Der Rattenfänger [Liwiels Schar] - Kapitel II

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Feather
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Beitrag von Feather » 21.07.2009 - 14:43

Es zischte leise. Funken flogen.
Und dann plötzlich knackte es vernehmlich, wie wenn man einen heißen Stein in kaltes Wasser wirft und er zerspringt. Ein unangenehmer Geruch stieg Liwiel und denen, die dem Feuer am nächsten standen, in die Nasen und der Rauch färbte sich dunkler, doch sonst geschah nichts.
Die reinigenden Flammen Gabriels fraßen die Schöpfung des Herrn der Fliegen, ehe diese erfasste, was mit ihr geschah.

Liwiel
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Beitrag von Liwiel » 21.07.2009 - 20:28

Gabriel war ihnen wohlgesonnen. Welch ein Segen!
Liwiels Anspannung wich augenblicklich, als sie sah, wie die Traumsaatkreatur ihr rasches Ende in den Flammen fand.
Mit einer sicheren Austrahlung drehte sie sich zu den Menschenmassen um und spreizte die Flügel leicht, um vollste Aufmerksamkeit zu bekommen:
"Mögen die Feinde des Herren ein schnelles und leises Ende finden! Und mögen wir alle zusammen ihm dabei helfen, seinen Willen auszuführen!"
Sofort ging sie zu dem Ammonitenhaufen zurück und schnappte sich zwei weitere. Damit wollte sie die Leute anspornen, ebenfalls Hand anzulegen.
*Wollt ihr ebenso helfen?* fragte sie in Gedanken ihre Schargeschwister und schmiss zwei weitere Ammoniten tief ins Feuer. Auch sie wollte, dass ihre Geschwister Teil hatten. Diese Tat konnte sie nur animieren dem Herrn der Fliegen ins Gesicht zu blicken und sie für den weiteren Kampf zu wappnen. Erfahrungen waren gut. Auch sie musste viele sammeln.
Nachdem sie nun nichts mehr in den Händen hatte, stieß sie sich leicht vom Boden ab und flog wieder auf die hölzerne Anhöhe. Von hier aus konnte sie die Dinge besser beobachten. Und das tat sie auch.
Es war ein herrliches Gefühl das Treiben mit anzusehen. Und zu wissen, dass sie dafür verantwortlich war.

Cutter
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Beitrag von Cutter » 26.07.2009 - 23:18

Aritael sah zu, wie Liewiel sich nach 3 Ammoniten von der Arbeit abwandte. Das war ja so typisch. Den anderen die Arbeit lassen und selbst von oben zusehen, wie andere arbeiteten. Sie selbst verspürte nicht den Wunsch Ammoniten ins Feuer zu werfen. Sie würde das ganze lieber von hier beobachten, falls doch nicht etwas passierte.

Ittiel
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Beitrag von Ittiel » 30.07.2009 - 09:35

Spiriel folgte Liwiels Beispiel. Sie fand die Idee gut, die Leute weiter zu motivieren. Nachdem sie ihrereseits drei Ammoniten in die reinigenden Flammen Gabriels befördert hatte, kehrte sie auf ihren Posten zurück und beobachtete das Treiben weiter. Sie wollte trotz allem bereit sein, falls sich jemand verletzte.

Samuriel
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Beitrag von Samuriel » 01.08.2009 - 15:16

Samuriel dachte nicht einmal daran, unbeteiligt am Rand stehen zu bleiben. Ohne zu zögern folgte er dem Beispiel von Liwiel, doch zuerst schnappte er sich eines der Tücher, die von den Dorfbewohnern verwendet wurden, um ihre Hände vor der Traumsaat zu schützen.

„Ihr dürft gerne mithelfen, schmeißt die Brut ins Feuer, aber bitte verletzt euch dabei nicht.“

Vorsichtig umschloss der Urielit zwei Ammoniten mit dem Tuch. Kurz darauf wurden sie schon von den reinigenden Flammen verzehrt. Nachdem es zweimal geknackt hatte, drehte er sich mit einem Grinsen im Gesicht wieder um. Er hörte danach jedoch nicht auf, wie Liwiel und Spiriel, sondern warf eine Traumsaat nach der anderen in das Feuer.
Zwischenzeitlich hielt er inne, um seine Umgebung aufmerksam abzusuchen, denn es wäre äußerst ungünstig, wenn gerade jetzt wieder eine Traumsaat auftauchen sollte, die sich etwas besser wehren kann, als die Ammoniten.

Feather
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Beitrag von Feather » 03.08.2009 - 14:36

Nach und nach landete Schnecke um Schnecke in den Flammen und verbrannte knackend ohne Gegenwehr zu leisten, während die Dorfbewohner immer noch weitere befallene Pfähle herbeischleppten.
Der schwarze Rauch, der von den Scheiterhaufen aufstieg, verdunkelte den Himmel, doch mit jedem Ammoniten, den sie ins Feuer warfen, wurde die Sicht am Boden klarer.
Sonnenstrahlen fielen auf Liwiels weißes Gefieder und sie hielt freudig ihr Gesicht in den leichten Wind, der die Rauchwolken zerstreute – als vom anderen Ende des Dorfes Schreie zu hören waren.

