Das Schweigen bleibt immer [Akibels Schar] Teil II

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Rakariel
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Beitrag von Rakariel » 10.12.2003 - 14:42

(Kein Beitrag zum Plott, nur Ambiente und Cahrplay und LEBENSZEICHEN)

Langsam kehrte wieder Kraft in den Leib des Raphaeliten, doch zu langsam, sicher folgte er dem Gespräch dass hier geführt wurde. Die Sache mit dem Prälaten war höchst delikat. Er hörte sich auf zu wundern und gab sich dem Vertrauen in seine Michaelitin hin, die ihn bald brauchen würde.

Doch was ihn am Meisten beschäftigte war die Tatsache dass Kuriel sich verändert hatte. Er konnte sich noch zu gut an den Todesengel erinnern, wie er im ersten Geplänkel bei Jerusalem gekämpft hatte und wie er mit den anderen Engeln der Schar umgegeangen war. Sie alle schienen ihm egla zu sein, nunja, das gegenteil von Rakariels dahmalieger Denkweise. Stehts sah er nur eine Gefahr für sich oder die Mission, doch hatte sich dies scheinbar geändert. Wohl da er Eschaiel hatte. Die beiden schien doch beinahe mehr als nur Schargeschwister zu sein. Rakariel war sich sicher dass der Todesengel, der niemanden brauchte, sie brauchte und nicht verlieren wollte. Irgendetwas war dort in der Wüste mit den beiden Engeln, Rakariel und Kuriel, geschehen. Kuriel begann sich um Schargeschwister zu sorgen, was Rakariel beinahe etwas verwunderte, da er eigentlich nur aus Härte und Wut zu bestehen schien. Eigentlich, wie die Fleischgewordene Wut des erzengels selbst, was jedoch dazu führte dass ihn jeder fürchtete, bis auf Eschaiel. Bei Rakariel war es die veränderung vom ängstlichen Heiler zu einem Engel der bereit war zu tun, was zu tun war, auch wenn die Begegnung mit Phinoel dazu geführt hatte, dass er dem Orden der Michaeliten Misstraute. Deshalb hatte er ja damals in Nürnberg die Grenze überschritten, da dieser Michaelit sogar die mindere Weihe hatte. Er sah ein dass es falsch war, dennoch würde sein nächster Michaelit, sich erst wieder seinen Respeckt verdienen müssen, sofern er überhaupt einen neuen bekam. Nur zugern würde er sich der Jagd auf Phinoel, der elenden, gefallenen Ketzerin, anschliesen. Er Und Kuriel schienen sich näher gekommen zu sein, auch wenn sie noch sehr fern voneinander waren, vielleicht war auch nur Rakariel derjenige der von Kuriel etwas gelernt hatte.

Erzählerin
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Beitrag von Erzählerin » 13.12.2003 - 22:15

"Ich danke dir, Lokeshiel. Allerdings möchte ich diese Informationen auch an die anderen weitergeben. Sicher hatten deine Auftraggeber ihre Gründe, als sie sagten, diese Informationen über verbotene Technik seien nicht für alle bestimmt. Allerdings ist es wichtig, dass jedes Mitglied dieser Schar über alles Bescheid weiß. Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, in der wir sogar vorsichtig sein müssen, was wir einem Inquisitor überlassen und was nicht. Ich werde die anderen jetzt informieren."

Akibel nahm ihre Hand herunter, öffnete ihren Geist wieder für all ihre Geschwister und wandte sich zu ihnen um.

"Gut, lasst uns weitersprechen. Ich werde euch jetzt sagen, was Lokeshiel mir erzählt hat. Er hatte Bedenken, es uns allen zu verraten, aber er hatte einen guten Grund, und ich möchte, dass ihr ihn deswegen nicht verurteilt. Em Susat persönlich hat ihn mit in diese Schar befohlen, als Auge und Ohr des Schwarzen Ordens sozusagen. Er sollte beobachten, was wir mit den Artefakten anstellen, denn anscheinend ist der Stimme Gabriels wirklich viel daran gelegen. Lokeshiel wusste daher auch genaueres über diese Gegenstände, und dieses Wissen möchte ich jetzt mit euch teilen."

Während sie das sagte, nickte Akibel Osariel mit einem aufmunternden Lächeln zu. Vielleicht würde dieses Wissen Osariel ja weiterbringen, und es fiele ihm vielleicht sogar noch etwas dazu ein? Die Michaelitin wies auf die beiden Päckchen, um ihre Geste zu unterstreichen.

