[Regentropfen 2] Wohin geht der Weg?

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Iliniel
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Beitrag von Iliniel » 20.07.2004 - 14:55

Iliniel erschrak nicht einmal, als Niniel sich dagegen aussprach, jetzt zu gehen. Sie ließ etwas Zeit vertreichen und beobachtete den Mond. Die Sinne kamen langsam wieder zurück ... deswegen hörte sie sehr wohl, was ihre Schwester gesagt hatte.

Immernoch schwieg sie etwas. Leise und sanft fragte sie nach einer längeren Pause. "Wovon träumst du, Schwester? Oder gehört das auch zu deinen inneren Dämonen, die du allein bekämpfen willst." Das Wort allein betonte Iliniel. Schließlich hatte sich zu ihrer vorherigen Bemerkung die Raphaelitin nicht geäußert.

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Beitrag von Rakiel » 20.07.2004 - 16:48

"Ich träume, wie ich ihn umgebracht habe."

Mehr brachte die Raphaelitin nicht hervor. Ihre Augen glänzten leicht im immer weiter schwindenden Licht des Mondes. Ein parr Züge atmete sie besonders bewusst ein und aus, um ihre Seele sich wieder beruhigen zu lassen. Was hätte sie jetzt dafür gegeben, über die Gabe der Michaeliten zu verfügen, mit Iliniel durch Gedanken zu kommunizieren. Ihre Stimme schwankte und wurde vielmehr zu einem haiseren Krächzen, das ihre Worte nur schwer verstehen lies.

"Und du? Was träumst du so schlimmes, dass du dich freiwillig vergiftest?"

Fahrig strich sie sich die widerspenstigen Strähnen aus ihrem Gesicht. Die schmale Sichel des Mondes und die böse funkelnden Sterne reichten kaum noch aus, um die Schwärze der Nacht zu erhellen und noch immer breitete sich der Schatten über den stummen Wächter der Nacht aus. Alle Tiere um sie herum waren verstummt und eine kühle Brise wehte frisch über die Dächer.

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Beitrag von Iliniel » 20.07.2004 - 19:34

Nun wurde Iliniels Gesicht kalt ... So, wie sie es sagte ... war es unfair, gemein und fies ... Beinahe hätte sie laut geschnaubt ... aber sie konzentrierte sich. Niniel hatte wohl Schwierigkeiten darüber zu sprechen.

"Ich sehe das nicht so, dass ich mich vergifte ... ich will nur nicht schlafen und damit träumen. Ich habe schlimme Träume ... Albträume ... heute nacht, habe ich sozusagen die ganze Schar getötet ... zumindest hat mir das jeder einzelne von euch vorgeworfen ... das letzte, was ihr sagen konntet ... dass ich schuld wäre. Und wenn tötest du in deinen Träumen, Schwester?"

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Beitrag von Rakiel » 24.07.2004 - 08:34

"Geht es dir gut?"

Auch wenn die Frage unsinnig schien, machte Niniels sanfter Ton eutlich, dass sie es durchaus ernst meinte. Offen blickten ihre erkalteten Augen ihre Schwester an und warteten.

Du reagierst heftig auf meine Behauptung. Wie lange nimmst du das Kraut wohl schon, arme Schwester.
Sicher hast auch du schon viel durchgemacht, wohlmöglich mehr noch als ich. Doch es gibt andere Wege, die Dämonen der Ruhe zu verbannen.


"Oder vielleicht sollte ich besser fragen: Wie geht es dir?"

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Beitrag von Iliniel » 24.07.2004 - 10:57

Nun weichte Niniel ihrer Frage aus ... aber was solls. Es konnte ja nicht jeder so redselig, wie Iliniel sein ... einmal angefangen, war es für sie furchtbar wieder aufzuhören ... Quaselstrippe, haben sie früher noch zu ihr gesagt. Sie wurde aber mit den Jahren etwas ruhiger.

