[Erntezeit] Die Ernte

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Kentariel
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Re: [Erntezeit] Die Ernte

Beitrag von Kentariel » 10.01.2011 - 13:44

Cassiel schüttelte den Kopf.
"Ich denke bei der Hitze graben wir erst mal nicht weiter. Ihr habt euch eine Pause verdient", entschied Cassiel.
Auch er wusste nicht, ob er Kentariels Körper ansehen wollte.
Als Gabrielit hatte er ein Recht darauf verbrannt zu werden anstatt in der Erde zu liegen. Und genau dafür würde er sorgen.
Wäre nicht der halbe Berg eingestürzt, hätte die Explossion und das Feuer vielleicht dafür gesorgt, doch ehe der Körper hatte ganz verbrennen können, waren Schutt und Geröll auf den Engelskörper gedonnert und hatte ihn regelrecht zermalmt.

Was von Kentariel übrig war, war nur mehr ein verkohlter, verkrusteter und verdreckter Haufen, Federn, Blut, Fleisch, Asche und weiß Gott was noch alles bildeten ein unansehnliches und grotesk verdrehtes Etwas.
Die Templer wickelten es hastig ein, niemand wollte das ansehen. Cassiel kämpfte den bitteren Geschmack von Galle wieder seinen Hals hinunter.

"Wir brauchen Holz, schlichtet es auf und verbrennt ihn!", stieß er hervor. "Und dann lasst uns heimkehren. Sollen die Viecher für immer in diesem Berg begraben sein." Er wollte gar nicht mehr wissen, wieso dort alles explodiert war. Vielleicht hatte der Gabrielit selbst dafür gesorgt. Vielleicht war es Gottes Wille gewesen.
Aber es hatte jetzt ein Ende und einige Tonnen Schutt begruben die Brut der Wespen, ihre vermeintliche Königin und vielleicht auch den Ketzer der die Saat verteilt hatte für ewig.

Jetzt blieb es an ihm später die richtigen Worte zu wissen, wenn er zusammen mit seiner neuen Schar einen weiteren Bruder verabschiedete. Und zum ersten Mal seit langem war der Michaelit sprachlos. Leer und ohne salbungsvolle Worte auf der Zunge starrte er auf den eingewickelten Körper und ballte die Fäuste in hilflosem Zorn.

Etzel
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Re: [Erntezeit] Die Ernte

Beitrag von Etzel » 10.01.2011 - 20:38

Etzel blieb abseits, er wußte nicht ob er denn anblick kentariels ertragen konnte. Aber die Wrote von cassiel waren richtig. Feuer, sie mußten ihn verbrennen, das war der einzig richtige weg, und ihn nicht begraben in der Erde.

Er trat an Joliel heran und legte seine Hand auf ihre Schulter, er sagte kein einziges wort.

Joliel
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Re: [Erntezeit] Die Ernte

Beitrag von Joliel » 13.01.2011 - 01:45

Bei dieser vertraulichen Geste wich Joliel ein leises Seufzen über die Lippen und sie legte ihre Hand auf dieseine. Es tat gut zu wissen, dass jeder für sich trotz der Verluste nicht allein war. Was geschehen war, war geschehen. Sie konnten im Grunde froh sein, dass die Geschichte keinen schlimmeren Verlauf genommen hatte.

Und als die Holzscheite endlich über dem eingewickelten Körper aufgeschichtet waren und die ersten Rauchwolken gen Himmel zogen, erinnerte Joliel sich an ein Gedicht, welches der Ramielit ihrer alten Schar ihnen einmal rezitiert hatte. Sie wusste nicht mehr den ganzen Text, aber einige Zeilen waren in ihrem Gedächtnis verblieben.

'Was sind wir, wenn noch unzufrieden das Herz bei seiner Güte schlägt,
da Gott uns Strauchelnde hienieden noch fort und fort mit Langmut trägt?
Hat über Bitten und Verstehen auch wieder jetzt der Herr getan,
so lasset uns in Demut gehen mit neuer Treu die Glaubensbahn.'
*

* [3. Strophe Erntedanklied, Autor: Karl Ludwig Lenz (1807-1896)]

Gabriel
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Re: [Erntezeit] Die Ernte

Beitrag von Gabriel » 13.01.2011 - 11:08

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Michael
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Re: [Erntezeit] Die Ernte

Beitrag von Michael » 17.01.2011 - 19:22

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