"Diese Gegenstände sind technische Artefakte, die manchmal verwendet werden, um im Notfall rasend schnell mit den Himmeln der Orden kommunizieren zu können. Lokeshiel war auch darüber informiert, dass hier schon vor einiger Zeit eines dieser Artefakte verschwunden ist..." Akibel wies auf das zweite Päckchen. Das, das sie der Ketzerin auf der Treppe entwunden hatten. "Der Michaelit, der es hierher bringen sollte, ist damals mit dem Gerät spurlos verschwunden. Der Novize hat tatsächlich nicht gelogen. Und der Herr schickte mir heute Nacht einen Traum. Ich denke, ich kenne sogar den Namen dieses Engels. Und ich denke auch, dass er noch leben könnte. Als Gefangener dieser Ketzer, denn ich hörte ihn in einem feuchten Kellerverlies sitzen und um Vergebung beten."

Akibel schluckte leise und fuhr sich mit der Hand über die Stirn, bevor sie weiterdachte.

"Lokeshiel hat mir noch einmal bestätigt, dass Em Susat wünscht, dass das Gerät, das wir bei uns getragen haben, von nichts außer unseren und den Händen des Abtes berührt werden soll. Das zweite Päckchen hingegen könnten wir dem Prälaten also überlassen, denn es betrifft unseren Auftrag nicht. Unser Päckchen jedoch müssen wir um jeden Preis behalten. Wenn er mir aber befielt, es ihm auszuhändigen, würde ich das tun müssen. Was denkt ihr? Sollen wir es darauf ankommen lassen und mit beiden Päckchen wieder in die Cella des Inquisitors treten, in der Gefahr, dass er uns den Auftrag zunichte macht, den wir von Em Susat selbst erhalten haben, oder soll ich mir etwas ausdenken, damit der Wille der Stimme Gabriels nicht von Karolus gestört werden kann?"

Aufmerksam und fragend sah Akibel sich um. Nein, gegen den Willen ihrer Schar würde sie dieses Kunststück nicht versuchen. Das Kunststück, einen Prälaten zu prellen.

Kuriel
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Beitrag von Kuriel » 14.12.2003 - 18:04

„HA“ Kuriel lachte laut auf, doch teilte diese Lachen der Schar nicht gedanklich mit. Lokeshiel hielt sich also für das Auge und Ohr des Schwarzen Ordens. So etwas Anmaßendes hatte er schon lange, vielleicht noch nie, gehört.

Mit einem großen Satz landete der Todesengel im Hof und machte sich auf den Weg in die Cella. Er hatte nicht übel Lust den anderen Engeln seine Meinung zu sagen. Offensichtlich war keiner mehr bei klarem Verstand, was durch das Schweigen der Anderen für ihn nur bestätigt wurde.

Mit großen Schritten eilte Kuriel in Richtung der Cella. Rabiat öffnete er die Tür und trat ein. Sein Blick zeigte unmissverständlich was er denken musste. Der Todesengel zögerte kurz und musterte die Michaelitin. „Wenn Du bereit bist, dass Leben dieser Schar für eine Operation zu riskieren, wo wir uns nur auf Intuition, Eingebung und fragwürdigen Aussagen verlassen sollen bin ich es auch. Dein Wort ist wie das von Gott und somit müssen wir folgen. Ich selbst meine, dass wir unseren Auftrag erfüllt haben.“

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Beitrag von _Samiel_ » 14.12.2003 - 20:33

"Dem kann ich nur zustimmen" ertönte die leise Stimme hinter Kuriel. Samiel stand genau hinter Kuriel und schien gerade erst angekommen. Er trat einen Schritt neben Kuriel. "Wenn es dein, und euer Wille ist werde ich folgen Akibel doch ich brauche euch wohl nicht zu sagen das ihr euch eure Entscheidung gut überlegen solltet."

"Wir müssen noch reden" Sagte Samiel im vorbeigehen noch leise zu Kuriel. Danach lehnte er an einer Wand und hielt seinen Blick gesenkt. Er wollte mit allen Leuten dennen er etwas zu sagen hatte unter vier Augen sprechen, nicht in der ganzen Gruppe.

Akibel
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Beitrag von Akibel » 18.12.2003 - 23:43

Akibel sah aus verwunderten und langsam müde werdenden Augen zu Kuriel, dann zu Samiel und dann wieder zu dem Gabrieliten.