Die Urielitin lächelte kurz. "Wie es mir geht? Meinst du meinem Körper oder meiner Seele? Es war ein Traum, trotzdem nimmt mich so etwas mehr mit, als es sollte. Ich suche natürlich die Schuld, für den Verlust der beiden irgendwie bei mir ... soviel zu meinen Gedanken. Ansonsten, zittern meine Hände immernoch und ich muss mich darauf konzentrieren, klar sehen zu können. Ich bin froh, dass ich im Augenblick sitze, und die kühle Luft hilft mir einen klaren Kopf zu bekommen. So geht es meinem Körper."

Sie fasste wieder in ihre Tasche ... sie sollte sich später noch ein paar von den Blättern suchen ... mit dem, was sie noch hatte, würde sie wirklich nicht weit kommen.

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Beitrag von Rakiel » 24.07.2004 - 11:04

Auch Niniels nächste Frage war vollkommen ernst und sachlich und ebenso kurz wie die vorherigen.

"Findest du es gut so, wie du dich fühlst? Magst du das Zittern deiner Hände?"

In der Maske der Raphaelitin war keine regung zu erkennen, nichts war dort was auf eine provokation oder gar aufein anderes Gefühl schließen ließ.

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Beitrag von Iliniel » 24.07.2004 - 11:13

Die Urieliten biss die Zähne aufeinander. Was sollte diese Frage denn? War das wirklich ihr ernst? Am liebsten hätte sie nur mit Klar geantwortet ...

"Dieses Zittern habe ich sehr selten bis gar nicht. Es war nur einfach etwas zuviel. Das kann ja mal passieren ..."

Auch wenn sich Niniels Stimme nicht nach Provokation angehört hatte ... Sie setzte sich nun auf ihre Hände und versuchte sich zu beruhigen. Irgendwie fühlte sie sich von der Raphaelitin bedroht ...

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Beitrag von Rakiel » 24.07.2004 - 11:28

"Natürlich kommt es immer auf die Dosierung an. Aber jetzt, wo du siehst was es bewirkt, findest du es richtig?"

Das Iliniel sich auf ihre Hände setzte war ein gutes Zeichen. Solange sie sich selbst nichts vorzuwerfen hatte, würde sie so weitermachen wie bisher. Sie würde sich nur selber schaden. Doch ihre Reaktion zeigte der Raphaelitin, dass dieses Gespräch eine Basis zu bilden begann, auf der man aufbauen konnte. Innerlich durchfloss sie eine kleine Zufriedenheit, doch diese Emotion war zu schwach, als dass sie sich ihren Weg an die Oberfläche der Raphaelitin bahnen konnte.

Der Mond hätte nun eigendlich vollständig verschwunden sein sollen, doch statt desser wurde er in rotes Licht getaucht. Auch um ihn herum schien sich der Nachthimmel zu röten. Es war ein imposanter Anblick, der sich den beiden Engeln zu dieser späten Stunde bot.

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Beitrag von Iliniel » 24.07.2004 - 11:45

Iliniel sah genau, wie ihre Schwester auch zum Mond ... Ein besonderer Anblick irgendwie ... sie war gespannt, ob sich der Mond wieder sehen lassen würde.

Was machte Niniel denn da? Warum fragte sie so? ... Konnte sie sich das nicht selber beantworten? Warum musste sie ihr diese Fragen beantworten? Sie ärgerte sich und ihre Antwort kam vielleicht etwas schnippischer zurück, als sie es eigentlich wollte.

"Nein, aber meine Träume finde ich schlimmer, als ab und zu ... sehr selten, ein bisschen ein Zittern."

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Beitrag von Ta-mil » 25.07.2004 - 07:47

Das Rot, in welches die Gegend getaucht wurde hielt nicht lange vor, dann begann der Schatten wieder zu verschwinden und aus Rot wurde wieder das normale Licht des Mondes. Stille lag über dem Klostern nur ein paar wissbegierige Monachen machten noch Notzien und Zeichnungen, von dem Ereignis, während die Wachen langsam ihre Kreise auf der Mauer zogen und Aussachu hielten.

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Beitrag von Rakiel » 26.07.2004 - 08:57

Na was denn nun, ab und zu, oder sehr selten?

"Wenn du davon überzeugt bist, in Ordnung. Ich werde jetzt gehen."