Samuriel
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Beitrag von Samuriel » 03.08.2009 - 21:58

Der Urielit, der die Schreie, die von der anderen Seite des Dorfes zu ihm rüberschallten sofort wahrnahm, reagierte instinktiv, bevor er überhaupt nachdachte.
Sofort drehte er sich weg vom Feuer und entfernte sich hastig einige Schritte, seine Augen richtete er in Schrittrichtung. Zum einen, um sie an die anderen Lichtverhältnisse anzupassen, zum anderen, um seinen Blick in die Richtung der Schreie zu richten. Seine Flügel zuckten, er nahm den urielitischen Bogen zur Hand und legte einen Pfeil auf die Sehne.
Dann schaltete sich sein Kopf ein, in seinem Geist tauchte eine ähnliche Szene, die noch gar nicht so lange her war auf und er hielt inne.

*Liwiel, hörst du die Schreie? Kann ich nachsehen, was dort los ist? Vielleicht am besten zusammen mit Cassiel?*


Nun huschten seine Augen kurzzeitig zu der Gabrielitin, um zu sehen, wie sie sich verhielt.

Liwiel
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Beitrag von Liwiel » 04.08.2009 - 10:18

Die Sonne endlich wieder zu sehen und spüren zu dürfen war ein gutes Gefühl. Ihre Mission würde nun endlich um einiges leichter ausfallen.
Doch der Schrei vom anderen Ende des Dorfes ließ sie innerlich sofort zusammen fahren. Samuriels Stimme hallte in ihrem Kopf.
*Gute Idee. Erstattet mir Bericht was da vor sich geht.* Liwiel wusste, dass niemand mit der Schnelligkeit eines Urieliten mithalten konnte. Und je eher sie wusste, was da vor sich geht, desto eher konnte sie entscheiden, was sie mit den Menschen machen sollte. Vielleicht war es gut sie in den Häusern zu verstecken, wenn es etwas wirklich schlimmes sein sollte... Vielleicht mussten sie sie aber auch aus dem Dorf bringen.
Ein Blick huschte über die Menschenmenge. Hoffentlich brachen sie nicht in Panik aus und fingen an wegzulaufen...

Samuriel
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Beitrag von Samuriel » 04.08.2009 - 20:06

Die Erlaubnis von Liwiel war gegeben, nichts und niemand konnten den Urieliten jetzt noch am Boden halten! Er warf noch einen letzten Blick zu Cassiel, seine Lippen öffneten sich zu einem Ruf.

„Cassiel! Folgst du mir?“

Dann zuckten seine Flügel ein letztes Mal, bevor sie sich zu ihrer vollen Größe entfalteten, und sich immer weiter hoben, bis sich das Gefieder weit nach oben hin abspreizte. Mit ein paar schnellen Schritten Anlauf und kräftigen Flügelschlägen hob er ab und jagte mit peitschengleichen Schwingen, die an einen Falken erinnerten, zur anderen Seite des Dorfes. Er befand sich etwa zwanzig Meter vom Erdboden entfernt in der Luft, für einen Moment schloss er die Augen und ließ die göttliche Kraft, in dem inneren seines Herzens, durch seinen Körper fluten. Wie von selbst fanden die Energien die Gefäße in dem Körper, die für sie bestimmt waren, und sammelten sich dort.

[*Erleuchtete Augen*]

Der Geruch des Feuers, dessen Rauch die Luft völlig umschloss, schoss ihm als erstes in die Nase. Das Holz, der Dampf und das leise Zischen, welches dadurch entstand, dass die Pfähle nicht ganz trocken gewesen waren. Doch dadurch, dass ein Urielit durchaus auch mit feuchtem Holz ein Feuer zu entfachen wusste, und den hilfreichen Tipps, die sie von Aristael bekommen hatten, brannte da Feuer gut, und er konnte die feine, stechende Note, die durch die verbrannte Traumsaat die Luft verpesstete, nicht ignorieren. Auf seinen Augen bildete sich ein glasiger Film, während seine Augen mit präzise geschulten Reflexen optimal auf die Lichtverhältnisse anpassten wurden. Dann konzentrierte er seine Augen auf den Punkt, den seine Sinne ihm als den Ausgangspunkt der Schreie verrieten, und öffnete den Kanal zu seinen Ohren.
Ohne Unterlass beförderten ihn seine Schwingen durch die Luft während er wartete, was seine Sinne ihn wissen lassen konnten, schon bevor er in Sichtweite war. Sollten sich dort Leute befinden, die nicht bewusst leise waren, würde er etwas über sie erfahren können.

Michael
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Re: Der Rattenfänger [Liwiels Schar] - Kapitel II

Beitrag von Michael » 06.10.2010 - 17:36

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