"Dass du glaubst, ich würde uns alle leichtfertig in den Tod führen, tut mir leid. Ich kann nur hoffen, dass außer dir kein anderes Mitglied dieser Schar so denkt. In diesem Kloster können wir niemandem trauen außer uns. Und wer selbst das nicht will, ist hier sehr, sehr allein. Aber es soll ja Engel geben, die glauben, mit so etwas sehr gut zurecht zu kommen."

Warum hatte sie das gerade gesagt? Oh, sie wurde müde. Äußerlich ließ sie sich ihre Überraschung über ihre eigenen Worte nicht anmerken und nickte Samiel zu, zeigte damit, dass sie ihn gehört und verstanden hatte.

"Dass unser Auftrag bereits beendet ist, diese Meinung kann ich nicht teilen. Unser Päckchen muss zurück in das Nürnberger Ramieliskloster. Erst dann haben wir getan, was unser Auftrag von uns verlangt."

Akibel ließ ihren Blick über ihre Schar schweifen, dann ging sie zielstrebig auf einen Schemel zu. Geschmeidig ließ sie sich darauf nieder... gerade noch rechtzeitig. Sonst wäre sie vielleicht an Ort und Stelle zusammengeklappt. Sie fühlte sich hundeelend. Die Innere Ruhe ließ nach. Die anderen sagten nichts mehr, vielleicht waren sie ratlos oder verstört. Akibel konnte es ihnen nicht übel nehmen.

"So sei es denn. Wir werden beide Päckchen mit zum Inquisitor nehmen, und ich werde ihn bitten, uns das Päckchen zu überlassen, das zu unserem Auftrag gehört." Sie nickte und lächelte schwach. Endlich war das aus der Welt... sie brauchte Hilfe.

"Rakariel, bitte hilf mir", sagte Akibel in Gedanken und sah bittend zu dem älteren Raphaeliten hinüber. Irgendwie wurde ihr schwindelig, und sie spürte jede einzelne Wunde brennen.

"Es gibt noch etwas, das ich euch fragen möchte. Vielleicht wird uns der Inquisitor auch darum bitten, aber wenn nicht, würde ich ihn gern etwas fragen. Es trifft mich sehr, dass die Möglichkeit besteht, dass diese Ketzer einen Engel gefangen halten könnten. Wärt ihr denn bereit, noch länger hier zu bleiben, um bei der Ausrottung dieses Ketzernestes zu helfen? Vielleicht können wir dann auch einem der Unseren wieder die Freiheit schenken."

Mit besorgt zusammengepressten Lippen senkte Akibel ihren inzwischen vor Schwäche glänzenden Blick.

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Beitrag von Kuriel » 21.12.2003 - 21:29

Ja, es gibt tatsächlich Engel die sehr gut damit zu Recht kommen, dass sie allein sind. Vielleicht kommen sie damit sogar besser zu Recht als in einer Schar. Vielleicht hat dies auch Gründe. Wenn Du das erlebt hättest, was ich erlebt habe, würdest Du einem Engel nicht trauen, weil er ein Engel ist! dachte der Todesengel bei sich. Es kostete ihn einiges an Überwindung diese Worte nicht auszusprechen, doch er behielt sie für sich.

Emotionslos nahm der Todesengel zur Kenntnis, wie die Michaelitin sich auf den Schemel sinken ließ. Am Ende war sie auch nur schwach. Zu schwach. Es war nur eine Frage der Zeit bis sie aufgrund ihres für Kuriel weltfremden Führungsstils zu Grunde gehen würde. Sie war ganz einfach zu nett.

Der Todesengel blickte in die Runde und erinnerte sich an den Tag an dem er die Schar das erste Mal sah. Wie er mit Rakariel in die Cella hineinkam in der es so intensiv nach Tee roch. Die Schar hatte sich verändert. Hatten sie Angst oder waren sie verunsichert? Kuriel konnte es nicht beurteilen. Langsam beschlich ihn jedoch das Gefühl, dass er mit seinen Worten nicht unbedingt etwas positives angerichtet hatte. Eine Tatsache die ihn normalerweise nicht störte, aber trotzdem fühlte er sich nicht wohl. Warum hatten sie ihn auch nur diesen jungen Engeln zugeteilt. Sie wussten doch wie er war!

„Wenn es hier einen gefangenen Engel gibt, dann sollten wir ihn befreien. Ich wäre dabei.“ Sagte der Todesengel mit fester Stimme, auch wenn er nicht so recht verstand, warum er dies sagte.