Niniels Stimme klang ganz sanft und behutsam. Sie hatte ihr Ziel hoffendlich schon nach diesem kurzen Gespräch erreicht. Iliniel sollte darüber nachdenken, was sie mit sich machte. Mehr wollte die Raphaelitin zunächst doch gar nicht. Sie war zufrieden mit sich.
Leise stand Niniel auf und streckte ihre Flügel ein wenig aus, bevor sie sich mit ein paar Schlägen in die Luft erhob, eine Runde um das Kloster flog und dann im Innenhof landete.
Leisen Schrittes begab sie sich zur Cella ihrer Schar. Dabei fielen ihr Iliniels Worte wieder ein. "Wen tötest du in deinen Träumen, Schwester?" Diese Worte riefen in ihr ein furchtbares Gefühl hervor. Sie hatte diese Nacht noch nicht geträumt. Aber sie würde es tun.
Niniels Schritte wurden immer langsamer und zögerlicher. Dennoch kam sie für ihren Geschmack viel zu rasch an ihrer Türe an.
Leise öffnete die Raphaelitin die Tür und lugte hinein. Es schien alles ruhig zu sein, also schlüpfte sie rasch durch den Türspalt, schloss die Tür hinter sich und schlich zu ihrem Hocker.

Als sie sich niederließ war es wieder da. Das mulmige Gefühl gewiss bevorstehender Angst.

Vater, soll das meine Buße sein, dass ich den Kreis von Leben und sterben durchbreche und das Leben verlängere und die Schmerzen der Menschen lindere?

Die Müdigkeit bewegte sie dazu ihre Augen zu schließen und Niniel dämmerte langsam ein.

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Beitrag von Iliniel » 26.07.2004 - 21:55

Iliniel nickte der Raphaelitin nur zu. Sie sagte dazu nichts mehr ... es gab einiges worüber sie nachdenken musste. War es wirklich so schlimm, was sie tat? Wegen der paar Kräuter? Das konnte doch nicht sein. Wenn sie es nicht übertrieb, dann merkte es auch keiner ... Sie hatte nur einfach zuviel genommen ... und das würde auch nicht mehr passieren ... Nie wieder.

Trotzdem ... sie hatte nur noch Vorrat für einen Tag, sie wartete, bis der Mond wieder ganz zu sehen war, die Zeit nutzte sie, um zu überlegen, ob sie eine falsche Entscheidung machte ... aber es würde bestimmt schlimmer werden, wenn sie die Blätter nicht mehr einnahm. Sie ist bisher damit immer gut zurecht gekommen. Und sie haben ihr auch geholfen. Also ... warum nicht.

Sie schwang sich in die Lüfte, drehte noch ein paar Runden um das Kloster und suchte sich eine typische Stelle, wo dies Pflanzen wachsen konnten. Iliniel achtete darauf, dass sie von keinem Menschen gesehen wurde und sie sich noch innerhalb der gedanklichen Rufweite des Michaeliten befand. Falls sie nichts finden würde, würde sie noch ein paar Runden drehen und dann ebenfalls in die Cella zurückkehren.

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Beitrag von Ta-mil » 27.07.2004 - 08:56

Die Bewahrerin der Wege fand eine Stelle, ein paar Felsen direkt an einem kleinen Bachlauf, welcher an dieser Stelle einen kleinen See bildete. Iliniel glitt hinab, landete und beugte sich über das Wasser, um etwas zu trinken. Im Schein des Mondlichtes erblickte sie jemanden der am anderen Ufer stand, eine Frau ein zweiter Blick in die Reflextion auf der Wasseroberfläche und Iliniel war sich sicher, dass es ihre Nonna war, welche sie begrüßt hatte, als sie auf der Erde angekommen war. Sie lächelte sie an und begann leise zu sprechen. "Iliniel, Engel gesandt von Gott um die Wege zu hüten. Diese Kräuter - welche du suchst, wachsen hier - töten deinen Schlaf, aber sie werden auch dich töten. Noch kannst du den Kreis durchbrechen, der dich in die Versuchung führt." Die Bewahrerin der Wege blickte auf, doch da war niemand, keine Nonna stand am Ufer und lächelte sie milde an. Ihr Blick suchte und blieb schließlich ein paar Blättern hängen, welche ihr wohl vertraut waren.

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