Das Schweigen bleibt immer Teil III [Akibels Schar]

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Akibel
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Beitrag von Akibel » 06.07.2004 - 09:47

Akibel nickte. "Das ist auch gut. Dann ändere ich den Plan eben ein bisschen", sagte die Michaelitin und schmunzelte. Gerade noch erwischte sie die beiden wegfliegenden Engel mit der Seele der Schar, bevor sie außerhalb ihrer Reichweite waren.

"Nathaniel hat mir gesagt, dass es sehr viele Dörfer sind. Ihr braucht also nur das anfliegen, das er euch gewiesen hat. Sagt dort aber, dass sie Boten in die benachbarten Dörfer schicken sollen, die das weitersagen, was ihr verkündet habt, und die nächsten Dörfer sollen wieder Boten zu den weiter entfernten Dörfern schicken, bis das Gebiet abgedeckt ist. So brauchen wir nicht einmal die Templer zu schicken. Ich denke, die Urielsländer bekommen das auch ganz allein hin.

"Wenn ihr in dem Dorf fertig seid, fliegt einfach zurück zum Kloster. Das Ding ist ja schwerlich zu übersehen, wenn ihr den Wald erst einmal hinter euch gelassen habt. Wir fliegen schon mal vor!"


Akibels Worte waren für ihre ganze Schar hörbar gewesen. Deswegen breitete sie jetzt ohne ein weiteres hörbares Wort die Flügel aus und erhob sich in die Lüfte.

Gansekiel
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Beitrag von Gansekiel » 06.07.2004 - 11:47

In dem kleinen Weiler, der für die Beiden Engel recht schnell erreicht war - konnten sie doch einfach über den beinahe undruchdringlichen Dschungel hinwegfliegen - hatten die Menschen wahrscheinlich noch keinen Boten Gottes aus solcher Nähe gesehen.

Ehrfurchtsvoll reihten sie sich alle auf. Zumindest jene die da waren. Beinahe nur Frauen und Kinder, etwa 15 an der Zahl, mit nackten Füßen und in einfachster Kleidung.
Sie schienen unsicher zu sein, wie sie mit den Boten des Herrn zu verfahren hatten.
Die einzigen Besucher, die sonst über den kleinen Waldweg bis zum Dorf fanden, waren andere Menschen aus Nachbarorten und auch diese hatten in ihren eigenen Enklaven genug zu tun, so dass sich der Kontakt zur Außenwelt wohl sehr beschränkt hielt.

Immerhin konnte man sich sicher sein, dass hier Fremde mit einer gehörigen Portion Misstrauen behandelt werden würden und natürlich versprachen die Leute hier sofort, dass jeder Fremde, der durchkam, umgehend festgehalten würde, bis jemand Hilfe aus Cardonna geholt hätte.
Die Menschen schienen gewaltig stolz zu sein, dass die Engel ihnen eine solch wichtige Aufgabe überantworteten und versprachen noch zum selben Abend drei weitere kleine Weiler zu verständigen, damit sich die Kunde herumsprach.

Falls Ketzer entkommen waren, würden sie jedenfalls kaum mehr Hilfe finden in diesen Gehöften.

Ibn
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Beitrag von Ibn » 13.07.2004 - 11:08

Samiel stand in mitten des Hofes und betrachtete die Verwüstung. Überall stoben Funken gen Himmel und der Rauch wurde leicht vom Wind gen Osten getrieben. Es würde ein Mahnmal für alle Ketzer sein, die vielleicht geflohen waren oder noch gedachten hier anzukommen.

Der Urielit nickte leicht und machte sich dann auf seiner Michaelitin zu folgen.

Akibel
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Beitrag von Akibel » 16.07.2004 - 10:24

Akibel steuerte in gemächlichem Flug auf das Kloster zu. Immerhin sollten die beiden anderen Engel nicht allzu lange nach ihnen dort einfliegen. Sie war gespannt. Wie der zweite Einsatz wohl gelaufen war? Doch sie empfand keine freudige Erwartung, sondern bange Anspannung. Sie teilte Kuriels Ahnung, dass die Stümper aus diesem Kloster ohne die Hilfe von Engeln mit Sicherheit nichts Gutes auf die Beine gestellt hatten.

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Beitrag von Gansekiel » 17.07.2004 - 08:39

Als die Engel zurückkehrten, war die Stimmung im Kloster gedrückt.

Die Wachen waren verstärkt und Patroulierten rund um das Kloster. Besucher wurden abgewiesen.
Monachen und Beginen drückten sich still auf den Gängen herum.

Der Einzige, der halbwegs gute Launte hatte war der Prälat, der zufrieden wirkte, als Akibels Schar vollzählig zurückkehrte. Von dem Gefangenen Michaeliten war weder etwas zu sehen noch zu hören, als die Engel ankamen.
Niemand schien darüber zu reden.