Lokeshiel
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Beitrag von Lokeshiel » 29.12.2003 - 10:26

Die Schlussfolgerungen die Arikel aus seinen Worten zog überraschten ihn schon etwas, er hatte nie behauptet das er für die Em Susat die Schar überwachte und das er darüber berichten sollte was sie mit den Artefakten taten. Aber jetzt war es zu spät das gesagte rückgängig zu machen, alles was er jetzt noch zu diesem Thema sagen würde, würde nur dazu führen, das die anderen Mitglieder der Schar glauben würde, er wolle etwas verschleiern, von dem sie glaubten es zu wissen. Er war nie ein Spion der Em Susat gewesen und würde es nie sein, aber diese Mission hatte sich katastrophal entwickelt, eigentlich sollten sie schon auf dem Weg zurück sein, doch jetzt saßen sie in diesem Kloster fest umgeben von Ketzern und die Schar wusste nicht was sie tun sollte und nun hatte er durch seine Offenheit der Michaelitin gegenüber auch noch Misstrauen verursacht.

„Natürlich werde ich bei der Befreiung eines Engels helfen.“

Lokeshiel war verwundert, das es daran Zweifel gegeben hatte, doch tief in seinem Inneren machte er sich Gedanken über den anderen Engel.
Hoffentlich kommen wir nicht zu spät und er hat sich den Ketzern ergeben und ist einer der ihren geworden.

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Beitrag von Foresmir » 29.12.2003 - 18:45

Behende wischte sich Osariel einige Strähnen aus dem Gesicht und klemmte sie hinter sein rechtes Ohr. Sein Blick wanderte zu Akibel. Ein sanftes Lächeln stahl sich auf seine Gesichtszüge, als kleiner Versuch, die Michaelitin aufzumuntern.

"Akibel, ich weiß, welches Gewicht im Moment auf deinen Schultern lastet. Ich zweifle nicht an deiner Entscheidung und stehe hinter deinem Vorhaben."

Osariel seufzte innerlich. Gutes Zureden war leider nicht die Stärke seines Ordens. Er hoffte der Michaelitin mit seiner Aussage etwas Mut spenden zu können, auch wenn seine Worte nicht so herzlich klangen, wie er erhofft hatte.

Rakariel
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Beitrag von Rakariel » 03.01.2004 - 22:37

Rakariel erhob sich aus seiner Ruhehaltung und ging direckt auf Akibel zu, starr richtete er seine stehts freundliche Mine auf seine Michaelitn, die auf ihrem Schemel zusammen gesunken war. Vielleicht war es auch schon ein bischen spät, doch hatte er auf ihren ausdrücklichen Befehl gewartet, bevor er ihr noch ins Wort gefallen wäre.

Rakariel schob seine Hände unter die Rüstung, um an die Wunden zu gelangen, die er vorhin erblickt hatte. Zuerst verharrte er mit den Händen auf ihrem Leib und schloß die Augen, sein Lächeln wich einem angestrengten Gesichtausdruck, bevor er nach einem Langen Augenblick wieder lächelte und seine Finger über die Blesuren der Michelitin wandern lies, bis sie keine Spuren mehr zurückliesen. Am Ende seiner Behandlung legte er beide Hände an Akibels Schläfen und warf seinen Kopf in den Nacken.

"Meine Kraft ist deine Kraft !" presste er angestrengt hervor, bevor er zurück wich, die Augen öffnete und Akibel müde zulächelte.

"Deine Wunden sind geheilt, und auch deine Müdikeit konnte ich aus deinen Gliedern Vertreiben", Rakriel zog sich wieder auf seinen Plaz zurück, auf dem er schon vorhin meditiert hatte. Er hatte zwar noch Kräfte, aber er konnte nicht zulassen das die Schar ohne seine Mächte da stand. Sie verliesen sich darauf das er ihnen beistand.

"Akibel, du hast mein uneingeschränktes Vertrauen, tue in dieser Anghelegenheit was du für richtig hältst".

Rakariel schloss wieder die Augen und meditierte weiter, mehr als das hatte er einfach nicht zu sagen.

_Samiel_
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Beitrag von _Samiel_ » 08.01.2004 - 22:23

Verwundert blickte Samiel auf. Es war plötzlich so still in der Cella und jeder schien seinen eigenen Gedanken zu verfolgen. Es musste etwas passieren.

"Akibel..ich denke damit ist es wohl beschloßen oder? Wir stehen alle hinter dir und unterstützen deine Entscheidung. Egal wie sie ausfallen wird."

