner Tasse.

Wenn sie beide wohl so weiter machen würden, würde aus einer kleinen Unterhaltung eine Grundsatzdiskusion.

Rakariel setzte ab, und lächelte den jüngeren Engel sanft an.

Akibel
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Beitrag von Akibel » 18.07.2003 - 13:17

Akibel blies etwas weißen Rauch aus ihrer Nase.

"Rakariel. Niemand wird wegen mir gesenkten Hauptes vor den Herrn treten. Weder du nicht, noch irgend jemand anderes, noch ich selbst. Und was redest du davon, dass wir uns hier nicht manchmal an den Himmel erinnern dürfen, ihn nicht manchmal fühlen dürfen? Dein eigener Orden gibt diese Mittel an Engel aus, deren Sehnsucht zu stark ist.

"Ich habe schon in der Cella in Nürnberg bemerkt, dass du deine Worte manchmal unbedacht wählst. Deswegen weise ich dich jetzt noch einmal darauf hin. Unterstelle mir nicht, dass ich es nicht verdient habe, ein Stück vom Himmel zu kosten. Und unterstelle mir nicht, dass ich schwach bin. Und vor allem, Rakariel, merke dir dies: Unterstelle mir nicht, dass ich eine Schande für euch bin. Denn genau das hast du gerade ausgesprochen."

Akibels Lächeln war verschwunden. Sie sah Rakariel nur aus ihren freundlichen Augen an. Doch irgendwie war der Blick anders als vorher. Auch ihre sanfte Stimme hatte sich nicht verändert. Selbst bei dem Satz, den sie jetzt sagte, wurde sie nicht barsch.

"Deshalb sprich jetzt besser nicht weiter. Tu heute abend, was immer dir beliebt, aber dieses Gespräch ist jetzt beendet."

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Beitrag von Rakariel » 18.07.2003 - 15:58

Rakariel setzte sich auf den Boden, hatte aber die Agression in Akibels Worten durchaus verspürt. Hätte sie es ihm nicht verboten, hätte er ihr es erklärt, doch ob die Michaelitin Einsicht in seine folgenden Erklärungen haben würde, glaubte er nicht.
Der Raphaelit würde am morgigen Tag, das Thema beenden und ihr das mit den Geschenken einmal genau erklären.

Hätte das Versagen von Cesanael und Phinoels Flucht nicht Rakariels Glauben in die Perfektion der Michaeliten getrübt, und wäre er nicht höher geweiht gewesen, so hätte er jetzt vorbehaltlos geschwiegen.
„nun gut, wenn du es nicht hören willst, so können wir dieses Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt verlegen.“
„Doch vergiss eines nicht, die Wahl der richtigen Worte gelingt mir nur selten, vieles klingt oft härter oder anders als ich es meinte. Ich wollte dich keines Weges als Schande bezeichnen, ich kann es nur nicht gut heißen, dass du so etwas tust. Du tust mir unrecht so wie ich es dir getan habe, was jedoch deswegen nicht recht ist.“

Rakariel richtete sich langsam auf und drehte dem kleineren Engel den Rücken zu. Doch heute Abend hatte er nichts mehr zu tun, deshalb überprüfte er seine Tasche.
Der Raphaelit zog die schwarzen, zylindrischen Kanister heraus, die er schon durch die Wüste getragen hatte. Das Bild des Engels mit Falmmenschwert war von den Steinen und Dornen der Wüste zerkratzt worden. Rakariel wusste welche Kraft sich darin verbarg, und er war davon überzeugt, dass diese schwarzen Stahlgebilde zwar von der Erde stammten, aber die gefährliche, unbändige Kraft darin Gabriels Atem selbst war. Diese Waffen der Vergeltung, stammten wahrlich aus dem Himmel, nicht jedoch dieses widerliche Zeug da in der Pfeife.
Der Engel packte es wieder weg, plötzlich fiel ihm ein, dass Kuriel es vielleicht erkannt hatte... aber um sich darüber sorgen zu machen war es schon zu spät. Rakariel konnte nur hoffen dass Kuriel gerade seine Augen wo anders hatte.

Akibel
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Beitrag von Akibel » 19.07.2003 - 09:44

Akibel schloss die Augen, als Rakariel sich umdrehte, und nahm noch einen tiefen Zug. Unrecht hatte sie ihm also getan, indem sie ihn auf seine verletzende Wortwahl hingewiesen hatte. Dieser Engel war sehr selbstbewusst. Vielleicht ein wenig zu sehr. Aber das brachte das Tragen der Scriptura offenbar mit sich. Akibel hatte derartiges schon erlebt.

Akibel beschloss, zu seinem Satz, sie tue ihm Unrecht, zu schweigen. Sie musste sich nicht wegen dieser Aussage rechtfertigen. Jeder, der Rakariel hatte sprechen hören, würde selbst wissen, dass es gut gewesen war, ihn auf seine Verfehlung hinzuweisen. Offenbar außer dem Raphaeliten selbst. Das war bedauerlich. Ihr gegenüber war es nicht so schlimm. Aber gegenüber einem anderen, strengeren Michaeliten oder gar einem Kirchenoberen würde ihn eine derartige Wortwahl sicher mehr kosten als nur einen Hinweis.

"Du hast recht, Rakariel. Ich will es nicht hören. Auch nicht zu einem späteren Zeitpunkt."

Akibel nahm noch einen Zug und stand dann auf, nachdem sie noch einen Blick aus dem Fenster geworfen hatte. Offenbar hatte sie den Gegenstand in Rakariels Hand nicht bemerkt. Es wurde schon dunkel. Sie beschloss, nach Samiel zu sehen und ihn vielleicht hereinzubitten. Sie hatte keine Lust mehr auf Rakariels unvorsichtig formulierte Bemerkungen. Was ihre Pfeife anging, war sie stur.

Mit dem Pfeifchen in der Hand schritt sie die Treppen des Klosters hinunter und begab sich in den Hof. Samiel konnte den feinen Tabakgeruch, der sie umgab, sicher schon riechen, bevor sie durch das Tor ins Freie trat und sich neben dem Durchgang in die Hocke sinken ließ, um zuzusehen, was die Templer und der Urielit taten.

_Samiel_
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Beitrag von _Samiel_ » 20.07.2003 - 17:23

Samiel machte gerade den beiden Templern klar das sie sich wegen ihm keine Umstände machen sollten als er einen leichten Tabakgeruch wahrnahm.

Samiel musste schmunzel, es war eindeutig Akibel...dieser Geruch war schon die ganze Zeit an ihr. Anscheinend wartete sie auf ihn. Er musste sich sputen.

"Entschuldigt die Störung, ich würde mich aber freuen wenn wir in den nächsten Tagen vielleicht ein bisschen zuammen üben könnten." Der Engel lächelte die Templer freundlich an, was man trotz dem Regen und der Dunkelheit gut sehen konnte.

Samiel kramte in seiner Tasche und zog kurz darauf ein Blatt heraus. "Ich w-wollte euch nur das hier als kleines Geschenk geben."-Samiel hielt den beiden Templern seine Zeichnug hin. Man merkte, dass es ihm etwas peinlich war, aber er gab sich Mühe es zu überspielen-" Ich muss nun wieder los. Villeicht können wir ja morgen etwas üben."

Mit diesen Worten rannte Samiel schon in den Regen zu der warteten Akibel.

Gerade hatte ein Engel ihnen ein Geschenk gemacht und sie eingeladen mit ihm zu üben. Die beiden Templer mussten sich erst einmal hinlegen...

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