Ein leichter Nieselregen ging über dem Kloster nieder, als sie ankamen und auf dem gepflasterten Hof, spiegelte Wasser auf den von vielen Füßen blankpolierten Steinen, als man den Engeln das Tor öffnete.

Die Templer des Prälaten waren zwar nirgends zu sehen, aber diejenigen die öffneten, wirkten fast ebenso gedrillt, wie jende, die der Inquisitor mitgebracht hatte.
Akibel und die Anderen hatten diese noch nie gesehen.

Der Prälat schritt auf die Michaelitin zu und meinte dann sanft lächelnd "Wie ich sehe, seid ihr unversehrt, bitte folgt mir und berichtet mir dann. ich lasse Euch auch frisches Wasser und etwas zu essen vorbereiten." mit einer einladenden Geste deutete er auf das Klosterhaupthaus und bedeutete einem Novizen ihnen Tee zu bringen.

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Beitrag von Osariel » 19.07.2004 - 16:04

Osariel war noch immer begeistert von der Reaktion der Menschen in dem Weiler auf ihre Erscheinung, vor allem weil es ihn zu Anfang solche Überwindung gekostet hatte zu ihnen zu Sprechen, doch zuletzt hatte er sogar angefangen es ein kleinwenig zu mögen, denn immerhin half er ihnen dadurch sich vor den Ketzern zu schützen, was sie ihm in seinen Augen durch ihre Freundlichkeit und die Frömmigkeit in der sie zu leben schienen vergolten.

Doch als sie das Kloster erreichten traf ihn die drückende Stimmung wie ein Faustschlag und er schämte sich über seine voreilige Freude über etwas so banales wie höflich von Menschen behandelt zu werden.

Als der Prälat auf sie zukam senkte er den Kopf etwas, so dass seine Haare vor sein Gesicht fielen und die leicht erröteten Wangen verdreckte.
Was genau den Prälaten offenbar als einzigen hier dazu veranlasste zu lächeln mochte der Ramielit nicht ganz verstehen, doch es hob seine Stimmung ganz und gar nicht, im Gegenteil: Die Tatsache dass jemand ob dem bedrückenden Gefühl das über dem Kloster hing ein solch zufriedenes Lächeln lächeln konnte, lies ein ungewolltes Schaudern durch seine Flügel fahren.

Osariel weiterte sich darüber nachzudenken was diese Stimmung hier verursacht hatte. Am liebsten hätte er es niemals erfahren...

Kuriel
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Beitrag von Kuriel » 22.07.2004 - 21:28

Dass zumindest die Stimmung des Prälaten gut war, bestätigte Kuriel in dem Glauben, dass es eine erfolgreiche Mission war. Die Verluste waren begrenzt, wenn auch tragisch. Durch die Stimmung der Klosterbewohner wurde es deutlich, dass der Michaelit nicht mehr auf der Erde weilte. Sicher hatten die Templer des Inquisitors die Ketzer gefangen und würden sie entsprechend hinrichten. Nun galt es aber erstmal zu essen, zu trinken und zu reden. Nicht unbedingt Kuriels liebste Beschäftigungen, vor allen Dingen das Reden überlies er nur zu gern anderen.

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Beitrag von Akibel » 26.07.2004 - 13:25

"Danke, Prälat", sagte Akibel artig und ging dem Inquisitor hinterher. Wo wohl plötzlich die anderen Templer herkamen? Die schlechte Stimmung im Kloster bestätigte, was sie bereits vermutete. Bei der Rettung des Michaeliten musste etwas schiefgegangen sein. Und nicht nur das: Anscheinend hatte das Versagen der Templer nicht einmal vor den einfacheren Geistlichen des Klosters verheimlicht werden können. Sie mussten sich wohl einer schweren Glaubensprüfung stellen. Besorgt sah sie sich auf dem Weg in den Gängen des Klosters um und erwartete gespannt, was der Inquisitor ihnen wohl zu berichten hatte.

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Beitrag von Gansekiel » 26.07.2004 - 20:04

Der Prälat bat die Engel seinerseits in seine privaten Räume, wo sie kühler, fruchtiger Tee erwartete.

Der Mann hieß sie zu setzen und wartete geduldig, bis Alle Engel Platz auf den Schemeln rund um den Schreibtisch genommen hatten.