Vorsichtig blickte Samiel noch kurz in die Augen aller um sich zu versichern das sie zuhörten. Leise seuftsend lehnte er sich wieder an die Wand und wartete auf eine Reaktion.

Akibel
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Beitrag von Akibel » 09.01.2004 - 11:57

Akibel atmete rasch und mit überrascht geweiteten Augen ein, als Rakariels Kraft sie traf. Eigentlich, so dachte sie kurz, musste sie es ja kennen - Riwasel war ebenso stark gewesen. Noch kurze Zeit prickelte die gesamte Haut ihres Körpers und ihrer Flügel, vor allem die Stellen, an denen die Wunden gewesen waren. Akibel ließ ihre Flügel ein Stück weit zu Boden sinken und besah sich die Ellenbeugen ihrer Schwingen. Noch keine neuen Federn war dort zu sehen, nur rosige Haut, wo die Wand ihr Teile des Gefieders herausgerissen hatte.

"Amen", wisperte sie als Antwort auf die Worte, die der Raphaelit im letzten Teil seiner Behandlung gerufen hatte.

Unsicher stand Akibel auf. Sie fühlte sich, als habe sie mehrere Stunden lang selig geschlafen. Ihre Augen blitzten freundlich und wach, als sie jetzt in die Runde sah. Sie lächelte dünn und nickte der Schar zu.

"Gut. Wir werden beide Päckchen mitnehmen und auch alle beide an ihn ausliefern, wenn er es uns befielt. Wenn er uns zur Hilfe hier behalten will, werden wir ebenfalls bleiben. Und ich werde ihn bitten, uns direkt an der Aushebung des Ketzernestes zu beteiligen. Wenn es dort einen gefangenen Engel gibt, werden wir ihn mit eigenen Händen dort herausholen." Den letzten Satz unterstrich sie, indem sie beide Arme leicht anhob und die Fäuste ballte.

Sie nahm ein Tuch vom Tischchen, tauchte es in das von Blut schon leicht rosig gewordene Wasser der Waschschale und begann, sich das gerinnende Rot mit raschen, groben Strichen von ihren Flügeln und Beinen herunterzureiben. Es gab jetzt keine Wunden mehr, auf die sie dabei achtgeben musste.

"Gebt mir noch fünf Minuten. In dieser Zeit hätte ich eine Bitte an Samiel und Kuriel." Sie sah von ihrem Werk auf und die beiden Engel an. "Bitte geht in die Katakomben und seht für mich nach, ob die Ketzerin, die wir gefangen haben, gut untergebracht und gesichert wurde. Und ob sie noch lebt. Befehlt den Templern, die sie bewachen, ihre Oberkörper vor euch zu entblößen. Wenn sie auch Tätowierungen haben und sie denen der Ketzerin ähneln, schlagt sie sofort kampfunfähig oder auch tot, wenn es sein muss. Und bitte bekräftigt bei den dortigen Templern noch einmal, dass der Knebel der Ketzerin auf keinen Fall entfernt werden darf. Und seid vorsichtig auf dem Weg. Hier im Kloster verbergen sich Feinde."

Es war sicher gut, wenn die Ketzerin Samiel wiedersah. Heil und unversehrt, trotz ihres hinterhältigen Angriffs. Samiel... Akibel hatte darüber nachgedacht, ob sie mit dem Urieliten noch einmal über sein unvorsichtiges Handeln reden sollte. Sie hatte sich dagegen entschieden. Der Engel war nicht dumm. Er wusste sicher noch, dass Akibel ihn vor die Wahl gestellt hatte, wie er die Ketzerin erlegen sollte, und sie hatte ihm mit aller Eindringlichkeit geraten, sie aus der Höhe mit einem Pfeil niederzustrecken. Er hatte sich dagegen entschieden, und er hätte daran zugrunde gehen können. Sicher hatte er sich das gemerkt. Sie brauchte seine Schuldgefühle nicht noch zu vergrößern. Akibel ahnte, worum es in dem Streit zwischen Kuriel und dem Urieliten gegangen war. Kuriel hatte sich in dieser Sache sicher nicht so zurückgehalten wie sie. Das war verständlich. Der Gabrielit konnte nicht wissen, dass sie Samiel in Gedanken vor die Wahl gestellt hatte. Und er war es auch gewesen, der den Kampfplatz verlassen und Samiel zurück zum Kloster bringen musste, weil der Urielit so schwer verletzt war. Alles verständliche Gründe, aus denen der Gabrielit einen Groll hegen könnte.

Sie blickte von einem zum anderen. Eine gedankliche Botschaft kam hinterdrein. "Rede mit Kuriel auf dem Weg über das, worüber ihr euch gestritten habt, wenn du es für den richtigen Zeitpunkt hältst. Nur bitte, flieg nicht noch einmal davon. Ich brauche dich hier, an diesem Ort. Wir alle brauchen dich. Wir brauchen einander.", sprach sie zu dem Urieliten. "Sprich auf dem Weg mit Samiel noch einmal über das, worüber ihr euch gestritten habt, wenn du es möchtest. Und sei wachsam für zwei. Ich weiß nicht, wie gut er sich schon von dem Gift erholt hat. Es kann sein, dass du ihn wieder mit deiner Kraft beschützen musst, wenn es in diesen scheinbar sicheren Hallen zu einem Angriff auf euer Leben kommt. Wenn es zu viele sind, bitte gib mir Bescheid, und versucht, uns entgegenzukommen oder nach draußen zu flüchten, wenn ihr fliehen müsst." Diese Nachricht ging an Kuriel. Sie hatte kurz darüber nachgedacht, ob es nicht allzu gefährlich war, nur zwei ihrer Engel durchs Kloster zu schicken. Aber Kuriel war ein Scriptura-Gabrielit. Samiel war einem Menschen selbst in seinem vielleicht noch geschwächten Zustand noch immer überlegen. Auch er war ein Engel. Und hinzu kam, dass es Kuriel offensichtlich in den Fingern juckte. Er steckte noch voller Kraft. Gnade den Ketzern, die sich ihm in den Gängen des Klosters, wo er vor allem mit leicht ausgebreiteten Flügeln nicht einmal völlig umzingelt werden konnte, in den Weg stellten. Akibel hatte gesehen, was mit dem männlichen Ketzer in der Gasse geschehen war.

Die Michaelitin blickte zu den anderen.

"Ihr könnt sehr gerne hier bleiben, oder, wenn ihr es möchtet, hinausgehen. Aber bitte niemals allein. Geht mindestens zu zweit. Und... wenn jemand hierbleiben will, ich kann gut jemanden gebrauchen, der mir beim Rückenschrubben hilft." Akibel lächelte breit und zuckte die Achseln. "Ich will ja nicht faul erscheinen, aber das Blut zwischen den Flügeln seh ich eben nicht so gut."

Lokeshiel
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Beitrag von Lokeshiel » 10.01.2004 - 23:22

Die letzten Worte brachten Lokeshiel fast zum Lächeln, in seinen augen spiegelte sich ein seltsamer Glanz, schnell stand er auf und kurz verdeckten seine Flügel sein Gesicht. Doch als es wieder zu sehen war, war es die unbewegliche Make eines Todesengel. Im Augenblick wußte er nicht was er tun sollte, dieser Ort war nicht sicher und es wartete keine Aufgabe auf ihn, also konnte er Akibel genausogut zur hand gehen und ihr den Rücken vom geronnen Blut säubern, jeder andere hier hatte heute schon eine aufgabe erfühlt nur er nicht und nach der Mitteilung, mit der er vorher das offenen gespräch unterbrochen hatte, fühlte er sich nicht mehr wohl.

"Wenn du willst werde ich Dir zur Hand gehen. "

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Beitrag von Kuriel » 11.01.2004 - 20:50

Kuriel nickte Akibel zu. Zumindest konnte er nun wieder etwas tun. Zufrieden dachte er an die weibliche Ketzerin im Kerker. Er würde sie sich schon entsprechend vornehmen, wenn es sein musste.

Ohne auf Samiel zu warten, machte der Todesengel kehrt und verließ die Cella. Sein Flammschwert beließ er in der Schwerthalterung. Er brauchte es nicht in diesen Gängen. Sollte ihn jemand überfallen wollen würde er sich jedem Gegner mittels seiner Mächte entledigen. Der Gabrielit musste an das Schiff von seinem letzten Auftrag zurückdenken und seine Laune besserte sich weiter. Ja, das war ein hervorragender Kampf gewesen. Auch wenn diese schwachen Menschen eigentlich keine richtige Herausforderung für den muskulösen Engel waren.

Kuriel schritt den Gang hinunter. Nun musste er erstmal jemanden finden, der ihm den Weg zu den Katakomben zeigte.

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