"Ich bin erfreut und dankbar, dass ihr wohlbehalten zurückgekehrt seid." begann er seine Rede.
"Die Ketzer haben jegliche Strafe, die ihr ihnen habt angedeihen lassen, dreimal verdient. Sie haben den Michaeliten auf dem Gewissen. Und die Templer, Monachen und Beginen hier wissen wohl alle genau, dass man ihm nicht mehr helfen konnte, denn meine Männer sind noch nicht zurückgekehrt. Ich habe Kunde, dass sie bis heute Nacht dort wachen werden, dann werden wir das Gefäß des Himmlischen bergen. Falls es euer Wille ist, könnt ihr dem beiwohnen und bis morgen hier verweilen, ehe ihr zum Himmel aufbrecht. Ich werde bis dato ein Schreiben für die ehrenwerte Em Susat aufgesetzt haben, das ihr bitte mitnehmt und ihr übergebt." bat er. "Falls ihr es wünscht, könnt ihr euch zurückziehen. Doch bitte berichtet kurz..."
Noch immer wirkte er eher gut gelaunt, als betrübt. Nur bei der Erwähnung der Ketzer, runzelte er für einen Augenblick die Stirn und man hörte seine Stimme ein wenig härter klingen.

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Beitrag von Akibel » 28.07.2004 - 15:58

"Ich kann sehen, dass viele von euch sehr betrübt sind. Und glaubt mir, ich bin auch traurig, dass mein Ordensbruder tot ist. Wünscht ihr euch denn, bei der Bergung seines Leibs dabeizusein, oder wollt ihr ihn lieber nicht sehen?"

Das fragte Akibel ihre Schar in Gedanken. Sie selbst wollte den Engel gern sehen, den sie gerächt hatte. Sie spürte die Wut über seinen Tod in sich, aber es war nicht so schlimm. Immerhin waren seine Mörder unter ihren Augen in Flammen aufgegangen. Aber wenn sich einige ihrer Brüder nicht dazu in der Lage fühlten, die tote Hülle eines Engels zu sehen, würde sie das akzeptieren.

"Wir haben sie alle umgebracht und ihren Hof in Brand gesteckt. Die Tiere haben wir freigelassen und den umliegenden Dörfern zum Einfangen freigegeben. Außerdem haben wir einem Dorf über die Geschehnisse berichtet und es geheißen, Boten in die umliegenden Dörfer auszuschicken, damit in den nächsten Wochen keinem, der scheinbar ohne Besitz und nur mit einer Waffe in der Hand nach Obdach fragt, allzu sorglos begegnet wird. Vielleicht möchtet ihr selbst ja noch Templer in die Gegend entsenden, um den Wald zu durchsuchen, aber bis dahin wollten wir die Angelegenheit in die Hände der urielitischen Dörfler legen.

"Bevor wir gehen, würden wir gern noch zu dem jungen Gefangenen, der uns den richtigen Weg gewiesen hat. Wir werden ihm einen schmerzlosen Tod gewähren. Immerhin haben wir es ihm so versprochen", schloss Akibel und sah den Inquisitor ernst und abwartend an. Vielleicht hatte er ja noch Fragen.

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Beitrag von Gansekiel » 30.07.2004 - 08:02

"Das heißt, wir wissen nicht, ob wirklich alle Ketzer tot sind, es könnten auch welche woanders hin geflohen sein?" hakte der Inquisitor nach. Es klang aber nicht nach einem Vorwurf, vielmehr so, als wüsste er ja genau, dass schon Ketzer hatten entkommen können, als seine Männer diejenigen dingfest gemacht hatten, die auf dem Klosterhof ihr leben gelassen hatten und sie wussten ja nicht mit völliger Sicherheit, dass alle Entkommenen zu jenem Hof aufgebrochen waren, wo Akibels Schar sie gestellt hatte.
"Ich werde veranlassen, dass einige Templer den Wald um das Gehöft nocheinmal absuchen, und dass man in der Stadt die entsprechenden namen herausfindet, all jener Leute, die für diesen Fischhandel gearbeitet haben!" der Prälat spuckte das Wort förmlich aus.

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Beitrag von Akibel » 01.08.2004 - 14:47

"Natürlich. Aber diese Möglichkeit besteht ja schon seit deren Flucht aus der Lagerhalle", bestätigte Akibel die Vermutung des Inquisitors. "Und ja, eure Maßnahmen halte ich auch für sinnvoll. Mehr können wir im Augenblick nicht tun."

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Beitrag von Gansekiel » 02.08.2004 - 08:48

"Nun, ich werde mich persönlich darum kümmern. Für Euch bleibt der rest des Tages für ein wenig Ruhe, die ihr Euch redlich verdient habt.
Vielleicht wäre es angemessen heute Abend bei einer größeren Messe auf dem Markplatz anwesend zu sein, die Menschen sollen sehen, dass ihr da seid und euch jedes Ketzers, aber auch jedes reuingen wie redlichen Menschen annehmt. Wenn sich dann später die Menge zerstreut hat, werden wir den Michaeliten holen. Doch bis dahin, sei Euch freigestellt was ihr tut!" sprach der Prälat.
Er wirkte selber ein wenig müde, aber angesichts seiner Vorhaben, würde er noch länger keinen Schlaf bekommen.

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